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Job und Familie

Elterngeld Plus wird gut angenommen

  • Melanie Reinsch
    VonMelanie Reinsch
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Mehr Väter nutzen partnerschaftliches Modell.

Der Vater, der morgens das Haus verlässt, um das Einkommen der Familie zu sichern, die Mutter, die sich zu Hause um Kind und Haushalt kümmert – das ist ein Modell, das viele junge Familien nicht mehr leben wollen. Die Politik versucht diesen Wünschen moderner Lebenswelten gerecht zu werden. Vor zweieinhalb Jahren hat die große Koalition mit dem Elterngeld Plus eine Förderung weiterentwickelt, de Eltern mehr Spielraum bei der Vereinbarkeit zwischen Job und Familie ermöglichen und sie finanziell entlasten soll. 

Laut einem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Bericht über die Auswirkungen haben 28 Prozent der Mütter und Väter im dritten Quartal 2017 das Elterngeld Plus beantragt – doppelt so viele wie noch 2015. Drei von vier Bezieherinnen und Beziehern (77 Prozent) bewerten das Elterngeld Plus als „gute Sache“. Während das „normale“ Elterngeld zwölf Monate das Einkommen ausgleicht und zusätzlich zwei Monate gewährt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen, soll das Elterngeld Plus mehr Flexibilität schaffen: Mütter und Väter, die nach der Geburt wieder in Teilzeit arbeiten, können den Bezug auf 24 Monate verlängern. Entscheiden sich Mütter und Väter, gleichzeitig mit ihrem Partner in Teilzeit zu gehen, erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus vier zusätzliche Elterngeld-Plus-Monate.

Mehr Zeit mit den Kindern

Der Partnerschaftsbonus ist vor allem bei Vätern sehr beliebt: 40 Prozent der Väter, die das Elterngeld Plus beantragt haben, entschieden sich auch für den Partnerschaftsbonus. Insgesamt stellt der Bericht fest, dass Väter durch die Möglichkeiten des Elterngeld Plus mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Laut einer Nutzerbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach hätten sich 41 Prozent der Väter ohne das Elterngeld Plus weniger Zeit für ihre Kinder genommen. Die durchschnittliche Bezugsdauer lag bei 7,4 Monaten – ohne diese Leistung bei 2,7 Monaten.

„Interessanterweise zeigen sich vor allem Väter sehr zufrieden mit diesem Angebot, noch mehr als Mütter“, sagte Familienministerin Katarina Barley. Man müsse das Angebot aber weiter ausbauen. „Wir reagieren damit auf den Wunsch, Erziehung und Beruf partnerschaftlicher aufzuteilen als das bisher der Fall ist“, so die SPDlerin. 

„Wir haben die richtigen Anreize gesetzt, statt starrer Vorgaben“, sagte Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union der CDU. Elterngeld Plus sei ein Erfolgsmodell. Gerade Väter schätzten die Möglichkeit, zeitweise ihre Arbeitszeiten zu reduzieren und sich bei der Betreuung des Kindes mit der Mutter abzuwechseln, betonte Widmann-Mauz.

Auch Katja Dörner, familienpolitische Sprecherin der Grünen, sieht die Ergebnisse als Verpflichtung der Politik, weiter an der flexiblen Aufteilung zwischen Beruf und Familie zu arbeiten. „Hier zeigt sich ein klarer Arbeitsauftrag für die Familienpolitik der nächsten Jahre: Ausweitung des Elterngeldes, flexiblere Möglichkeiten der Inanspruchnahme und mehr Unterstützung für Partnerschaftlichkeit. Wichtig ist auch das Rückkehrrecht auf Vollzeit, um Eltern mit Blick auf ihre Arbeitszeiten den Rücken zu stärken“, sagte Dörner. 

Katrin Werner, Expertin für Familienpolitik der Linken, kritisierte, dass das Elterngeld nicht den Familien in Armut helfe. „Vom Elterngeld und Elterngeld Plus profitieren vor allem Familien mit mittlerem und hohem Einkommen. Familien mit geringem Einkommen oder Hartz-IV-Bezug werden diskriminiert, da die Leistungen sich nach der Höhe des vorherigen Einkommens richten und auf ALG-II-Bezüge angerechnet werden“, sagte sie. Die Elterngeldmodelle seien keine geeigneten Instrumente, um Kinder- und Familienarmut zu bekämpfen. 

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