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Macron macht kaum Wahlkampf – und führt dennoch in den Umfragen

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Von: Samira Müller

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Emmanuel Macron
In den Umfragen zur Wahl in Frankreich liegt der Präsident Emmanuel Macron vorn. © Christian Hartmann/dpa

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich steht bevor. Emmanuel Macron konzentriert sich derzeit vermehrt auf den Ukraine-Krieg und nimmt kaum am Wahlkampf teil.

Paris – Am 10. April ist es so weit und in Frankreich wird eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt. Auch der aktuell amtierende Präsident Emmanuel Macron wird in diesem Jahr wieder zur Wahl antreten. Doch bei Wahlkampf-Veranstaltungen lässt er sich derzeit wenig blicken. Stattdessen liegt sein Fokus voll und ganz auf dem Ukraine-Krieg.

Doch auch ohne Wahlkampf liegt der Präsident derzeit in Umfragen vorn. Dabei wurde er von anderen Kandidat:innen zuvor kritisiert, weil er sich geweigert hatte, vor dem 10. April an einer Fernsehdebatte teilzunehmen. Er versprach allerdings, auf die Fragen der Journalist:innen in einer Pressekonferenz ausführlich zu antworten.

Wahl in Frankreich: Emmanuel Macron liegt in Umfragen vorn

In den vergangenen Tagen war Macron viel mit dem Ukraine-Konflikt beschäftigt. In Telefonaten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin versuchte er einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Zudem sprach er fast jeden Tag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Erst vergangene Woche versammelte er die Staats- und Regierungschefs der EU, um über Sanktionen gegen Russland zu diskutieren. Nächste Woche wird er zusammen mit Joe Biden am Nato-Gipfel in Brüssel teilnehmen. Wie ein am Wahlkampf beteiligter Regierungsbeamter sagte, wolle Macron in den kommenden Tagen am Wahlkampf teilnehmen.

Emmanuel Macron
Meidet traditionelle Wahlkampfaktivitäten: der französische Präsident Emmanuel Macron. © Ludovic Marin/dpa

Wahl in Frankreich: Macron macht kaum Wahlkampf

„Es erweckt den Eindruck, dass Macron 2017 mit dem Versprechen gewählt wurde, (die Politik) zu erneuern, und dass Macron 2022 mit dem Versprechen gewählt werden will, Erfahrung zu haben“, sagte der Meinungsforscher Bernard Sananes, Präsident des Meinungsforschungsinstituts Elabe, im Interview mit der französischen Zeitung L’Opinion. In Umfragen liege Macron etwa zehn Prozentpunkte vor der rechtsextremen Anwärterin Marine Le Pen. Zu anderen wichtigen Herausforderer:innen gehören ein weiterer rechtsextremer Kandidat, Eric Zemmour, der linksextreme Jean-Luc Mélenchon und die konservative Kandidatin Valérie Pécresse.

Seine Rival:innen haben Macron vorgeworfen, sich auf die Situation in der Ukraine zu konzentrieren, um nicht über innerpolitische Themen sprechen zu müssen. Le Pen sprach davon, dass Macron „den Krieg in der Ukraine nutzt, um die Franzosen zu erschrecken, weil er glaubt, dass ihm das Einschüchtern nützen kann“. Befürworter:innen von Macron argumentieren hingegen, dass der Krieg in der Ukraine wichtige innerpolitische Themen betreffe. (Samira Müller)

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