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Prognosen zur Frankreich-Wahl: Macron und Le Pen vorn

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Von: Delia Friess

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In Frankreich werden die ersten Hochrechnungen zur Präsidentschaftswahl veröffentlicht.

Update vom Sonntag, 10.04.2022, 20.05 Uhr: Die erste Hochrechnung zur Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 ist da. Demnach würden Amtsinhaber Emmanuel Macron mit 28,1 Prozent der Stimmen und Marine Le Pen mit 23,3 Prozent in die Stichwahl am 24. April einziehen. Alle Entwicklungen zur Frankreich-Wahl finden Sie in unserem News-Ticker.

Prognosen zur Frankreich-Wahl schon vor 20 Uhr: Wer sie trotz Verbot veröffentlichen wird

Erstmeldung vom Sonntag, 10.04.2022, 15.46 Uhr: Paris - In Frankreich findet an diesem Sonntag (10.04.2022) die erste Runde der Präsidentschaftswahl 2022 statt. Gelingt in der ersten Wahlrunde keine absolute Mehrheit, kommt es zu einer Stichwahl. Diese gilt als sicher und ist für den 24.04.2022 angesetzt.

Laut einer Umfrage vom Freitag (08.04.2022) im Auftrag der französischen Zeitung Le Monde liegt der amtierende Präsident Emmanuel Macron nur noch knapp mit vier Prozentpunkten (26,5 %) vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen (22,5 %). Die Fehlermarge liege bei etwa einem Prozentpunkt. Das Erstarken der als rechtextrem eingestuften Partei Rassemblement National ist in Frankreich seit Jahren ein Problem. Daher ist das starke Abschneiden von Marine Le Pen nicht unbedingt eine Überraschung. Marine Le Pen hatte sich im Gegensatz zu ihrem Vater Jean-Marie Le Pen, der den Front National, wie die Partei zuvor hieß, anführte, um ein bürgerliches Image bemüht. Dennoch vertritt auch Marine Le Pen rechtsradikale und radikale Positionen hinsichtlich Migrationspolitik und EU-Politik. Zuletzt hatte Marine Le Pen aufgrund des Ukraine-Krieges und den Folgen wie hohe Energiepreise noch einmal Zulauf erhalten.

Präsidentschaftswahlen 2022: Umfragen zufolge verringern sich die Abstände zwischen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen.
Präsidentschaftswahlen 2022: Umfragen zufolge verringern sich die Abstände zwischen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen. © KENA BETANCUR / AFP

Frankreich: Warum am Wahltag die Veröffentlichung von Prognosen verboten ist

Kein Wunder also, dass sich viele Menschen für die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2022 in Frankreich interessieren. Vor dem Schließen des letzten Wahllokales um 20 Uhr werden Medien in Frankreich allerdings keine Hochrechnungen veröffentlichen. Das französische Gesetz verbietet es. „Kein Ergebnis, weder teilweise noch endgültig, darf vor der Schließung des letzten Wahllokals über die Presse oder über ein Medium der öffentlichen Kommunikation auf elektronischem Weg der Öffentlichkeit mitgeteilt werden“, heißt es auf der offizielle Website vie-publique.fr.

Zwar kursierten in französischen Redaktionen bereits Hochrechnungen der Meinungsforschungsinstitute, die auf ersten Auszählungen beruhen, diese blieben aber bis nach 20 Uhr vor der Öffentlichkeit verborgen, wie die französische Zeitung Le Parisien berichtet. Einige französische Wähler:innen informieren sich deshalb in den französischsprachigen Medien aus Belgien oder der Schweiz über sogenannte „sortie des urnes“, wie erste Trends genannt werden. Ausländische Medien veröffentlichen bereits am späten Nachmittag erste „Schätzungen“. Französischsprachige Medien im Ausland würden sich nicht an das französische Recht gebunden sehen.

Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Wer Prognosen trotz Verbot veröffentlicht

„Wir werden nicht um 17.00 oder 18.00 Uhr losgehen und alles Mögliche erzählen, aber wir werden auch nicht darauf verzichten, Informationen zu verbreiten, wenn sie seriös sind“, sagte Christophe Berti, der Chefredakteur der belgischen Zeitung Le Soir, gegenüber Le Parisien. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen stieg deshalb besonders auf den Internetportalen belgischer Medien die Anzahl der Leser:innen. Rund eine Million Internetnutzer hätten 2017 ihre Website besucht, davon mindestens 90 Prozent Franzosen, erinnert sich Dorian de Meeûs, Chefredakteur von La Libre Belgique. Zudem kursierten im Internet bereits verschleiert entsprechende Hochrechnungen, schreibt Le Parisien.

Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2022: Emmanuel Macron gilt als Favorit.
Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2022: Der amtierende Präsident Emmanuel Macron gilt als Favorit. © THIBAULT CAMUS /AFP

Für die Hochrechnungen arbeiten dem französischen Sender CNEWS zufolge, der zu der Canal Plus Group gehört, alle großen Medienunternehmen mit Meinungsforschungsinstituten zusammen. Jedes Institut wähle für Stichproben rund 200 Wahllokale aus, erklärt Frédéric Micheau, Direktor für Meinungsforschung beim Institut OpinionWay, CNEWS. Ab 20 Uhr dürften die Prognosen dann publiziert werden. (df)

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