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Drei Gründe für Raketen

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Von: Peter Rutkowski

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Ein Monteur besieht sich einen Raketenschaden.
Ein Monteur besieht sich einen Raketenschaden. © afp

Frust, Vergeltung oder Strategie? Aus welchen Gründen die Energieinfrastruktur in der Ukraine angegriffen wird.

Warum beschießt wer ein Kraftwerk? Wohlgemerkt, nicht einen Atommeiler, dessen Explosion dann zum Beweis für die Existenz einer ukrainischen „schmutzigen Bombe“ umgedeutet werden kann. Warum also die neuerlichen Raketenattacken auf die Energieinfrastruktur vor allem von Kiew, von der am Montag berichtet wurde?

Die Antwort scheint leicht – je nachdem, welcher Strategie man folgen möchte: 1. Das ist Terror der frustrierten, weil sieglosen Russen gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine. Getreu dem Klischee vom Zerstörungs- und Vergeltungsdrang kleiner Kinder, dass niemand mit etwas spielen können soll, wenn man es selbst nicht haben kann. Es spricht einiges dafür, dass die Leute in den russischen Stäben bis hinauf zum Kreml so empfinden. 2. Das war (wütende) Vergeltung für die Angriffe ukrainischer Drohnen auf die russische Schwarzmeerflotte bei Sewastopol. Möglich, denn mehr als der materielle Schaden durch die Drohnen zählt der Image-Schaden: Ihr Russen könnt eure angeblich heimatliche Krim gar nicht schützen. Möglich, aber unwahrscheinlich.

Bleibt 3. der hybride Krieg, dessen sich alle Gegner des Westens seit Jahrzehnten schon bedienen, um dessen ökonomische und militärische Übermacht zu umgehen. Nichts ist so deprimierend – und beängstigend! – wie die Vorstellung eines ukrainischen Winters, eiskalt und lichtlos, und einer Welt, die nichts dagegen tun kann, weil keine Energie mehr fließt. Möglich. Diabolisch. Und sehr wahrscheinlich.

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