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Ein Artillerieortungsradar COBRA (Counter Battery Radar).

Bundeswehr

Einsatz in Afghanistan kostet Milliarden

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Das Engagement der Bundeswehr und Hilfen aus verschiedenen Ministerien kosten Deutschland von 2001 bis jetzt rund 16,4 Milliarden Euro.

Das deutsche Engagement in Afghanistan inklusive des Bundeswehreinsatzes hat seit 2001 rund 16,4 Milliarden Euro gekostet. Im Jahr 2018 beliefen sich die einschlägigen Ausgaben aus den Etats von Verteidigungsministerium, Auswärtigem Amt, Entwicklungs- und Innenressort auf 770 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Nach Regierungsangaben hat allein der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch bislang 11,9 Milliarden Euro gekostet. Die Ausgaben des Auswärtigen Amtes in Afghanistan seit 2001 belaufen sich auf gut zwei Milliarden Euro, beim Entwicklungsministerium waren es 2,3 Milliarden Euro. Das Bundesinnenministerium investierte in Afghanistan 61 Millionen Euro, aus dem Etat des Agrarministeriums flossen 33 Millionen Euro nach Afghanistan, aus dem der Kulturstaatsministerin 34 Millionen Euro. Zu den Ausgaben der Geheimdienste – insbesondere des Bundesnachrichtendienstes – für Einsätze in dem umkämpften Land macht die Bundesregierung öffentlich keine Angaben.

Ende März hatte der Bundestag mehrheitlich dafür gestimmt, die Bundeswehr für ein weiteres Jahr im Rahmen der Nato-geführten Mission „Resolute Support“ in Afghanistan einzusetzen, vorrangig zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Union und SPD hatte für die Verlängerung des Einsatzes mit dem Argument geworben, erreichte Fortschritte in Afghanistan dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden. Deutschland müsse ein verlässlicher Partner in der Sicherheitspolitik bleiben.

Auch mehr als 17 Jahre nach Beginn des internationalen Engagements in Afghanistan bleibt die Zahl gefolterter oder misshandelter Häftlinge insgesamt hoch – obwohl es laut einer Studie der Vereinten Nationen zuletzt einen leichten Rückgang gegeben hatte. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, gab rund ein Drittel (32 Prozent) der für die Studie Befragten an, sie seien nach ihrer Festnahme oder in Gefängnissen der afghanischen Sicherheitskräfte misshandelt oder gefoltert worden. Auch Minderjährige seien unter den Opfern, teilte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) mit. Die am häufigsten gemeldete Form seien Schläge. Für Studie wurden 618 Häftlinge in 77 Einrichtungen befragt, die in den Jahren 2017 und 2018 im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Extremisten festgenommen worden waren.

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