Kommentar: IRAK

Eine Frage der Anerkennung

Hilla, Falludscha, Bagdad - die Reihe der Tatorte in Irak, die Terroristen für ihre Anschläge auswählen, lässt sich seit Monaten in Abständen von etwa zwei

Von MATTHIAS ARNING

Hilla, Falludscha, Bagdad - die Reihe der Tatorte in Irak, die Terroristen für ihre Anschläge auswählen, lässt sich seit Monaten in Abständen von etwa zwei Tagen fortschreiben. Das führt jenseits der Grenzen dieses fragilen Gebildes, von dem man als Staat überhaupt noch nicht sprechen mag, zu Zweifeln: Offensichtlich ist es Interimspräsident Allawi bislang nicht gelungen, Anerkennung in seinem Land zu finden.

Dabei steht er unter Zeitdruck. Schließlich soll von der nationalen, für kommenden Samstag einberufenen Konferenz ein weit in die irakische Gesellschaft wirkendes Signal ausgehen. Bei der Zusammenkunft geht es nicht allein darum, ein öffentliches Korrektiv für die Übergangsregierung zu schaffen und dabei alle relevanten Gruppen zu berücksichtigen. Das Land braucht vielmehr die Macht des Gefühls, dass es sich lohnen könnte, das demokratische Projekt zu wagen.

In einer Umgebung, in der es für den Irak künftig weniger Rivalitäten geben dürfte. Deswegen steuerte Allawi zum Auftakt seiner Reise durch die arabischen Staaten Damaskus an, um den jungen, selbst mit Widerständen kämpfenden Assad zu treffen. Allawi machte dort wie auch im Zusammenhang mit Bagdads künftiger Iran-Politik deutlich, dass es in seinem Land keine Präsenz Israels geben werde. Auf wirtschaftlicher Ebene scheint einer Kooperation mit Syrien nichts im Wege zu stehen. Von der politischen kann man das noch nicht behaupten. Assad dürfte von seiner Rolle als Protagonist des arabischen Widerstands gegen die Irak-Invasion erst nach allgemeinen Wahlen Abstand nehmen.

Allawi fand Entgegenkommen, wenn auch noch keine Anerkennung. Kairo versprach, irakische Sicherheitstruppen auszubilden. Prompt verschleppten Terroristen in Bagdad einen ägyptischen Diplomaten, sofort versicherte Kairo, nie davon gesprochen zu haben, selbst Truppen nach Irak zu schicken. Gäbe es Vertrauen in Allawi, würde man sich vom Terror nicht beeindrucken lassen.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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