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Drohnen made in Iran

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Der Krieg als Ausstellung: ins Stadtzentrum von Kiew geschleppte abgeschossene russische Panzer. Ed Ram/dpa
Der Krieg als Ausstellung: ins Stadtzentrum von Kiew geschleppte abgeschossene russische Panzer. © Ed Ram/dpa

Laut den USA will Moskau moderne Waffen von Teheran kaufen.

Schon Anfang der Woche enthüllte das Weiße Haus, dass der Iran Hunderte Drohnen an Russland liefern wolle. Nun berichtet CNN über zwei Besuche einer russischen Delegation auf einem Flugplatz südlich von Teheran.

Eine Delegation aus Russland soll im vergangenen Monat mindestens zweimal einen Flugplatz im Iran besucht haben, um sich dort über waffenfähige Drohnen zu informieren. Das berichtet CNN unter Berufung auf Jake Sullivan, Sicherheitsberater im Weißen Haus, und Satellitenbilder, die dem Nachrichtenportal vorliegen.

Gegenüber CNN sagte Sullivan: „Wir haben Informationen, dass die iranische Regierung sich darauf vorbereitet, Russland mehrere Hundert Drohnen, einschließlich waffenfähiger Drohnen, zur Verfügung zu stellen.“ Diese seien laut eines weiteren US-Beamten den Russen vom Iran auf dem Flugplatz Kashan südlich von Teheran vorgeführt worden. Die genaue Bezeichnung der iranischen Drohnen lauten Shahed-191 und Shahed-129. Beide können mit präzisionsgelenkten Raketen bestückt werden.

Man geht laut Sullivan sogar davon aus, dass eine offizielle russische Delegation kürzlich bereits iranische Drohnen erhalten habe. Laut Sullivan sei nach Kenntnis der USA der Besuch im Juni der erste gewesen, bei dem den Russen die Drohnen präsentiert worden seien.

Eine mit einer Rakete bewaffnete iranische Drohne auf ihrer Startrampe während eines Manövers.
Eine mit einer Rakete bewaffnete iranische Drohne auf ihrer Startrampe während eines Manövers. Das Foto wurde von der iranischen Armee veröffentlicht. © afp

Die USA hätten Informationen, wonach eine russische Regierungsdelegation einen iranischen Flughafen für eine Vorführung angriffsfähiger Drohnen besucht habe, bestätigte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Samstag am Rande des Besuchs von US-Präsident Joe Biden in Saudi-Arabien. Russland wolle die Drohnen „offensichtlich für den Einsatz im Krieg in der Ukraine“. Er fügte hinzu, Russland setze im Nahen Osten auf den Iran. Die USA setzten dagegen auf eine stärker integrierte, stabilere, friedlichere und wohlhabendere Region.

„Die russische Drohnenstreitmacht mag weiter leistungsfähig sein, aber sie ist erschöpft“, sagt Samuel Bendett, ein Analyst der auf militärische Sicherheitsfragen spezialisierten US-Denkfabrik CNA. Die iranischen Drohnen seien bewährte Systeme und daher attraktiv für die Russen.

Das Weiße Haus enthüllte kürzlich, dass es über Informationen verfüge, denen zufolge der Iran Moskau im Eiltempo mit „bis zu mehreren Hundert“ Drohnen versorgen will. Sie haben militärisch einen guten Ruf: Aus dem Iran stammenden Fluggeräten ist es gelungen, von den USA gelieferte Luftverteidigungssysteme Saudi-Arabiens und der Emirate im Nahen Osten zu durchdringen.

Russlands Präsident Wladimir Putin will am kommenden Dienstag persönlich in den Iran reisen. Außer dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi wolle er dort auch den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan treffen, teilte ein Kremlsprecher der Agentur Interfax zufolge mit. Geplant seien Gespräche der drei Präsidenten über eine Verbesserung der Lage im Bürgerkriegsland Syrien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Es ist eine von wenigen bekannten Auslandsreisen Putins seit Beginn des von ihm angeordneten Kriegs gegen die Ukraine vor rund viereinhalb Monaten. Vor zwei Wochen war der Kremlchef bereits in die verbündeten zentralasiatischen Staaten Tadschikistan und Turkmenistan geflogen. Unter Verweis auf die Corona-Pandemie nahm Putin in den vergangenen Monaten an vielen Terminen nur virtuell teil. (rnd)

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