Alltag in Missouri
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Seit dem Start der Corona-Warn-App klagen Nutzerinnen und Nutzer über falsche Anzeigen oder Fehlermeldungen.

Corona-App

Einige Schwachstellen bleiben

  • vonMax Hempel
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Millionen Menschen nutzen die Corona-Warn-App. Doch teilweise hakt es noch. Eine Übersicht.

Vor einem Monat stand die Corona-Warn-App des Bundes erstmals zum Herunterladen bereit. Inzwischen zählt das Robert-Koch-Institut fast 16 Millionen Downloads des Programms, das im Ernstfall der Unterbrechung von Infektionsketten dienen soll. Hört man sich bei Gesundheits- und Digitalpolitikern um, fällt das Echo bislang überwiegend positiv aus. Eine Bilanz nach gut vier Wochen zeigt aber auch, dass die App noch immer einige Mängel aufweist.

Problem: Das Handy muss recht neu sein

Die App läuft auf Apple-Geräten nur bei Vorhandensein des Betriebssystems iOS 13.5. Dieses aber ist auf älteren iPhones der Generationen 5, 5s oder 6 nicht verfügbar. Auch bei Android sind nicht alle Smartphones kompatibel. Sie benötigen mindestens Android 6, außerdem müssen die Google Play Services laufen. Diese Anforderungen schließen ausgerechnet viele jener Menschen aus, die zur Risikogruppe zählen: ältere Bürgerinnen und Bürger, die über kein nagelneues Gerät verfügen.

Problem: Fehlermeldungen

Seit dem Start der App klagen Nutzerinnen und Nutzer über falsche Anzeigen oder Fehlermeldungen. Ein weit verbreiteter Fehler ist etwa die Zählfunktion. Mancher Nutzer bekam etwa angezeigt, dass die Risikoermittlung an „15 von 14“ Tagen aktiv sei. Die Kontaktermittlung sei dennoch weiterhin voll funktionstüchtig, heißt es vonseiten der Entwickler. Ein Update der App soll das Problem beheben. Ein weiteres Softwareproblem ist bei Apple-Nutzern die Meldung „Region möglicherweise nicht unterstützt“. Probleme mit der Funktionalität drohten dabei nicht, betonen die Entwickler. Nutzer können die Meldung einfach mit „OK“ wegdrücken. Das Problem „Risikoermittlung nicht möglich: Ihre Risikoermittlung konnte seit mehr als 24 Stunden nicht mehr aktualisiert werden“ kann der Nutzer selbst beheben, indem er oder sie die Einstellungen des Smartphones so anpasst, dass die Hintergrundaktualisierung per WLAN und mobiler Daten für die App zugelassen ist.

Problem: Mindestalter

Im App-Store ist ein Download erst ab 17 Jahren möglich. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen hat damit rein rechtlich gesehen keinen Zugang zur App. Es gebe keinen vernünftigen Grund dafür, die Corona-Warn-App erst ab 17 Jahren freizugeben, sagt Digitalpolitiker Manuel Höferlin (FDP) – während das Mindestalter für die Registrierung bei Instagram bei 13 Jahren liegt.

Problem: Nationale Grenzen

Das Coronavirus kennt bekanntlich keine Grenzen – die Corona-Warn-App aber schon. Es fehlt an einer grenzübergreifenden Lösung – was jetzt, zur Reisezeit im Sommer, ein Problem ist. „Es muss jetzt endlich auch die lange angekündigte Kompatibilität mit anderen europäischen Tracing-Apps hergestellt werden“, fordert Höferlin. Einige Staaten haben allerdings gar keine App entwickelt. Andere, wie etwa Frankreich, legten Varianten vor, die gefloppt sind. Zudem setzen nicht alle Länder auf die in Deutschland praktizierte dezentrale Speicherung der Nutzerdaten.

Problem: Sprachbarrieren

Die App ist in Deutsch und Englisch gestartet. Ein Problem für Menschen, die sich in Deutschland aufhalten, aber diese Sprachen nicht beherrschen. Die Bundesregierung und die Programmierer arbeiten dran: Die App soll ab Freitag auch auf Türkisch bereitstehen. Im August soll Arabisch dazukommen, geplant sind auch Versionen in Bulgarisch, Rumänisch, Polnisch und Russisch.

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