US-Wahl 2020

Donald Trump tanzt zu „YMCA“: Kontroverse Tanzeinlage wird zum Internet-Hit

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Am Ende seiner Rallys schwingt Donald Trump die Hüften. Seine Tanzeinlage zu „YMCA“ findet im Internet viel Resonanz. Doch von Fans der „Village People“ hagelt es Kritik.

  • Im US-Wahlkampf tanzt Donald Trump gerne zu „YMCA“ von den Village People.
  • Aufgrund der kulturellen Bedeutung von YMCA ist der Tanz von Donald Trump umstritten.
  • Trump News: Hier finden Sie alle Infos zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Tucson - Selbstbewusst, fast schon hypnotisierend blickt er ins Publikum, ballt die Hände zu Fäusten und bewegt sie vor und zurück. Donald Trump tanzt zum Abschluss seiner Auftritte vor der US-Wahl zu „YMCA“ - einem Song, der als Hymne der Schwulen-Gemeinschaft bekannt ist. Seine Einlage wird im Internet zum Hit - ist allerdings höchst umstritten.

Donald Trump tanzt gerne zu „YMCA“ von den „Village People“.

US-Wahl 2020: Donald Trump tanzt zu „YMCA“

Wieso tanzt Trump ausgerechnet zu „YMCA“? Wer genau auf die Idee kam, wollte sein Wahlkampfteam nicht mitteilen. Trumps Stab kann man bei seinen Auftritten gelegentlich im Hintergrund erblicken, wie sie den traditionellen Tanz ausführen, also die Buchstaben Y, C, M und A mit ihren Körpern darstellen.

Das Lied „YMCA“ stelle einen Moment der Unbeschwertheit dar, meint Jill Colvin von der Nachrichtenagentur „Associated Press“. Ein Moment ganz im Gegensatz zu einem Jahr voller Elend - angesichts mehr als 220.000 Toten durch das Coronavirus, einer schweren Rezession und einer tiefen gesellschaftlichen und ethnischen Spaltung in den USA. Fehlender Respekt? Der deutsche Gesundheits-Politiker Karl Lauterbach (SPD) hatte Donald Trump für seinen Tanz auf Twitter als einen „bösartigen Clown“ bezeichnet. Mittlerweile finden sich in den sozialen Medien viele Nachahmer und Parodien, insbesondere auf TikTok.

US-Wahl 2020: Donald Trump mit umstrittenen Tanz zu „YMCA“ - Kritik von Fans der „Village People“

YMCA“ geht ins Ohr. 1978 wurde die Hit-Single veröffentlicht, musste bis heute aber kaum an Popularität einbüßen. Damals stieß das Lied dem Großteil der Bevölkerung wegen der Verbindung zur Schwulenszene noch unangenehm auf. Zahlreiche Fans hatten die „Village People“ Anfang dieses Jahres gebeten, Donald Trump vom Gebrauch ihrer Musik abzuhalten. Doch die Disco-Gruppe war mit der Nutzung einverstanden. Dass der US-Präsident von der Musik Gebrauch macht, sei „vollkommen legal“, da man mit den Liedern niemanden spezifisch unterstütze, hieß es im Februar auf Facebook. „Wie Millionen von Fans weltweit, zeigen der Präsident und seine Anhänger:innen, dass ihnen unsere Musik gefällt.“ Dennoch gefalle es ihnen nicht sonderlich, dass Trump ihre Songs nutzt.

Seitdem scheint sich die Meinung geändert zu haben. Im Juni haben die „Village People“ Donald Trump gebeten, ihre Lieder nicht bei seinen Veranstaltungen zu spielen. Sänger Victor Willis fühlte sich angesichts der eskalierenden „Black Lives Matter“-Proteste in den USA berufen, erneut Stellung zu nehmen.

Donald Trump hatte Demonstranten in Minneapolis angedroht, mit dem Militär gegen sie vorzugehen. „Ich bitte Sie darum, meine Musik nicht mehr bei Ihren Events zu benutzen, insbesondere ‚YMCA‘ und ‚Macho Man‘“, schrieb Willis auf Facebook. „Es tut mir Leid, aber ich kann nicht mehr wegschauen.“ Seine Tanzeinlagen gehen jedoch mit jeden Auftritt weiter. Ob sich Donald Trump für eine zweite Amtszeit ins Weiße Haus tanzt, entscheidet sich in der Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden am 3. November.

Rubriklistenbild: © Nell Redmond/AP/dpa

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