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Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber John Edwards steigt aus dem Rennen um das Weiße Haus aus.

US-Präsidentenwahlkampf

Edwards gibt auf

Der demokratische Bewerber John Edwards zieht sich aus dem Kampf um die US-Präsidentschaft zurück. Er hatte zuletzt an dritter Stelle hinter Hillary Clinton und Barack Obama gelegen. Die Reihen lichten sich.

Denver/Washington/Miami (ap/rtr) - Der demokratische US-Politiker John Edwards hat am Mittwoch das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei aufgegeben. "Es ist Zeit für mich, zur Seite zu treten", sagte er in New Orleans.

Wenige Tage vor dem "Super Tuesday" haben sich die Reihen unter den Kandidaten für die US-Präsidentenwahl deutlich gelichtet. Nach dem Sieg von John McCain bei der Vorwahl in Florida läuft es bei den Republikanern nun auf ein Duell zwischen dem Senator aus Arizona und Mitt Romney hinaus.

Erwartet wurde der Ausstieg von New Yorks ehemaligem Bürgermeister Rudy Giuliani. Bei den Demokraten kündigte der ehemalige Senator John Edwards an, aus dem Rennen auszusteigen. Damit haben faktisch nur noch Hillary Clinton und Barack Obama bei dem Demokraten Aussicht auf die Kandidatur.

Am kommenden Dienstag werden in mehr als 20 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten, darunter in Staaten mit großen Bevölkerungen wie New York und Kalifornien. Dabei könnte eine Vorentscheidung über die Kandidaten für die Nachfolge von George W. Bush fallen.

"Mac ist zurück", jubelten die Wähler des Vietnam-Veteranen McCain, der den Irak-Krieg unterstützt hat und außenpolitisch als Falke gilt. "Unser Sieg mag kein erdrutschartiges Ausmaß erreicht haben", räumte der 71-Jährige ein. "Aber er ist trotzdem süß."

McCain lag mit 36 Prozent vor dem ehemaligen Gouverneur Romney. Der Mormone lieferte dem Senator aus Arizona zwar weiterhin ein hartes Rennen, kam trotz deutlich höherer Wahlkampfausgaben nur auf 31 Prozent. Abgeschlagen auf Platz drei landete Giuliani. Seine Strategie, mit einem Sieg in Florida spät in den Wahlkampf einzusteigen, scheiterte damit.

Das Wahlkampfkomitee des Demokraten Edwards kündigte an, der 54-Jährige werde am Abend in New Orleans offiziell seinen Ausstieg bekanntgegeben. Er war 2004 als Vizepräsidentschaftskandidat an der Seite von John Kerry vergebens gegen Bush und Dick Cheney angetreten. Edwards gilt als äußerst telegen und kommt als Kandidat für eine Vizepräsidentschaft an der Seite des Siegers seiner Partei infrage.

Mit Spannung wurde erwartet, für wen sich Giuliani und Edwards jeweils aussprechen würden. Für die Republikaner ergibt sich noch am Freitag bei einer Vorwahl im kleineren Ostküstenstaat Maine dazu die Gelegenheit. Auf Seite der Demokraten gibt es keine Abstimmung mehr vor Dienstag.

Formell wählten auch die Demokraten in Florida ihren Kandidaten. Dabei setzte sich Clinton deutlich vor Obama durch. Die Demokratische Partei will wegen eines Streits um den Wahltermin die Delegierten aus Florida aber nicht anerkennen.

Die Wahl in Florida bestätigte, dass die größte Sorge der US-Bürger die ins Trudeln geratene Konjunktur ist. Rund die Hälfte der republikanischen Wähler nannte in Nachwahlbefragungen die Wirtschaftspolitik als entscheidendes Kriterium. Andere Themen sind die Einwanderungspolitik und der Irak-Krieg.

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