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Jubel in Bern: Die Schweiz votiert für die „Ehe für alle“.
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Jubel in Bern: Die Schweiz votiert für die „Ehe für alle“.

Ehe für alle

Ehe für alle: Ja, die Schweiz will

  • Jakob Maurer
    VonJakob Maurer
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Klares Votum für die „Ehe für alle“ in Volksabstimmung in der Schweiz. Die Initiative zu stärkerer Kapitalbesteuerung scheitert in einer separaten Abstimmung.

Jubel erklingt, Applaus brandet auf, Umarmungen machen bei einer Wahlparty unter bunten Luftballons am Sonntagnachmittag in Bern die Runde. Auch die Schweiz hat am Sonntag gewählt und sich laut ersten Ergebnissen vom Sonntag mit einer klaren Mehrheit für die „Ehe für alle“ ausgesprochen.

Nach Auszählung der Stimmen aus allen 26 Kantonen waren 64,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Zulassung der Eheschließung von lesbischen und schwulen Paaren, 35,9 Prozent stimmten dagegen. In allen Kantonen gab es eine Mehrheit für die „Ehe für alle“. Die Schweiz stellt damit als eines der Schlusslichter in Westeuropa die gleichgeschlechtliche Ehe mit der zwischen Mann und Frau gleich.

Meinungsforscher Lukas Golder von der „Gesellschaft für Sozialforschung“ sagte im Schweizer Fernsehen, ersten Zahlen zufolge gebe es „keine Spaltung zwischen Stadt und Land. Es zeichnet sich eine einhellige Beurteilung zwischen West- und Deutschschweiz ab und das ist ein klares Verdikt für die ‚Ehe für alle‘.“ Die „Neue Zürcher Zeitung“ kommentierte: „Das klare Votum auch vom Land ist ein wichtiges Zeichen für schwule und lesbische Menschen in der Schweiz.“

Die Gesetzesänderung war schon Ende 2020 beschlossen, aber wegen der Abstimmung auf Eis gelegt worden. Mitglieder mehrerer Parteien, vor allem aus dem rechtskonservativen Spektrum, hatten mit dem Referendum versucht, dies zu verhindern. Wann die Änderung in Kraft tritt, muss die Regierung noch festlegen.

Matthias Erhardt vom Komitee „Ehe für alle“ sagte: „Es ist ein großer Erfolg, es ist ein großer Moment heute, eine persönliche Erleichterung für mich. Dies ist wirklich der krönende Abschluss eines 40-jährigen Kampfes.“ Seine Mitstreiterin Maria von Känel bedankte sich bei der Schweiz „für ein klares Signal: Ja, wir sind alle gleich, wir haben die gleichen Rechte.“

Mit der Gesetzesvorlage möchte die Schweiz auch das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare öffnen und lesbischen Paaren die Samenspende ermöglichen. Beides ist bislang verboten. Insbesondere über die Samenspende und die damit einhergehende rechtliche Anerkennung beider Frauen als Mütter war vor der Abstimmung in der Schweiz viel diskutiert worden.

Gegner:innen erklärten, dies bedeute „den Tod des Vaters“. Die Regierung und das Parlament hatten bei den Wählerinnen und Wählern für Zustimmung für das Gesetz geworben, um die „Ungleichbehandlung“ von heterosexuellen und homosexuellen Paaren abzuschaffen.

Seit 1942 wird Homosexualität in der Schweiz nicht mehr bestraft. Allerdings führten zahlreiche regionale Polizeistellen teils noch bis in die 90er Jahre sogenannte „Schwulenregister“.

Anfang 2020 wurde Homophobie in der Schweiz unter Strafe gestellt, das Schweizer Parlament fasste dann nach jahrelanger Debatte auch einen Beschluss zugunsten der Ehe von Homosexuellen in dem 8,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Land.

Bislang war für gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Pro Jahr wurden etwa 700 solcher Partnerschaften geschlossen. Die gleichen Rechte wie eine Ehe bot eine solche Lebensgemeinschaft aber nicht.

Abgestimmt wurde am Sonntag auch über eine Initiative der „Jungsozialist:innen“, die die Reichsten im Land bei der Kapitalbesteuerung stärker zur Kasse bitten wollten. Bei der Abstimmung zur „99-Prozent-Initiative“ gab es nach Auszählung der Stimmen aus allen 26 Kantonen 64,9 Prozent Nein-Stimmen. (mit dpa/afp)

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