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Superreich – und asozial: Warum Elon Musk, Jeff Bezos & Co. keine Steuern zahlen

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Milliardäre in den USA zahlen trotz riesigem Vermögen kaum Steuern, manchmal sogar gar keine. Die besten Beispiele dafür sind Jeff Bezos und Elon Musk.

New York - Amazon-Chef Jeff Bezos, Tesla-Chef Elon Musk und weitere superreiche US-Prominente haben einem Bericht der US-Investigativ-Plattform Propublic zufolge in den vergangenen Jahren kaum oder gar keine Einkommenssteuer gezahlt. Einige der reichsten US-Bürger zahlten „wenig Einkommenssteuer im Verhältnis zu ihrem massiven Reichtum - und in einigen Fällen gar keine“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von Propublica. Illegal seien die Steuervermeidungsstrategien aber nicht gewesen.

2007 zahlte Jeff Bezos, damals schon Multimilliardär und heute der reichste Mann der Welt, keinen Cent an Einkommensteuern. 2011 gelang ihm das Kunststück erneut. 2018 zahlte Tesla-Gründer Elon Musk, der zweitreichste Mensch der Welt, ebenfalls keine Einkommensteuern, heißt es in dem Bericht. Auch der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der Investor Carl Icahn sowie der Philanthrop und Investor George Soros gehören demnach zu jenen, die im großen Stil Steuervermeidungsstrategien angewandt hätten. Wie sie an die vertraulichen Steuerdaten gekommen waren, enthüllten die Investigativjournalisten nicht.

Grundlegender Mythos des amerikanischen Steuersystems zerstört

ProPublica hat laut einem Bericht der US-amerikanischen Onlinezeitung Huffington Post einen riesigen Bestand an Daten des Internal Revenue Service zu den Steuererklärungen Tausender der reichsten Menschen der USA aus mehr als 15 Jahren erhalten. Die Daten bieten einen beispiellosen Einblick in das Finanzleben von Amerikas Größen, darunter Warren Buffett, Bill Gates, Rupert Murdoch und Mark Zuckerberg. Es zeigt nicht nur ihr Einkommen und ihre Steuern, sondern auch ihre Investitionen, Aktiengeschäfte sowie Glücksspielgewinne.

Amazon-Boss und Milliardär Jeff Bezos zahlt in den USA keine Steuern.

Die Recherche zerstöre den „grundlegenden Mythos des amerikanischen Steuersystems: Dass jeder seinen gerechten Anteil beiträgt und die reichsten Amerikaner das meiste zahlen“, heißt es in dem Bericht. Amerikas Milliardäre bedienten sich Strategien zur Steuervermeidung, die für den Normalbürger unerreichbar sind. Ihr Reichtum ergibt sich aus dem explodierenden Wert ihrer Vermögenswerte wie Aktien und Eigentum. Diese Gewinne werden nach US-Gesetz nicht als steuerpflichtiges Einkommen definiert, es sei denn, die Milliardäre verkaufen.

Einkommensteuer in den USA: „Steuersystem zurechtgebastelt für Milliardäre“

Ein Soros-Sprecher sagte zu Propublica, der Investor sei zwischen 2016 und 2018 keine Einkommenssteuer schuldig gewesen, weil er Verluste mit seinen Investments gemacht habe. Bloomberg und Icahn sagten dem Medium, sie hätten sämtliche Steuern gezahlt, zu denen sie verpflichtet gewesen seien. Auf Anfragen der Nachrichtenagentur AFP reagierten die Büros von Bezos, Musk, Bloomberg, Icahn und Soros zunächst nicht.

Die Senatorin Elizabeth Warren von der Demokratischen Partei schrieb angesichts der Propublica-Recherche im Online-Dienst Twitter: „Unser Steuersystem wurde zurechtgebastelt für Milliardäre, die ihr Vermögen nicht durch Einkommen erzielen, wie es arbeitende Familien tun.“ Die USA bräuchten eine Reichensteuer, „damit die Ultrareichen endlich ihren gerechten Anteil zahlen“, fügte sie hinzu. Warren kämpft seit langem für eine höhere Besteuerung Superreicher, bei der auch Vermögenswerte wie Aktien und Immobilien berücksichtigt werden sollen.

NameGeschätztes Vermögen laut Forbes
Jeff Bezos185,8 Milliarden USD
Elon Musk152,3 Milliarden USD
Bill Gates126,7 Milliarden USD
Mark Zuckerberg122,0 Milliarden USD
Rupert Murdoch22,5 Milliarden USD

Das US-Finanzministerium kündigte derweil eine Untersuchung zu den Enthüllungen an. „Die ungenehmigte Offenlegung vertraulicher Regierungsinformationen ist illegal“, sagte eine Ministeriumssprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Die Angelegenheit sei sowohl an den Generalinspekteur des Finanzministeriums als auch an das FBI und den Bundesanwalt in Washington weitergeleitet worden.

Die Enthüllungen der Daten kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Das Thema Vermögensungleichheit ist zu einem der bestimmenden Themen in den USA geworden. US-Präsident Joe Biden und der US-Kongress haben sich zum Ziel gemacht, Steuererhöhungen für Menschen mit hohem Einkommen durchzusetzen. Der Widerstand gegen diese Pläne ist allerdings groß. (skr mit afp)

Rubriklistenbild: © Andrej Sokolow

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