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Das offizielle Weihnachtsfoto von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania.

USA

Donald Trumps schreckliche Weihnacht

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Wie viele Politiker lässt auch US-Präsident Donald Trump ein offizielles Weihnachtsfoto von sich und seiner Frau Melania veröffentlichen. Es zeigt ihn als der Mensch, der er ist. Und das ist keineswegs ein Kompliment.

Weihnachtsbäume so einheitlich geschmückt, wie sie auch in einer Hotellobby oder einem Kaufhaus stehen könnten, ein breites künstliches Lächeln: Die offiziellen Weihnachtsbilder von US-Präsident Donald Trump und seiner Ehefrau Melania zeigen ihn im Weißen Haus als das, was er ist: ein Mensch, der nur an seinem eigenen Bild interessiert ist und fern von dem ist, was normale Menschen Realität nennen. 

Während sein Vorgänger, Barack Obama, kranke Kinder mit flotter Weihnachtsmütze auf dem Kopf in einem Krankenhaus in Washington besucht und sich zusammen mit kleinen Patienten fotografieren lässt, setzt sein Nachfolger Donald Trump bei seinen Weihnachtsbildern auf formalen, kühlen Prunk, bei dem der Betrachter nicht weiß, was unheimlicher ist: die einheitlich geschmückten Weihnachtsbäume, die wie Soldaten neben und hinter ihm Spalier stehen oder das gezwungene Lächeln von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania. 

Der US-Präsident steht im geöffneten Smoking vor der kühlen Kaufhaus-Dekoration mit einem Lächeln, bei dem man nicht weiß: Gibt Trump gerade den Joker, den Bösewicht aus Batman, und setzt wie dieser fies grinsend zur Eroberung der Welt an? Oder ist es das zufriedene Lächeln eines Autoverkäufers, dem es gelungen ist, einem armen Schlucker eine Schrottkarre zu verkaufen.

Melania Trump, seine Ehefrau, grüßt neben Trump als Eisprinzessin in einem weißen Kleid, das  sie  wie ein Eispanzer zu umgeben scheint. Von ihr und ihrem Lächeln geht so wenig Wärme aus, dass einen der Gedanke beschleicht, in ihrem Herzen könnte, wie bei der Märchenfigur, ein Eissplitter eingedrungen sein. War also die Jacke mit der Aufschrift „Es ist mir wirklich egal. Und Dir?“, die sie bei einem Besuch in einem Heim für Migrantenkinder an der Grenze zu Mexiko besuchte, doch eine Botschaft? Oder ist es einer ihrer vielen Fashion-Fails, wie sie schon auf ihrer Reise nach  Afrika zu sehen waren, wo die First Lady in Kenias Hauptstadt Nairobi mit einem Tropenhelm auftauchte, was viele Afrikaner an frühere weiße Kolonialherren erinnerte.

Auf jeden Fall fragt sich der Betrachter des Weihnachtsbildes, welche PR-Berater die Trumps betreuen, ob beide gänzlich beratungsresistent sind oder beide einfach keine Lust auf Weihnachten haben. Donald Trump jedenfalls soll nach Berichten Weihnachtsfeiern hassen, angeblich, weil er bei ihnen nicht im Mittelpunkt steht. Und auch Melania scheint ein gebrochenes Verhältnis zu dem Fest der Feste zu haben. Den Gang des Ostflügels des Weißen Hauses ließ sie in diesem Jahr mit blutroten Tannen dekorieren, was zahlreiche Kommentatoren an die langen, gruseligen Gänge aus Stanley Kubricks „Shining“ erinnerte.

Wie bei jeder guten Weihnachtsgeschichte gibt es auch bei Donald Trumps schrecklicher Weihnacht einen Trost. Wer sein vulgäres Auftreten und seine Lügen  leid ist und ein Ende seiner Präsidentschaft herbeisehnt, sollte sich Trump an den Festtagen allein im Weißen Haus vorstellen. Dank des „Shutdowns“ eines Teils der US-Regierung wegen des von ihm vom Zaun gebrochenen Streits um die Grenzmauer zu Mexiko, die die Mexikaner nach seinem Willen eigentlich zahlen sollten, wird er über die Weihnachtstage dort allein ausharren.  Melania ist nach Berichten des britischen Daily Mail mit ihrem Sohn Barron bereits ins sonnige Florida nach Mar-a-Lago geflüchtet. Während ihr Mann allein im Weißen Haus unter seinen Kaufhaus-Tannenbäumen sitzt und über die 17 Ermittlungsverfahren nachdenken kann, die inzwischen um ihn kreisen. Fröhliche Weihnachten, Mr. President.

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