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Wikileaks-Gründer Julian Assange steht während einer Rede auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador in London.

Wikileaks

Ecuador will Assange Asyl entziehen

Ecuadors Präsident Lenin Moreno will nach Berichten, dass Julian Assange die Londoner Botschaft des Landes verlässt. Unklar ist, ob die USA eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers fordern wird.

Ecuador könnte laut einem Medienbericht Wikileaks-Gründer Julian Assange der Londoner Botschaft des Landes verweisen und ihn den britischen Behörden übergeben. Präsident Lenin Moreno wolle eine entsprechende Vereinbarung mit Großbritannien aushandeln und Assange das Asyl entziehen, berichtete Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald am Samstag auf der Website „The Intercept“.

Assange lebt seit gut sechs Jahren in der ecuadorianischen Botschaft. Er war dorthin geflüchtet, um einer Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die schwedische Justiz stellte ihre Ermittlungen zwar im Mai 2017 ein. Die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn beim Verlassen der Botschaft festnehmen würden, weil er durch die Flucht in die Landesvertretung das Gesetz verletzt habe.

Assange hatte stets erklärt, er befürchte am Ende eine Auslieferung in die USA, wenn er die Botschaft verlassen sollte. Washington macht ihn für die Veröffentlichung brisanter US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die Wikileaks-Plattform verantwortlich. US-Justizminister Jeff Sessions bekräftigte unlängst Vorwürfe gegen Assange. Dennoch ist unklar, ob die USA eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers fordern würden – und wie die Erfolgsaussichten in diesem Fall stünden. 

Kein Zugang zum Internet

Greenwald bezog sich bei seinem Bericht auf Kreise aus dem Umfeld des ecuadorianischen Außenministeriums und des Präsidialamtes. Der „Intercept“-Journalist war seinerzeit an der Aufarbeitung der Unterlagen des Informanten Edward Snowden beteiligt, der eine Internet-Überwachung gigantischen Ausmaßes durch den US-Geheimdienst NSA enthüllt hatte.

Zwischen Assange und den Behörden Ecuadors gab es bereits Spannungen. So verlor er den Zugang zum Internet, nachdem er die spanische Regierung im Streit mit der Provinz Katalonien kritisiert und damit gegen die Forderung seiner Gastgeber verstoßen hatte, sich mit politischen Botschaften zurückzuhalten. (dpa)

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