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Aus dem Euro könnte wieder die Mark werden, wenn auch die E-Mark.
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Aus dem Euro könnte wieder die Mark werden, wenn auch die E-Mark.

Umbenennung des Euro

„E-Mark“ sorgt für Streit

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Der Vorschlag aus dem Finanzministerium zur Umbenennung des Euro sorgt für Irritationen. Finanzminister Schäuble spielt das Strategiepapier herunter.

Mit einer „Initiative zur Rettung des deutschen Euro“ hat das Bundesfinanzministerium für Widerspruch aus der Opposition gesorgt, während Teile des Koalitionspartners SPD vorsichtige Zustimmung signalisierten. Minister Wolfgang Schäuble ließ allerdings erklären, es handele sich um einen noch unabgestimmten Referentenentwurf.

Der wichtigste Punkt in dem internen Papier, das der Frankfurter Rundschau vorliegt, ist die Umbenennung des Euro in „E-Mark“. Schäubles Beamte schreiben, damit könne „auch im Sinne geordneter Mehrheitsverhältnisse (AfD! Linke!) der verbreiteten Euroskepsis in der Bevölkerung der Wind aus den Segeln genommen werden, ohne an der von Deutschland bestimmten Europolitik irgendetwas zu ändern“.

Die Ministerialen schlagen vor, auch anderen Euro-Ländern „nationale Namensänderungen“ zu ermöglichen. Auf Arbeitsebene sei etwa der portugiesische Vorschlag („E-Scudo“) auf breite Zustimmung gestoßen, während eine Idee aus dem Umfeld der Freiheitlichen Partei Österreichs („Ostmark“) „noch intensiver Überzeugungsarbeit bedürfte, vor allem auch in den neuen deutschen Bundesländern“.

Vorteile für Premium-Staaten

Zusätzlich zur Möglichkeit nationaler Namensfindung schlägt das Papier vor, den Namen „E-Mark“ auch für andere Länder zu öffnen, wenn sie ihn gern übernehmen wollten. Vorstellbar sei für diese Länder eine „Premium-Mitgliedschaft“, die kostenlose Beratung beim Abbau teurer staatlicher Leistungen und die Gelegenheit zu Exklusivgesprächen mit Angela Merkel beinhalten könnte. Auch häufige Troika-Auftritte ließen sich sicher ermöglichen, so die Beamten.

Schäubles Sprecher sagte auf Anfrage der FR, im Ministerium würden „täglich gute und weniger gute Ideen ausgearbeitet“. Aus Kreisen der SPD-Fraktion verlautete, das sehe man ganz genauso. Es sei allerdings unklar, ob die Maastricht-Verträge geändert werden müssten.

In einer Erklärung der Grünen-Fraktion hieß es, zwar seien Namen Nachrichten, aber nicht unbedingt immer gute. Nach Rücksprache mit der schwarz-grünen Regierung in Hessen werde man sich näher zu dem Vorhaben äußern. Für die Linkspartei sagte deren Vorsitzender Gregor Gysi der FR: „Das ist nur ein weiterer Beleg für die zynische Kahlschlagpolitik der schwarz-roten Regierung.“ Man bereite bereits eine Klage in Karlsruhe vor.

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