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Donald Trump
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Ist sauer auf innerparteiliche Kritiker:innen: der frühere US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)

USA

Donald Trump: „Es ist vorbei“ - Erste Republikaner wenden sich ab

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Zwei prominente Gesichter der republikanischen Partei stellen sich gegen Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident reagiert mit einer wütenden Erklärung.

Washington D.C. – Auch nach seinem Aus als US-Präsident sind viele Mitglieder der republikanischen Partei gegenüber Donald Trump loyal. Erst kürzlich schwärmte der 75-Jährige von seiner starken Gefolgschaft – der „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA). In einem Interview mit der Zeitschrift Vanity Fair sagte er: „MAGA ist stärker als je zuvor, glaube ich.“ Doch sind die Republikaner immer noch ausschließlich Trump-Partei, oder regt sich allmählich größerer Widerstand?

Zwei republikanische Gesichter sind besonders im Fokus: die Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Liz Cheney, und der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie. Beide zählen zum gemäßigten Flügel der „Grand Old Party“. Und sind nicht als große Fans von Donald Trump bekannt – im Gegenteil.

USA: Cheney und Christie stellen sich nun gegen Donald Trump

Liz Cheney ist eine der prominentesten innerparteilichen Kritikerinnen von Donald Trump. Auf dessen Druck war sie Mitte Mai sogar aus einem Führungsamt in ihrer Fraktion abgewählt worden. Als eine von nur zwei republikanischen Abgeordneten hatte sie Ende Juni für die Einrichtung des Untersuchungsschusses zur Kapitol-Erstürmung gestimmt. Als einzige Republikanerin sitzt sie seitdem im Aufklärungsgremium – neben sieben demokratischen Mitgliedern des Repräsentantenhauses. Bei dem Angriff auf das Herz der parlamentarischen Demokratie in den USA am 6. Januar 2021 kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist.

Chris Christie dagegen stellte sich früh hinter Donald Trump. Nach einer gescheiterten Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2016 sagte er dem umstrittenen Unternehmer und TV-Star die Unterstützung zu. Doch spätestens seit der verloren gegangenen US-Wahl 2020 sowie der haltlosen Betrugsvorwürfe Trumps und seines Teams gilt auch Christie als Kritiker des früheren Machthabers im Weißen Haus.

Chris Christie: Republikanische Partei sollte das Kapitel Donald Trump nun hinter sich lassen

„Offen gesagt ist das Verhalten des Rechtsteams des Präsidenten eine nationale Peinlichkeit“, sagte Chris Christie dem Sender ABC im November 2020. Er sei ein Unterstützer von Donald Trump gewesen und habe 2016 und 2020 für ihn gestimmt. Doch Wahlen hätten in einem Rechtsstaat Konsequenzen. Wenn die Anwälte keine Beweise für Wahlbetrug vorlegen, könne das nur eines bedeuten: „Dass die Beweise nicht existieren.“

Chris Christie (l) war früher ein Vertrauter von Donald Trump. (Archivbild)

Donald Trump war zuvor mehrfach mit Klagen gegen die Wahl gescheitert. Sein persönlicher Anwalt Rudy Giuliani redete sich zudem auf einer bizarren Pressekonferenz in Rage, bei der ihm links und rechts Haarfärbemittel die Wangen herunterlief.

Präsident Donald Trump reagiert mit wütender Erklärung

Christie fordert seine Partei mittlerweile dazu auf, Donald Trump hinter sich zu lassen. „Wir können nicht mehr über die Vergangenheit und die vergangenen Wahlen reden. Egal, welche Meinung man bei diesem Thema hat, egal, wo man sich sonst positioniert – es ist vorbei“, sagte er bei einer Parteiveranstaltung vergangenes Wochenende in Las Vegas. Es gehe nun um die Zukunft der konservativen Partei. Diese sollte die „Augen vom Rückspiegel nehmen und wieder durch die Windschutzscheibe schauen“.

Mit den Äußerungen brachte der frühere Gouverneur von New Jersey Donald Trump zum Toben. Christie habe sich selbst und die politischen Ambitionen „durch seine Aussagen, dass die Republikaner die Vergangenheit hinter sich lassen müssen, das heißt den Wahlbetrug von 2020, niedergemetztelt“, schrieb Trump in einer Erklärung.

Liz Cheney spricht über Donald Trump: „Verfassungsmäßige Ordnung bedroht“

Gegen die Wahlbetrugsvorwürfe von Trump kämpft Christie an. So heißt es in seinem neuen Buch: „Am 3. November 2020 wurde eine Wahl zum Präsidenten abgehalten. Joe Biden hat gewonnen. Donald Trump hat nicht gewonnen.“ Dies sei die einzig existierende Wahrheit. „Jede gegenteilige Behauptung ist unwahr.“

Republikanerin Liz Cheney spricht nach ihrer Abwahl aus der Parteiführung vor Pressevertretern. (Archivbild)

Liz Cheney hatte vergangene Woche ebenfalls gegen Donald Trump geschossen. „Wenn unsere verfassungsmäßige Ordnung bedroht ist, wie es jetzt der Fall ist, ist das Überwinden der eigenen Parteizugehörigkeit nicht nur ein Bestreben. Es ist eine Verpflichtung – eine Verpflichtung für jeden von uns“, sagte die 55-Jährige bei einer Veranstaltung in New Hampshire mit Blick auf ihr Engagement im Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke.

Sie tadelte Mitglieder ihrer Partei, die weiterhin an Donald Trump und dessen Lügen festhielten. „Hochrangige Politiker, die angesichts dieser falschen und gefährlichen Behauptungen schweigen, unterstützen einen ehemaligen Präsidenten, der sich im Krieg mit der Rechtsstaatlichkeit und der Verfassung befindet“, sagte Cheney.

Könnten sich Cheney oder Christie 2024 gegen Donald Trump durchsetzen?

Cheney und Christie werden Ambitionen für die kommende Präsidentschaftswahl im Jahr 2024 nachgesagt. Doch könnten sie wirklich eine Chance haben, sollte Donald Trump erneut antreten? Matt Lews, Kolumnist der Nachrichtenseite Daily Beast, meint: „Gegen Trump anzutreten, erfordert die Art von Schlagfertigkeit und einen harten Ellbogen, die Christie von Natur aus zu besitzen scheint. (...) Es braucht vielleicht einen Tyrannen, um einen Tyrannen zu schlagen (oder zumindest zu beschädigen).“

Und auch Cheney könnte 2024 die Möglichkeit haben, an die Macht zu kommen. „Ich glaube, es gibt sie. Und ich bin davon überzeugt, dass es sie geben muss“, sagte der republikanische Veteran Tom Rath gegenüber CNN. Allerdings dürfe die Politikerin nicht in ihrer Rolle als Trump-Gegenspielerin gefangen bleiben. Ansonsten werde sie von „jemandem definiert, der vor vier Jahren eine Amtszeit hatte.“ (tvd)

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