Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Rechter Terror

Drohung mit Mord und „Wolfzeit“

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
    schließen

Die Polizei ermittelt wegen einer neuen Serie von Nazi-Mails. Adressaten sind Journalisten und Politiker in der ganzen Republik - und darüber hinaus.

Eine neue Serie von Drohmails mit rechtsextremem Hintergrund richtet sich gegen Politiker und Journalisten. Darin werden die Betroffenen mit dem Tode bedroht. Die Mails werden mit den Worten „Ists Wolfzeit“ unterschrieben. Damit nehmen die Absender anscheinend Bezug auf bei Nazis beliebte Texte und einen Film, in denen als „Wolfzeit“ oder „Wolfszeit“ ein Zeitalter von apokalyptischer Gewalt und Umsturz bezeichnet wird.

Als E-Mail-Absender wird teilweise eine Adresse mit dem Namen „Luebcke 2019“ verwendet. Die Täter beziehen sich damit auf den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) im Juni vorigen Jahres, der mutmaßlich von dem Neonazi Stephan E. verübt worden ist.

Mehrere Politiker veröffentlichten die Drohmails in den sozialen Netzwerken. So richtete sich ein solches Schreiben gegen den Grünen-Europaabgeordneten Erik Marquardt, der sich auch in der aktuellen Griechenland-Diskussion auf die Seite der Flüchtlinge stellt. Marquardt wird darin aufgefordert, aus Griechenland auszureisen und seine Arbeit bei den Grünen einzustellen. „Wir schlachten dich“, heißt es weiter.

Die langjährige Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete der Linken, Christiane Schneider, wird als „dreckige Antifaschistin“ bezeichnet, die man „bestialisch abschlachten“ werde. Der Vorsitzenden der Linken in Berlin, Katina Schubert, wird vorgeworfen, sie habe sich „für dreckige Asylanten“ eingesetzt und solle „dafür bezahlen“.

Die Polizei bestätigte, dass sie sich mit den Drohungen beschäftigt. Eine Sprecherin des Hessischen Landeskriminalamts teilte der FR mit: „Aktuell sind die Kolleginnen und Kollegen noch dabei, relevante Informationen zu erheben und zu bewerten.“

In den vergangenen Jahren haben immer wieder rechtsextreme Drohschreiben Aufsehen erregt. So erhält eine Frankfurter Anwältin seit August 2018 Morddrohungen, die mit dem Kürzel „NSU 2.0“ unterzeichnet sind. Ihre persönlichen Daten, auf die in den Schreiben Bezug genommen wird, sollen aus einem Polizeicomputer im Frankfurter 1. Revier abgerufen worden sein.

Noch immer konnte nicht ermittelt werden, wer die Schreiben versandt hat. Auf eine Anfrage der SPD im Hessischen Landtag antwortete die Hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) jetzt erneut: „Der Abschluss des Ermittlungsverfahrens ist derzeit noch nicht absehbar.“

Hingegen wurde im Fall von Drohmails gegen Politiker und Behörden mit dem Absender „Nationalsozialistische Offensive“ ein Tatverdächtiger gestellt. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat Ende Januar Anklage gegen den Mann erhoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare