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Corona-Skeptiker

Demo in Dresden: Zwölf Polizeibeamte verletzt - Politik entsetzt über Gewalt

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Bei der „Querdenken“-Demo in Dresden kommt es zu gewalttätigen Szenen. Journalisten werden attackiert, Polizisten verletzt.

  • In Dresden demonstrieren Hunderte Corona*-Skeptiker und „Querdenker“.
  • Die Polizei sichert mit einem Wasserwerfer das Zentrum für die Corona-Impfung*.
  • Zwölf Polizist:innen werden bei Einsätzen auf der Demonstration verletzt.

Update vom Sonntag, 14.03,.2021, 10.00 Uhr: Bei der Demo in Dresden gegen die Corona-Politik sind insgesamt zwölf Polizist:innen verletzt worden. Ursprünglich hatte die Polizei von vier Verletzten gesprochen (siehe Update 20.28 Uhr). Der Polizeibilanz zufolge wurden 47 Straftaten festgestellt, darunter Widerstand, Beleidigungen und tätliche Angriffe gegen Polizist:innen. Ein Mann sei in Polizeigewahrsam genommen worden. Drei weitere seien vorläufig festgenommen worden, darunter der Wortführer einer der Ansammlungen. Zudem seien 943 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung eingeleitet worden.

Die Stadt Dresden hatte drei von der Bewegung „Querdenken“ für Samstag angemeldete Demonstrationen verboten. Das Verwaltungsgericht bestätigte diese Verbote noch am Freitag. Dennoch kamen an zwei Standorten in der Stadt nach Polizeiangaben Hunderte Menschen zu Protesten zusammen. Die Zahl der in der Nähe des Kongresszentrums versammelten Menschen gab die Polizei am Abend mit mehr als 1000 an.

Polizisten und Demonstranten stehen auf der Magdeburger Straße.

+++ 20.28 Uhr: Bei der „Querdenken“-Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Dresden sind vier Polizist:innen verletzt worden. Das teilte die Polizeidirektion Dresden am Abend nach dem Einsatz mit. Zudem wurden bisher 32 Straftaten registriert – unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Insgesamt wurden 49 Platzverweise erteilt sowie knapp 400 Anzeigen wegen Verstoßes gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung gefertigt. Die Zahl werde sich noch erhöhen, weil am Abend noch rund 200 Menschen kontrolliert wurden, hieß es. Insgesamt waren rund 1800 Kräfte der Polizei in Dresden im Einsatz.

Politiker:innen verurteilten die Gewalt in Dresden. Der CDU-Politiker und Ostbeauftragte Marco Wanderwitz schrieb auf Twitter: „Bitte hinschauen, wer da heute in Dresden wieder auf der Straße ist. Gewalttäter, Holocaust-Verharmloser, Rechtsradikale – und ‚Mitläufer‘. Letztere sind keinen Deut besser.“

Bei der „Querdenken“-Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Dresden ist es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen.

„Querdenken“-Demo in Dresden: Angriff auf Journalisten gemeldet

Update vom Samstag, 13.03.2021, 18.03 Uhr: Nachdem im Internet entsprechende Bilder kursiert hatten, hat die Polizei in Dresden die Gewalt gegen einige Einsatzkräfte bestätigt. Ein Polizeisprecher sagte, die Menschen auf der „Querdenken“-Demo seien in zwei Gruppen durch Dresden gelaufen. Polizeibeamte hätten Teilnehmer:innen wegen Verstoßes gegen die geltenden Corona-Auflagen gestoppt, dabei sei es auch zu tätlichen Angriffen und Widerstand gegen Beamte gekommen. Diese hätten Anzeige erstattet. Laut dem Sender MDR wurden Polizeisperren durchbrochen und Polizeibeamte zu Boden gerissen.

Nach Angaben eines Fotografen soll es auch zu Übergriffen gegen Pressevertreter:innen gekommen sein. Auf Twitter schrieb er, es habe einen „starken körperlichen Angriff gegen Journalisten“ gegeben. Trotz der Gewaltszenen in Dresden bewertete die Polizei die Lage insgesamt als „sehr ruhig“.

Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks verurteilte die Gewalt. „Sogenannte Querdenker zeigen ihr wahres Gesicht: Gewaltbereite Extremisten am Werk“, twitterte er. Sachsens SPD-Chef und stellvertretender Regierungschef Martin Dulig äußerte sich schockiert. „Jeder, der auf dieser verbotenen Demo mitläuft, macht sich gemein mit den verübten Straftaten. Corona wird so nicht aufgehalten, im Gegenteil! Hier wird mit unser aller Gesundheit gespielt.“

Eskalation auf „Querdenken“-Demo in Dresden: Wasserwerfer im Einsatz – Videos zeigen Gewalt

Erstmeldung vom Samstag, 13.03.2021: Dresden – Trotz eines Demo-Verbots für „Querdenken“ haben sich in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden am Samstag (13.03.2021) Hunderte Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen versammelt. „Wir sind seit den frühen Morgenstunden unterwegs, um das Versammlungsverbot durchzusetzen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Lage sei „sehr dynamisch“.

So hatten sich am frühen Nachmittag mehrere Hundert Menschen vor dem Kongresszentrum in der Nähe des Landtages versammelt. Dort hatte eigentlich die als rechts geltende Gruppierung „Heidenauer Wellenlänge“ eine Kundgebung angemeldet. Es kamen laut Polizei aber weitaus mehr als die angemeldeten 150 Teilnehmer:innen.

Dresden: Polizei muss wegen Corona-Demo Impfzentrum sichern

Sie kritisierten mit Sprüchen die Corona-Maßnahmen, viele trugen keine Maske. Das Geschehen in Dresden war laut einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur am frühen Nachmittag zeitweise unübersichtlich, die Stimmung angespannt. Die Polizei forderte die Menschen mehrfach auf, den Ort zu verlassen.

Laut dem dpa-Reporter setzte sich schließlich ein Zug von gut 1000 Menschen zunächst Richtung Ostragehege in Bewegung – immer wieder waren etwa Rufe zu hören wie „Die Pandemie ist vorbei.“ Die Polizei sperrte Straßen ab, um den Zug zu stoppen. Wasserwerfer seien auf dem Weg zum Ostragehege, twitterte die Polizei. Dort sollen sie das Impfzentrum absichern, hieß es.

„Querdenken“-Demo in Dresden: Videos zeigen Gewalt gegen Polizei

Videos auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei in Dresden. Auf einer Aufnahme ist zu sehen, wie ein Polizist am Hals zu Boden gerissen wird – liegend wird er im Anschluss von einem Demonstranten getreten. Auf einem weiteren Video kündigt ein Mann an, er komme bei der nächsten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit einer Schusswaffe und werde diese auch einsetzen.

Eine Frau trägt während der „Querdenken“-Kundgebung in Dresden ein T-Shirt mit der Aufschrift „Früher hieß es Judenstern, heute Impfpass“.

In der Nacht zu Samstag hatte das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen per Beschluss das Verbot der für Samstagnachmittag geplanten „Querdenken“-Demonstration des Dresdner Verwaltungsgerichts bestätigt. Die Beamt:innen gingen bereits im Vorfeld davon aus, dass trotz Verbots in der Szene für spontane Aktionen mobilisiert wird. Das Königsufer, an dem die „Querdenken“-Demo ursprünglich stattfinden sollte, war mit Gittern weiträumig abgesperrt, zahlreiche Zufahrtsstraßen wurden gesperrt. Unter anderem war ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Grünen-Politiker wegen Corona-Demo in Dresden „sprachlos“

Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek schrieb auf Twitter: „Die Bilder aus #Dresden, die Gewalt, die Rücksichtslosigkeit sog. Querdenker, die ein Superspreaderevent abhalten machen sprachlos. Dresden, in der Stadt, in der sich die Behörden seit Jahren zuverlässig schwertun mit rechten bis rechtsextremen Ansammlungen umzugehen. (sic)“

Auch Leipzig wurde vor kurzem Ziel von „Querdenken“-Protesten*. Ein angekündigter Autokorso entpuppte sich jedoch als Flop. (Tim Vincent Dicke mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert

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