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Die SPD muss „mit breiter Mitgliederbeteiligung das komplette Personaltableau der Partei neu ordnen“, stellt Natascha Kohnen fest.

SPD

„Eine Doppelspitze wäre attraktiv“

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Wie geht es weiter mit der SPD? Bayerns Landesvorsitzende Natascha Kohnen schlägt ein Mitgliedervotum vor.

Frau Kohnen, wünschen Sie sich ein Ende der großen Koalition?
Die Europawahl hat klar gezeigt, dass die große Koalition keine Mehrheit mehr in der Bevölkerung hat. Wir müssen als SPD endlich mit aller Klarheit eine Profilierung hinbekommen, dürfen nicht mehr in Kompromissen verschwimmen. Dazu gehört, dass wir jetzt eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung durchsetzen. Parallel dazu müssen wir mit breiter Mitgliederbeteiligung das komplette Personaltableau der Partei neu ordnen.

Eine Urwahl über den Parteichef?
Die Struktur des Parteivorstands insgesamt muss sich ändern. Der Vorstand muss wesentlich kleiner und viel wendiger werden. Die Idee einer Doppelspitze finde ich außerordentlich attraktiv. Und mit einem Mitgliedervotum, das über die Parteispitze entscheidet, haben wir in Bayern sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das dauert.
Wir haben in Bayern insgesamt nur drei Monate dafür gebraucht.

Natascha Kohnen kam per Urwahl ins Amt als Bayerns SPD-Vorsitzende.

Wäre Kevin Kühnert jemand, den Sie in der Doppelspitze sehen wollen?
Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass es keine gute Idee ist, sich immer nur mit Namen zu beschäftigen. Wir haben viele gute Leute. Ich halte Kevin Kühnert für kompetent und talentiert. Bei der SPD hat der Generationenabriss schon bei unter 60-Jährigen begonnen. Umso wichtiger ist, dass wir eine starke Verjüngung der Parteispitze hinbekommen. Ich bin gespannt, welche weiteren Vorschläge von unserer Basis kommen.

In den Medien war zu lesen, bayerische SPDler seien für Thilo Sarrazin ...
Nein, das halte ich für undenkbar. Grotesk.

Ist das Linksbündnis eine richtige und wichtige Machtoption im Bund?
Ein linkes, progressives Bündnis für Deutschland kann viele Projekte durchbringen – zum Beispiel die Vermögensteuer, die für echte Steuergerechtigkeit sehr wichtig wäre. Ich glaube, man könnte so ein Bündnis seriös auf konkreten Projektvereinbarungen aufbauen.

Spricht da Natascha Kohnen privat – oder Bayerns SPD-Landesvorsitzende?
Beides.

Interview: C. Deutschländer

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