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Trump wittert Zerstörung der USA: „Müssen Nation vor demokratischen Monstern schützen“

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Von: Sandra Kathe

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Während eines Auftritts vor Fans in Florence im Bundesstaat Arizona gab es von Donald Trump vor allem Vorwürfe und krude Theorien zu hören.
Während eines Auftritts vor Fans in Florence im Bundesstaat Arizona gab es von Donald Trump vor allem Vorwürfe und krude Theorien zu hören. © Robyn Beck/AFP

Seinem Amtsnachfolger Joe Biden attestiert Donald Trump bei einem Auftritt in Arizona Versagen auf ganzer Linie – und verstrickt sich in zahlreiche Widersprüche.

Phoenix – Bei einem Auftritt vor Anhängern in der Kleinstadt Florence im US-Bundesstaat Arizona hat der abgewählte US-Präsident Donald Trump seinem demokratischen Amtsnachfolger vorgeworfen, das Land zu zerstören: „In weniger als einem Jahr hat Joe Biden mit den radikalen Demokraten unser Land an den Rand des Ruins gebracht“, zitiert die Deutsche Presseagentur aus der Rede des 75-Jährigen.

Als Begründung für seinen Vorwurf führte Trump zahlreiche Gründe an. Die zunehmende Inflation, gestiegene Spritpreise sowie erneut ansteigende Corona-Fallzahlen in den USA. Gleichzeitig warf Trump Biden vor, den Menschen mit Vorschriften in der Pandemie ihre Würde und ihre Freiheit zu nehmen. Dies nannte er „Regierungs-Tyrannei“. Die Infektionszahlen haben aufgrund der Omikron-Variante mit teils über einer Million Neuinfektionen täglich auch in den USA neue Höchstwerte erreicht – die 7-Tage-Inzidenz liegt dort derzeit bei 1698,3.

Trumps Kritik an Bidens Corona-Politik – Viele Trump-Fans unter den Umgeimpften

Die Todeszahlen liegen aufgrund der milden Erkrankung vieler Geimpfter jedoch weiter unter den Spitzenwerten aus der Welle um den Jahreswechsel 2020/2021, als noch Trump im Oval Office saß und die Impfkampagne erst Fahrt aufnahm. Auch in den USA sind es derzeit viele Ungeimpfte, die schwer an der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 erkranken und sterben.

Das Gesundheitsamt im Staat Washington, das mit einer Impfrate von 69 Prozent etwas über dem landesweiten Durchschnitt von 63 Prozent liegt, meldet in einer aktuellen Statistik, dass die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Erkrankung bei über 65-Jährigen im Bundesstaat etwa 15 Mal höher sei als bei geimpften Gleichaltrigen. Impfskepsis ist in den USA vor allem im Lager der Trump-Anhänger:innen weit verbreitet, obwohl dieser selbst geimpft ist. Als er bei einem seiner letzten Auftritte auf seine Boosterimpfung zu sprechen kam, wurde er lautstark ausgebuht.

Auftritt vor Fans in Arizona: Trump inszeniert sich als Teil des Anti-Establishments

Was Trump ebenfalls beklagte, war eine drastische Zunahme von Kriminalität und illegaler Migration seit Bidens Amtsantritt am 10. Januar 2021. Die Zahl der Zuwanderer an der Grenze zu Mexiko liegt laut Statistiken des Pew Forschungszentrums tatsächlich auf einem Rekordwert. Bei der Kriminalitätsstatistik seien laut FBI nach einem Anstieg um 30 Prozent im Jahr 2020 die Zahlen ab Mitte 2021 wieder etwas rückläufig, berichtete die Tagesschau Ende 2021.

Donald Trump inszenierte sich wie schon in der Vergangenheit – trotz seiner eigenen Zeit im Weißen Haus – als Mann des Anti-Establishments und sagte: „Diese korrupten, machthungrigen Verrückten müssen uns laut und deutlich zuhören: Wir haben es satt, dass unser Leben von Politikern und Bürokraten in Washington kontrolliert wird.“

Trump und die „gestohlene Wahl“: Ex-Präsident mit Verschwörungstheorien zur Kapitol-Attacke

Viel Zeit verwandte Trump einmal mehr darauf, seine unbelegten Behauptungen zu erneuern, er sei durch Betrug um den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2020 gebracht worden. Außerdem streute er Verschwörungstheorien mit Blick auf die Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 und äußerte den Verdacht, dass Behörden wie die Bundespolizei FBI darin involviert gewesen sein könnten.

In einem Untersuchungsausschuss wird derzeit die Frage verhandelt, welche Mitschuld Donald Trump, seine politischen Unterstützer bei den Republikanern und ihre wiederholten unbegründeten Vorwürfe des Wahlbetrugs an der Attacke gewaltbereiter Fans auf das Parlamentsgebäude der USA tragen.

Trump-Auftritt in Arizona: „Müssen unsere Nationen vor diesen Monstern schützen“

Heftig wetterte Trump einmal mehr gegen die Demokraten insgesamt. „Die heutige radikale Demokratische Partei wird von einem gemeinen und bösartigen Geist des linken Faschismus angetrieben. Das ist nicht mehr nur Sozialismus“, sagte der Republikaner. Die Demokraten nutzten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus zur Schikanierung ihrer politischen Gegner. Dieser „eklatante Machtmissbrauch“ sei eine Schande. „Wir müssen unsere Nation vor diesen Monstern schützen, die die Strafverfolgung für politische Vergeltungsmaßnahmen nutzen.“

Die Kundgebung war Trumps erster Auftritt vor einem größeren Publikum seit Oktober. Wie üblich sagte Trump, in Arizona sei „die größte“ Menschenmenge dabei gewesen – „weiter als das Auge reicht“. Genaue Teilnehmerzahlen waren laut der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht verfügbar. (ska mit dpa/AFP)

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