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Geschichte der Motorradclubs

"Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit"

Die ersten Motorradclubs entstanden in den USA zu Beginn der 30er Jahre. Seit 1999 häufen sich in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Ostdeutschland - dort vor allem in Berlin - die Scharmützel zwischen Hells Angels und Bandidos.

Die ersten Motorradclubs (MC) entstanden in den USA zu Beginn der 30er Jahre. Verantwortlich für etliche Neugründungen zeichneten ehemalige Soldaten, die Probleme mit der Wiedereingliederung hatten und sich nach straff geführten Kameradschaften zurück sehnten. Entsprechend sind bis heute die meisten MC beinahe militärisch strukturiert.

Eine der größten Rocker-Vereinigungen, der Hells Angels Motorcycle Club, wurden 1948 im kalifornischen Fontana gegründet. Als Symbol wählten sie einen Totenkopf mit Flügeln ("Deathhead"), als Farben Rot und Weiß. Die Bandidos entstanden 1966 in Houston/Texas. Ihr Symbol ist ein Pistolero mit Sombrero und Machete, die Farben Rot und Gold sind angelehnt an die Insignien der US Marines.

Das erste Hells-Angels-Chapter hierzulande entstand im März 1973 in Hamburg. Nachdem einzelne Mitglieder mit zum Teil brutalen Methoden die dortige Rotlichtszene aufgemischt hatten, wurde der Club 1983 nach dem Vereinsrecht verboten. Andere Clubs, wie etwa das Stuttgarter Chapter, zeigten sich in der Öffentlichkeit betont friedlich, indem sie beispielsweise Kunstprojekte organisierten. 1999 trat überraschend der bis dahin größte deutsche MC, Bones, zu den Angels über. Als Reaktion darauf gründeten mehrere andere Clubs, darunter Ghostriders MC, die erste Bandido-Niederlassung in Deutschland. Mehrere Bandido-Chapter werden heute von den Verfassungsschutzämtern beobachtet.

Hells Angels und Bandidos hatten sich in den 90er Jahren bereits in Skandinavien einen brutalen Konkurrenzkampf um den Drogen-, Waffen- und Menschenhandel in der Region geliefert. Teilweise gingen die verfeindeten Gruppen mit Granatwerfern und Maschinenpistolen aufeinander los. 1996 wurde der Vizepräsident der Bandidos in Helsinki ermordet. Die Auseinandersetzungen sind abgeflaut, halten aber bis heute an.

Seit 1999 häufen sich in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Ostdeutschland - dort vor allem in Berlin - die Scharmützel zwischen Hells Angels und Bandidos. Letztere expandierten zuletzt enorm. Am 23. Mai 2007 wurde im münsterländischen Ibbenbüren der Hells Angel Robert König erschossen. Im Juni 2008 verurteilte das Landgericht Münster zwei Bandidos wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft.

Eine Vielzahl anderer Prozesse verlief dagegen in den vergangenen zehn Jahren im Sand, vor allem, weil Täter, Opfer und Zeugen die Aussage verweigerten. Erfolglos verliefen auch mehrere Versuche der Behörden, einzelne MC wegen der Bildung krimineller Vereinigungen zu belangen. Zweifelsfreie Nachweise gelangen nicht.Bandidos und Hells Angels weisen jeden Verdacht, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein, von sich. Die Mitglieder seien Menschen mit Liebe zum Motorradfahren und zum großen Teil "ganz normale Angestellte". Das Motto der Hells Angels lautet: "Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit." (FR)

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