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Nach Terroranschlägen in Israel: Zwei Palästinenser bei israelischer Militäroperation getötet

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Von: Lukas Zigo

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In den vergangenen Tagen kam es in Israel zu mehreren Anschlägen. Nun wurden bei einer israelischen Militäroperation zwei Palästinenser tödlich verletzt.

Update vom Donnerstag, den 31.03.2022, 08:45 Uhr: Die Lage in Israel bleibt angespannt. Bei einer israelischen Militäroperation im besetzten Westjordanland sind laut palästinensischen Angaben zwei junge Männer getötet worden. Ein 17-Jähriger und ein 23-Jähriger wurden in Dschenin tödlich verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Ramallah am Donnerstag mitteilte. Eine weitere Person befinde sich in kritischem Zustand. Die Militäroperation folgt auf eine blutige Anschlagsserie in Israel, bei der innerhalb von rund einer Woche elf Israelis getötet wurden (s. Erstmeldung).

Die israelische Armee teilte mit, Soldaten seien in Dschenin gewesen, um mehrere Verdächtige festzunehmen. Dabei seien sie beschossen worden. Die Soldaten hätten zurückgeschossen. Ein Soldat sei verletzt worden. Videos zeigten Militärfahrzeuge und schwer bewaffnete Soldaten, ein Ambulanzfahrzeug und eine Person, die am Boden lag.

Sicherheitskräfte stehen nach einem Anschlag am Tatort. Beim dritten Anschlag in Israel binnen einer Woche sind am 29.03.22 mehrere Menschen getötet worden. Ein Mann eröffnete nach Polizeiangaben in Bnei Brak bei Tel Aviv gezielt das Feuer auf Passanten.
Sicherheitskräfte stehen nach einem Anschlag am Tatort. Beim dritten Anschlag in Israel binnen einer Woche sind am 29.03.22 mehrere Menschen getötet worden. Ein Mann eröffnete nach Polizeiangaben in Bnei Brak bei Tel Aviv gezielt das Feuer auf Passanten. © Ilia Yefimovich/dpa

Israel befürchtet eine weitere Eskalation der Lage vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan am Wochenende. Die Armee unterstützt die Polizei mit 1000 Soldaten, um die allgemeine Sicherheitslage zu verbessern. Zusätzliche Kräfte wurden auch in das Westjordanland entsandt.

Terror in Israel: Festnahmen nach Anschlag in Tel Aviv – Fatah droht mit mehr Gewalt

Update vom Mittwoch, den 30.03.2022, 09.45 Uhr: Nach einem Anschlag mit fünf Todesopfern ist die israelische Armee in den Wohnort des mutmaßlichen palästinensischen Täters im Westjordanland eingedrungen.

In dem Ort Jabed nahe der Palästinenserstadt Dschenin seien in der Nacht sechs junge Männer festgenommen worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa laut dpa am Mittwoch (30.03.2022).

Israel: Anschlagsserie erschüttert das Land - Verdächtige verhaftet

Am Dienstagabend (29.03.2022) hatte ein bewaffneter Palästinenser in Bnei Brak bei Tel Aviv das Feuer auf Passanten eröffnet. Er wurde daraufhin von der Polizei erschossen. Unter den Todesopfern waren auch ein israelischer Polizist sowie zwei ausländische Arbeiter. Zwei der Todesopfer bei dem jüngsten Anschlag in Israel sind nach Angaben der Polizei Ukrainer gewesen. Die beiden seien 23 und 32 Jahre alt gewesen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Laut Medienberichten handelte es sich um zwei Arbeiter, nicht um Flüchtlinge vor dem Ukraine-Krieg*.

Israel: Elf Menschen werden binnen einer Woche bei Anschlägen getötet.
Israel: Elf Menschen werden binnen einer Woche bei Anschlägen getötet. © Ilia Yefimovich/dpa

In einer Videobotschaft lobten Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden in Dschenin den Anschlag. Einer von drei Vermummten kündigte darin auf Hebräisch einen „Krieg im ganzen Staat Israel“ an. Die Al-Aksa-Brigaden sind der militärische Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Es handelt sich laut dpa jedoch um ein lockeres Netzwerk ohne klare Hierarchie, örtliche Gruppierungen agieren oft auf eigene Faust.

Terrorismus in Israel: Dritter Anschlag in Israel binnen einer Woche

Palästinenserpräsident Abbas verurteilte den Anschlag in Bnei Brak nach Angaben von Wafa. Die Tötung von Palästinensern und Israelis werde „nur zu einer weiteren Verschlechterung der Lage beitragen“, insbesondere angesichts der anstehenden Feiertage von Muslimen, Christen und Juden. Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der Anfang April beginnt, wird eine weitere Eskalation der Gewalt befürchtet.

Der Anschlag in Bnei Brak war der dritte binnen einer Woche. Insgesamt sind während der jüngsten Terrorwelle elf Menschen in Israel ums Leben gekommen. Drei der Täter waren demnach israelische Araber. Die israelische Polizei wurde angesichts der Anschlagsserie in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Präsenz an belebten Orten solle deutlich verstärkt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Terrorismus: Fünf Tote bei weiterem Anschlag in Israel

Erstmeldung vom Dienstag, den 29.03.2022, 23.00 Uhr: Tel Aviv – Es ist der dritte Anschlag binnen einer Woche in Israel*. Mindestens fünf Menschen sind am Dienstag (29.03.2022) getötet worden, dies bestätigte ein Sprecher des Rettungsdienstes Zaka. Ein Mann eröffnete Angaben zufolge in Beni Brak bei Tel Aviv gezielt das Feuer auf Passanten. Medienberichten zufolge war der Schütze auf einem Motorrad unterwegs und schoss an mehreren Orten auf Menschen. Israelischen Medienberichten zufolge handelte es sich um einen Palästinenser aus dem Westjordanland.

Anschlag in Israel
Sicherheitskräfte stehen nach einem Anschlag am Tatort. Beim dritten Anschlag in Israel binnen einer Woche sind am 29.03.22 mehrere Menschen getötet worden. © Ilia Yefimovich/dpa

„Wir hatten fünf Verletzte an zwei verschiedenen Orten in Beni Brak“, sagte ein Vertreter des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom. Erst am Sonntag (27.03.2022) waren bei einem Anschlag in der Küstenstadt Chadera zwei Polizisten und beide Attentäter getötet worden. Es handele sich bei den Tätern um israelische Araber aus dem Norden des Landes.

Anschlag in Israel: Attentäter wird von Passanten erschossen

Bei einem weiteren Terroranschlag in Beerscheva im Süden Israels waren vor einer Woche vier Menschen getötet worden, zwei Männer sowie zwei Frauen. Der Attentäter, ein Beduine aus der Negev-Wüste, wurde von Passanten erschossen. Es war einer der schwersten Anschläge mit israelischen Opfern der vergangenen Jahre. Somit sind binnen einer Woche elf Israelis bei Anschlägen ums Leben gekommen.

Der israelische Oppositionsführer Benjamin Netanjahu schrieb am Dienstag auf Twitter, es sei „ein trauriger und schwerer Abend“. Israel befinde sich „auf der Höhe einer gefährlichen Terrorwelle, wie wir sie seit Jahren nicht mehr erlebt haben“. Er forderte ein entschlossenes Vorgehen, „um den Bürgern Israels Ruhe und Sicherheit zurückzubringen“. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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