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Trump und Putin: Bündnisträume in Russlands Propaganda

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Von: Tobias Utz

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Donald Trump und Wladimir Putin als magisches Gespann? Im russischen Staatsfernsehen wird geträumt.

Moskau/Washington D.C. – Der Name Donald Trump ist derzeit abermals in aller Munde. Grund dafür ist die FBI-Durchsuchung seines Anwesens in Mar-a-Lago (Palm Beach, Florida), worüber sich der ehemalige US-Präsident empörte. Es handle sich um „politische Verfolgung“, prangerte Trump an. Kurze Zeit später sprangen ihm prominente Konservative zur Seite.

Die Durchsuchung platzte mitten in Trumps Phase der Selbstinszenierung, er möchte 2024 offenbar erneut kandidieren. Erst kürzlich sprach er auf der rechten CPAC-Konferenz von seinen Plänen, das US-Bildungsministerium abschaffen zu wollen. Dafür erhält er seit geraumer Zeit Unterstützung aus dem Ausland, genauer gesagt aus Russland. „Her mit Trump“, forderte jüngst der bekannte Moderator Wladimir Solojow im Staatssender Russia 1. Ähnliche Forderungen waren am Montag (8. August) auch im Staatssender Channel 1 News zu hören.

Donald Trump als Vorbild: Russland sollte „gesunde konservative europäische Mächte“ unterstützen

Igor Korottschenko, Autor und Chefredakteur der Publikation National Defense, sagte auf einer Podiumsdiskussion, dass die russische Regierung Trump endlich unterstützen müsse: „Wir sollten Trump unterstützen und uns nicht scheuen, dies zu tun.“

„Wir sollten US-Politiker wie Trump und andere gesunde konservative europäische Mächte unterstützen, die sich für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen einsetzen“, betonte Korottschenko laut einem Bericht des Independent. In seiner Amtszeit als US-Präsident habe sich der heute 76-Jährige für eine Normalisierung des russisch-amerikanischen Verhältnisses eingesetzt. Doch nicht nur Trump müsse man unterstützen, sondern auch „andere gesunde konservative europäische Mächte“.

Wladimir Putin und Donald Trump
Matrjoschkas in Moskau: Wladimir Putin und Donald Trump. © Mikhail Pochuyev / TASS / imago stock & people / Imago Images

Russische Medien konstruierten bereits mehrfach ein Ersuchen russischer Hilfe durch Trump. Die Moderatorin Olga Skabejewa nannte beispielsweise im Sender Russia 1 angebliche Belege dafür: „Donald Trump sagte, dass Joe Biden der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA sei und dass er den Konflikt in der Ukraine niemals zugelassen hätte“, betonte sie.

Zeiten, in welchen man sich gegenseitig beleidigte, scheinen allerdings sowohl in Moskau als auch Washington längst vergessen zu sein. Der angesprochene Autor Korottschenko attestierte Trump einst einen „Minderwertigkeitskomplex“ gegenüber China und Russland, die ihre militärische Macht häufig durch Paraden und andere Demonstrationen demonstrieren.

Laut dessen ehemaligem Anwalt Rudy Giuliani drohte Trump wiederum Wladimir Putin mit der Bombardierung der „großen Goldbasen“. Bei Fox News behauptete der ehemalige US-Präsident zudem, dass er Russlands Invasion in der Ukraine hätte verhindern können. Alles offenbar Schnee von gestern. (tu)

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