Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Arzt in Wemding soll ein bekannter Corona-Leugner sein.
+
Der Arzt in Wemding soll ein bekannter Corona-Leugner sein.

Corona-Virus

Ein Arzt unter Verdacht

  • VonPatrick Guyton
    schließen

Ein Mediziner in Bayern soll falsche Impfnachweise ausgestellt haben – und Menschen, die sich wirklich gegen das Virus impfen lassen wollten, unwirksame Substanzen verabreicht haben.

Die Praxis ist aus gesundheitlichen Gründen geschlossen“, steht auf einem Schild an einem Haus im bayerisch-schwäbischen Wemding. Das stimmt nicht – die Arztpraxis wurde von der Stadt Knall auf Fall dichtgemacht.

Wegen eines „erheblichen Gefährdungspotenzials“, wie es Stefan Rößle (CSU), Landrat des Kreises Donau-Ries, in einer schnell einberufenen Pressekonferenz sagt. Und dass die Praxis des Arztes mit Doktortitel jemals wieder öffnen wird, scheint nach jetzigem Kenntnisstand unwahrscheinlich.

Statt Anti-Covid-Vakzine gab es eine wirkungslose Substanz

Ein ungeheuerlicher Verdacht steht im Raum in dem Städtchen mit knapp 6000 Einwohnern, etwas über 60 Kilometer nördlich von Augsburg gelegen: Der Arzt soll in mehreren hundert Fällen zum einen Menschen die Bescheinigung für die Corona-Impfung ausgestellt haben, ohne dass er sie geimpft hat. Und er soll zum anderen Impfwilligen „guten Glaubens“, wie sie der Landrat bezeichnet, eine wohl wirkungslose Substanz statt des Schutzes gespritzt haben. „Ein Fall, der uns alle erschüttert und extrem herausfordert“, so Rößle.

Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft konkrete Hinweise auf den Mann mit den vorgetäuschten Impfungen erhalten haben, ging es Ende vergangener Woche sehr schnell: Es gab Durchsuchungen der Praxis und des Privatwohnsitzes, offenbar wurden die Ermittler fündig.

Behörde ruft „Geimpfte“ zum Antikörper-Test auf

Am Freitagnachmittag warnte das Landratsamt per Mitteilung die Bevölkerung: In der Praxis sei es zu „Unregelmäßigkeiten im Rahmen von Impfung gegen das Covid-19-Virus“ gekommen. Wer vermeintlich geimpft wurde, benötige einen Antikörper-Test, um Klarheit zu erhalten. Und der bisherige Nachweis durch den Arzt gelte nicht.

Zudem ging die Behörde einen äußerst ungewöhnlichen Schritt: Sie nannte den Namen des Arztes, Dr. med. Gerhard Holst. Die Gefahr, dass Ungeimpfte sich als geimpft wähnen, sei dabei höher einzustufen gewesen, so meint es der Landrat, als der Persönlichkeitsschutz des Arztes. Man wollte, man musste die Menschen offenkundig informieren.

Michael Lechner, Leiter der Kriminalpolizei Dillingen, erzählt es so: Betroffene, die sich hatten impfen lassen, wurden misstrauisch. Sie machten einen Antikörpertest mit dem Ergebnis, dass sie keine Corona-Schutzimpfung erhalten hatten.

Als „Corona-Leugner“ bekannt

Warum tat der Arzt das? Äußert er sich? Gibt es Verbindungen und Machenschaften von Impfgegnern und Ärzten? Fragen, die momentan nicht beantwortet werden oder nicht beantwortet werden können. „Dazu gibt es derzeit keine Angaben“, lautet der am häufigsten verwendete Satz von Andreas Dobler auf der Pressekonferenz. Er ist in Augsburg Staatsanwalt.

Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet von den Aussagen Wemdinger Bürger, dass die langen Schlangen vor der Praxis und die vielen Autos mit Kennzeichen aus Bayern und ganz Deutschland schon sehr ungewöhnlich gewesen seien. Und dass der Arzt Impfwilligen beim Spritzen gesagt habe, dass sie durch die Impfung sterben könnten. Die Landesärztekammer wird von Medien mit der Aussage zitiert, Dr. Holst sei als „Corona-Leugner“ bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare