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Ein Fluch, der sich lohnt

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Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern wurde dabei erwischt, wie sie nach einer Reihe von Fragen von David Seymour, dem Vorsitzenden der rechtsliberalen Partei ACT, murmelte: „He’s such an arrogant prick“.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern wurde dabei erwischt, wie sie nach einer Reihe von Fragen von David Seymour, dem Vorsitzenden der rechtsliberalen Partei ACT, murmelte: „He’s such an arrogant prick“. © afp

Es im neuseeländischen Parlament zu einem peinlichen Fauxpas: Premierministerin wurde dabei erwischt, wie sie den Chef einer Oppositionspartei als „arroganten Arsch“ bezeichnete.

Dass man in der Politik bei noch eingeschalteten Mikrofonen Vorsicht walten lassen muss, das haben schon etliche hochrangige Persönlichkeiten schmerzhaft zu spüren bekommen. Beispielsweise hat kaum jemand Geringeres als US-Präsident Joe Biden einer Emotion freien Lauf gelassen und sich damit böse in die Nesseln gesetzt. Politik soll perfekt sein, weshalb sie manchmal peinlich wird.

Neuseeland: Entschuldigung verlangt

Diesem „Klub“ ist nun auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern während einer Parlamentsdebatte beigetreten: Die ansonsten rhetorisch makellose Ardern wurde vergangene Woche dabei erwischt, wie sie nach einer Reihe von Fragen von David Seymour, dem Vorsitzenden der rechtsliberalen Partei ACT, murmelte: „He’s such an arrogant prick.“ Ins Deutsche übertragen: „Er ist so ein arroganter Arsch.“ Wortwörtlich übersetzt heißt „prick“ aber „Pimmel“.

Da ihr Mikrofon zu dem Zeitpunkt noch eingeschaltet war, war der Kommentar deutlich zu hören. Seymour forderte eine formelle Entschuldigung, und die Bemerkung wurde im offiziellen parlamentarischen Protokoll mitaufgenommen. Ardern, die die Kammer zu dem Zeitpunkt schon verlassen hatte, entschuldigte sich später per Textnachricht bei dem Oppositionspolitiker. Im Parlament scherzte sie im Anschluss, sie stehe – wie immer – zu allen ihren Äußerungen – inklusive „Beleidigungen und Entschuldigungen“.

Die Aufnahme verbreitete sich rasant im Internet und löste vorweihnachtliche Heiterkeit aus. Ardern und Seymour, die sich inhaltlich keineswegs einig sind, taten sich daraufhin zusammen: Sie signierten eine Kopie des parlamentarischen Protokolls und versteigerten diese in einer Online-Auktion. Ein guter Zweck für das eingespielte Geld war ebenfalls schnell gefunden: Sämtliche Mittel würden an die Prostatakrebsforschung gehen, hieß es. Und weiter: „Für Arschlöcher überall.“

Die Gebote kletterten rasch in die Höhe. Innerhalb kürzester Zeit kamen 50 000 Neuseeländische Dollar zusammen und bis Donnerstag – zum Abschluss der Auktion – stand die Messlatte gar bei mehr als 100 000 Neuseeländischen Dollar. Umgerechnet sind das fast 60 000 Euro.

Ardern kommentierte die Summe auf Facebook mit den Worten: „Ich kann nicht sagen, dass ich damit gerechnet habe.“ Ein Fauxpas „mit dem alten Mikrofon im Parlament“ habe sich in 100 100 Dollar für die Prostate Cancer Foundation verwandelt. „Mein Dank geht an David, dass er kein Spielverderber ist.“ Dann wünschte sie allen noch frohe Weihnachten.

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