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Im Internet kursiert das Gerücht, Apfel habe einen jungen Mann sexuell bedrängt.
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Im Internet kursiert das Gerücht, Apfel habe einen jungen Mann sexuell bedrängt.

Ex-Chef

NPD drängt Apfel zum Parteiaustritt

  • VonSteffen Hebestreit
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Ist Holger Apfel tatsächlich wegen Burnout von seinem Amt als NPD-Parteichef zurückgetreten? Im Internet kursieren ganz andere Gerüchte, die Parteiführung legt ihm den Austritt aus der Partei nahe.

Ist Holger Apfel tatsächlich wegen Burnout von seinem Amt als NPD-Parteichef zurückgetreten? Im Internet kursieren ganz andere Gerüchte, die Parteiführung legt ihm den Austritt aus der Partei nahe.

Nach dem überraschenden Rückzug des Bundesvorsitzenden der rechtsextremen NPD, Holger Apfel, hat die Parteiführung dem 42-Jährigen nun den Parteiaustritt nahegelegt. Mit Befremden habe das Präsidium zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Begründung Apfels für seinen Rücktritt nur ein Teil der Wahrheit gewesen sei. „Weitergehende Vorwürfe, die Verfehlungen in der Vergangenheit betreffen, hat Apfel bislang nicht entkräftet“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Partei. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, solle Apfel die NPD verlassen.

Am vergangenen Donnerstag hatte Apfel überraschend mitgeteilt, sich von seinen Ämtern aus Krankheitsgründen zurückziehen zu wollen. Die soziale Stigmatisierung seiner Familie, also seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau und seinen drei Kindern, wegen seines NPD-Engagements, aber auch das Gefühl, unter einem „Burnout“ zu leiden, hätten zu seinem Entschluss geführt, hatte Apfel angegeben. Neben dem NPD-Bundesvorsitz wollte er auch die Fraktionsführung im sächsischen Landtag abgeben. Sein Landtagsmandat will der gelernte Verlagskaufmann aber behalten.

Angeblich jungen Mann bedrängt

Um welche „Verfehlungen“ es sich gehandelt haben könnte, auf die sich das NPD-Präsidium bezieht, lässt die Parteimitteilung allerdings offen. In NPD-Kreisen sowie in links-gerichteten Watchblogs im Internet ist von internen Vorwürfen die Rede, Apfel hätte während des Bundestagswahlkampfs einen 20-Jährigen NPD-Sympathisanten sexuell bedrängt. Homosexualität gilt in der männerbündlerischen NPD als absolutes Tabu.

Die Rechtsextremisten machen nicht nur Front gegen Ausländer, Migranten und Linke, sondern auch gegen Homosexuelle. Entsprechende Vorwürfe werden allerdings als Kampfinstrument auch gegen partei-interne Rivalen eingesetzt. In der Szene gab es von Zeit zu Zeit immer wieder Gerüchte, führende Repräsentanten der NPD seien homosexuell. Das NPD-Präsidium will nun einen umfangreichen Fragekatalog an Apfel schicken, und verlangt von ihm einen „substanziellen Beitrag zur lückenlosen Aufklärung aller Fragen“. 

Die NPD, gegen die seit wenigen Wochen ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht läuft, befindet sich gegenwärtig in einer existenziellen Krise. Nicht nur steht sie finanziell sehr schlecht da, auch das Führungspersonal ist tief zerstritten, die letzten Wahlergebnisse waren fast ausnahmslos desaströs. Am Wochenende nahm der langjährige NPD-Vorsitzende Udo Voigt wieder an einer Präsidiumssitzung teil. Voigt hatte vor zwei Jahr den Machtkampf gegen Apfel verloren. Kommissarisch soll der NPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, die Rechtsextremisten anführen.

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