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Einschusslöcher zeugen von der Schießerei zwischen Polizisten und mutmaßlichen Gang-Mitgliedern in Villa Union, Mexiko.

Drogenkrieg

Drogenkrieg in Mexiko: 20 Tote bei Schießerei mit mutmaßlichen Drogenhändlern

Nahe der Grenze zu den USA liefern sich Drogengangs eine stundenlange Schießerei mit der mexikanischen  Polizei. 20 Menschen verlieren ihr Leben.

Bei einer Schießerei zwischen mutmaßlichen Drogenhändlern und der Polizei in Mexiko nahe der Grenze zu den USA sind 20 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien vier Polizisten und 14 mutmaßliche Kriminelle, teilten die Behörden im Bundesstaat Coahuila am Sonntag mit. 

Drei Leichen konnten demnach nicht identifiziert werden. Die Polizei hatte die Opferzahl zunächst mit 21 Toten angegeben, diese später aber korrigiert. Der Gouverneur von Coahuila machte das Drogenkartell Noreste aus dem nahegelegenen Bundesstaat Tamaulipas für die Gewalt verantwortlich.

Mexiko: Gewalt ist ein massives Problem

Mexiko hat seit Jahren ein massives Problem mit Gewaltkriminalität. Im vergangenen Jahr wurden in dem 130-Millionen-Einwohner-Land mehr als 36 000 Morde registriert - also fast 100 pro Tag. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressungen verwickelt sind. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie geahndet.

Erst Anfang November hatten mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells auf einer Landstraße im Norden Mexikos eine mormonische Großfamilie US-amerikanischer Herkunft angegriffen. Sie erschossen sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und elf Jahren sowie drei Frauen. Weitere Kinder wurden verletzt.

Donald Trump: Drogenkartelle als Terrororganisationen

US-Präsident Donald Trump will die mexikanischen Drogenkartelle offenbar als ausländische Terrororganisationen einstufen lassen. Die Einstufung als global agierende Terrororganisation, die bislang beispielsweise dschihadistische Gruppen wie Al-Kaida oder den Islamischen Staat (IS) betrifft, könnte der US-Regierung zusätzliche Möglichkeiten bei der Bekämpfung der Gruppen eröffnen. In der kommenden Woche wird US-Justizminister William Barr zu Gesprächen über die Angelegenheit in Mexiko erwartet.

Der intensive Drogenschmuggel über die Grenze zwischen Mexiko und den USA ist eines von Donald Trumps Hauptargumenten für den Bau einer Mauer entlang der Grenze. Der Bau einer solchen Mauer wiederum war das zentrale Wahlkampfversprechen Donald Trumps im Jahr 2016. Bis heute ist allerdings keine einzige Meile neue Mauer entstanden.

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador setzt auf Sozialmaßnahmen

Vor genau einem Jahr hatte Mexikos linker Präsident Andrés Manuel López Obrador die Regierungsgeschäfte übernommen. Er versprach „Abrazos, no balazos“ (Umarmungen, keine Schüsse) und wollte mit Sozialmaßnahmen und Präventionsprogrammen die Kriminalität eindämmen. Tatsächlich dreht sich die Gewaltspirale aber immer weiter, über Teile des Landes hat die Regierung mittlerweile die Kontrolle verloren. (FR/dpa)

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