Nahles-Nachfolge

SPD für Doppelspitze

Der Partei-Vorstand einigt sich auf eine mögliche Variante.

An der Spitze der SPD soll künftig auch eine Doppelspitze stehen können. Darauf einigte sich der Vorstand am Montag. Der neue Parteivorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden, wie die kommissarischen Parteichefs Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel am Montag weiter mitteilten. Zunächst war diskutiert worden, den für 6. bis 8. Dezember angesetzten Bundesparteitag auf November vorzuziehen, wie es am Rande der Sitzung hieß. Doch der Vorschlag des Präsidiums erhielt in dem Gremium keine Mehrheit.

Der SPD-Vorstand war am Mittag zusammengekommen, um darüber zu entscheiden, wie nach dem Rücktritt von Andrea Nahles der Parteivorsitz neu besetzt werden soll. Generalsekretär Lars Klingbeil hatte sich für eine doppelte Besetzung der Parteispitze ausgesprochen. „Ich glaube, dass es jetzt für die SPD richtig ist, zu einer Doppelspitze zu kommen“, sagte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Sozialdemokraten sollten nach dem „Gegeneinander der letzten Wochen“ nun mit „echten Teams“ an einer Neuaufstellung arbeiten. „Selbstverständlich“ sei für ihn dabei, dass eine Frau zur Doppelspitze gehöre.

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann brachte eine Einbeziehung von Nicht-Mitgliedern bei der Suche nach neuem Führungspersonal ins Spiel. Es wäre „ein mutiger Schritt“, auch Nicht-Parteimitglieder über Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur abstimmen zu lassen, sagte er. Klingbeil äußerte sich dazu kritisch. Denkbar sei eine Einbindung von Nicht-Mitgliedern bei Auswahlprozessen für ein öffentliches Amt wie eine Kanzlerkandidatur, sagte er. Da sei die Idee „spannend“. Bei der Entscheidung über den Parteivorsitzaber sollten die Mitglieder seiner Meinung nach aber „doch das stärkere Wort haben“.

Bewerber für den Spitzenposten bei der SPD gibt es bisher nicht. Mehrere Spitzenpolitiker wie Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz sowie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil haben abgewunken. (dpa/afp)

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