Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Diese Kandidaten stehen nicht mehr zur Verfügung.
+
Diese Kandidaten stehen nicht mehr zur Verfügung.

Die Linke

Eine eigene Frau

Konkurrenz für Köhler und Schwan: Die Linkspartei will eine Kandidatin ins Rennen um das Amt des Bundespräidenten schicken.

Von JÖRG SCHINDLER

Berlin. Die Linkspartei plant offenbar, eine eigene Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ins Rennen zu schicken. "Ja, es werden Gespräche geführt", sagte die Vize-Parteivorsitzende Katja Kipping der FR. In der Linken herrsche inzwischen mehrheitlich die Ansicht, "dass wir nicht die Westentaschenreserve der SPD sind". Geht es nach Kipping, sollte die Partei auf jeden Fall eine Frau nominieren.

Die Neigung der Linken, am 23. Mai 2009 die SPD-Kandidatin Gesine Schwan zu unterstützen, hatte in den vergangenen Wochen rapide abgenommen. Anlass war nicht zuletzt ein Interview Schwans, in dem sie Oskar Lafontaine als Demagogen beschimpfte und dessen "Gruppierung" vorwarf, "keine Antworten auf die Fragen des 21. Jahrhunderts" zu haben. Linkenchef Lafontaine reagierte darauf mit demonstrativem Lob für die Vorzüge von Präsident Horst Köhler - er sehe "keine Gründe", die für Schwan sprächen.

Festlegung erst im Herbst

Linksfraktionschef Gregor Gysi mahnte, eine Unterstützung Schwans bedeutete für die Linke einen Verzicht darauf, bis zum Mai eigene politische Positionen werbewirksam unters Volk zu bringen. Zudem würde die Partei dadurch den Eindruck erwecken, dass womöglich schon 2009 eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit auf Bundesebene möglich sei. Das aber, so Gysi, könne man "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen".

Offiziell will sich die Linke erst nach der Bayernwahl im Herbst festlegen, wenn klar ist, ob es in der Bundesversammlung überhaupt eine rechnerische Mehrheit gegen Köhler geben wird. Andernfalls würde man "sinnlos Menschen verheizen", sagte Parteivize Halina Wawzyniak der FR. Es gebe daher "keinen Grund, von dieser Position abzuweichen". Tatsächlich sondiert die Parteispitze aber schon jetzt, welche Kandidaten in Frage kämen. Zum Ärger der Parteiführung waren in den vergangenen Wochen die Namen der beiden Schriftstellerinnen Christa Wolf und Daniela Dahn an die Öffentlichkeit gesickert. Bei beiden entschuldigte sich Gysi ausdrücklich für die voreilige Meldung.

Weder Wolf noch Dahn

Intern ist noch umstritten, wer als Linken-Kandidatin in Frage käme. Kipping plädiert für eine Persönlichkeit, die einem sozialen Projekt vorsteht. Diese könnte die Aufmerksamkeit auf politisch vernachlässigte Themen lenken, "etwa die schlimme Situation von Erwerbstätigen oder die antifaschistische Aufklärungsarbeit". Lafontaine und Gysi halten dagegen eher Ausschau nach einer prominenten Person. Dass es Wolf oder Dahn werden, gilt als eher unwahrscheinlich.

Bei der Wahl im Mai wird die Linke dann voraussichtlich in den ersten beiden Wahlgängen ihre eigene Kandidatin unterstützten, um diese dann vor dem entscheidenden Wahlgang zurückzuziehen. Dass Gesine Schwan so doch noch eine rechnerische Mehrheit bekommen könnte, ist nicht ausgemacht. Schon vor vier Jahren hatten trotz interner Absprache nicht alle Linken in der Bundesversammlung für Schwan gestimmt. So wird es wohl auch diesmal sein. Sahra Wagenknecht, Sprecherin der Kommunistischen Plattform, sagte dem Magazin Spiegel: "Ich sehe keine Argumente, die für ihre Wahl sprechen."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare