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Abhängig wie von Putins Gas: Bei E-Autos ist Deutschland auf China angewiesen

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Von: Moritz Serif

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Seit zehn Jahren lenkt Staats- und Parteichef Xi Jinping die Geschicke Chinas.
Seit zehn Jahren lenkt Staats- und Parteichef Xi Jinping die Geschicke Chinas. © Li Xueren/Imago

China ist in vielerlei Hinsicht Marktführer bei der Produktion von Batterien, die für Elektroautos benötigt werden. Die USA vollziehen einen Kurswechsel.

Berlin - Die Abhängigkeit von Russlands Gas hat Deutschland unter anderem eine Energiekrise beschert. Noch sitzt Wladimir Putin, Kreml-Präsident, bei der Versorgung mit dem Rohstoff buchstäblich am längeren Hebel. So kürzte der Kreml erneut die Lieferungen nach Deutschland – bei der Pipeline Nord Stream 1 stehen aktuell Wartungsarbeiten an.

Elektroautos sollen im Verkehr den Verbrenner ablösen und einiges zur Energiewende beitragen, doch die Fahrzeuge benötigen Batterien. Ausgerechnet China, das Land, das gerade Taiwans Autonomie infrage stellt, ist hier Marktführer – in mehrfacher Hinsicht. Bei der Anode, welche einigen Leserinnen und Lesern vermutlich noch aus dem Chemie- oder Physikunterricht bekannt sein dürfte, hat das Land der Mitte laut Zeit nahezu eine Monopolstellung inne.

Elektroautos: Deutschland abhängig von Chinas Batterien

Lithium, ebenfalls unerlässlich für eine Batterie, wird zwar in Australien hergestellt, dessen Verarbeitung findet allerdings in China statt. CATL und BYD, größter und drittgrößter Batteriezellhersteller der Welt, haben ihren Sitz im Land der Mitte. Und auch bei der Herstellung von Silizium ist China vorne. Der Stoff ist nötig, um Elektroautos mit erneuerbaren Energien zu betreiben. All das zeigt: Gibt es Spannungen mit China oder gar einen Wirtschaftskrieg, droht der Stillstand in deutschen Fabriken.

Die USA sind bereits einen Schritt weiter als die Bundesrepublik und wollen sich aus der Abhängigkeit mit der Volksrepublik lösen, denn auch Handys und Rüstungsgüter entstehen in China. Man wolle verhindern, dass die Volksrepublik die „übermäßige Abhängigkeit“ der USA aus strategischen Gründen ausnutze und Lieferungen einstelle, sagte US-Finanzministerin Janet Yellen der Nachrichtenagentur Reuters.

USA lösen sich von China – auch bei Elektroautos

Man habe Sorgen davor, dass „geopolitische Rivalen in der Lage sind, uns zu manipulieren und unsere Sicherheit zu gefährden“, sagte sie. Gleichzeitig werbe man um Deeskalation. „Ich möchte nicht den Eindruck einer reinen Eskalation der Feindseligkeiten mit China vermitteln“, ergänzte Yellen. „Die USA bauen eine eigene Versorgungskette auf. Das ist klug“, sagt Matthias Wachter, Abteilungsleiter beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) der Zeit. (mse)

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