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Panne im russischen Staats-TV: „Putins Stimme“ wütet bei Selenskyj-Bildern – „Schaltet dieses Video ab“

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Von: Tobias Utz

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„Putins Stimme“ schimpft live im Fernsehen, als seine Produzenten Selenskyj-Bilder senden. Nicht sein erster Auftritt dieser Art.

Moskau – Im russischen Staatsfernsehen hat sich abermals eine Panne ereignet: Im Zuge der Berichterstattung über die Reise des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die USA sorgte dafür Wladimir Solowjow, Chefpropagandist des Kreml und als „Putins Stimme bekannt“.

Ukraine-Krieg
Wladimir Solovjow, fotografiert im Juni 2022 in St. Petersburg. (Archivfoto) © Pavel Bednyakov / Imago Images

Die Rede ist von Solowjows Auftritt in seiner Sendung „Full Contract“ am Donnerstagmorgen (22. Dezember). Während der zugeschaltete Gast Dimitri Simes, Chef des Thinktanks „Center for the National Interest“, über den Staatsbesuch sprach, flimmerten Bilder von Selenskyj auf mehreren Monitoren. Unter anderem war er zu sehen, wie ihn Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, in Empfang nahm. Auch Kamala Harris, Vizepräsidentin der USA, war zu sehen, wie sie gemeinsam mit Selenskyj eine Ukraine-Flagge in die Höhe reckte.

„Putins Stimme“ verbreitet Hetze und krude Theorien

Diese Aufnahmen brachten „Putins Stimme“ offenbar so in Rage, dass er während Simes Moderation zu seinem Smartphone griff – und „wütend simste“, wie es das Nachrichtenportal Daily Beast beschrieb. Wie Solowjow später selbst in der Sendung enthüllte, schrieb er dem Produzenten der Sendung. Da die Bilder nicht gestoppt wurden, unterbrach er schließlich den Moderator. „Verzeihen Sie mir, Dimitri. Leute, schaltet dieses Video ab, wenn ihr nicht lesen könnt, was man euch da schreibt“, rief er ins Studio.

Dabei handelt es sich um ein weiteres Beispiel an Eklats im russischen Staatsfernsehen seinerseits. Solowjow warnte erst kürzlich in einer Sendung vor russischen Invasionen in den USA und Deutschland. Dies begründete er unter anderem mit seinem Besuch an der Front im Ukraine-Krieg und Gesprächen mit Soldaten, die wütend seien. Doch es blieb nicht nur bei außenpolitischen Warnungen und Forderungen. Solowjow sorgte auch als innenpolitisches Sprachrohr für Furore: Unter anderem kündigte er an, dass sich die russische Armee in einem „Heiligen Krieg“ befinde. Falls man diesen gewinne, werde der Westen „zu Asche zerfallen“. Falls Russland allerdings verliere, drohe das Ende der Welt. (tu)

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