Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

US-Präsident

Donald Trump im Weißen Haus: Sehnliches Warten auf ein Ende

Alle Autoren
    schließen
  • Mirko Schmid
  • Marcel Richters
    Marcel Richters
  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold

Die Belegschaft des Weißen Hauses musste die Eskapaden von Donald Trump vier Jahre lang erdulden. Viele sind froh, dass es bald vorbei ist.

Update vom Samstag, 16. Januar 2021, 15.30 Uhr: Während Donald Trump laut eines Berichts des „Wall Street Journal“ noch immer daran arbeitet, irgendwie im Amt bleiben zu können, werden die Stimmen der Angestellten lauter, „die einfach nur noch wollen, dass es vorbei ist.“

Trump soll zuletzt versucht haben, die Namen der zehn republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses in Erfahrung zu bringen, die für seine Amtsenthebung gestimmt haben, um sie im Vorfeld der Halbzeit-Wahlen 2022 bereits in den republikanischen Vorwahlen so zu beschädigen, dass sie nicht wieder ins Parlament einziehen.

Donald Trump plant wohl 100 Begnadigungen

Große Teile seiner Belegschaft im Weißen Haus „bete“ inzwischen dafür, dass der Tag der Amtseinführung von Joe Biden endlich kommt und dass Donald Trump „verdammt noch Mal da raus“ zu bekommen. Unterdessen arbeitet Donald Trump derzeit an einer Liste mit den Menschen, die er am letzten Tagen seiner Amtszeit begnadigen könnte. Darunter, so spekulieren Angestellte des Weißen Hauses nach Informationen des „Wall Street Journal“ soll auch Rudy Giuliani sein. Die Kinder von Trump, Donald Trump Jr., Ivanka Trump und Eric Trump sind nach letzten Informationen wohl nicht darunter.

Donald Trump und sein ehemaliger Stabschef Mick Mulvaney Anfang 2020 im Weißen Haus

„Amerikanisches Volk“ bestohlen: Mitarbeiter plündern das Weiße Haus – Donald Trump verlässt Washington

Update vom Freitag, 15. Januar 2021, 18.00 Uhr: Noch immer sorgt der Abtransport eines Bildes zwischen Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping und Donald Trump durch den Wirtschaftswissenschaftler Peter Navarro aus dem Weißen Haus für Verwirrung. Kenneth Baer, ein ehemaliger Politikberater von Barack Obama, kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Das ist illegal. Diese Bilder gehören dem amerikanischen Volk und kommen ins nationale Archiv.“

Er wisse dies aus erster Hand, da er zu Obamas Amtszeit ein Bild des ehemaligen US-Präsidenten und der Baseball-Mannschaft Philadelphia Phillies mitnehmen wollte.

Update vom Freitag, 15. Januar 2021, 10.00 Uhr: Nicht nur immer mehr Angestellte verlassen das Weiße Haus, auch der Hausstand von Donald Trump und seiner Familie wird langsam aber sicher weniger. Für Irritation sorgt dabei bei einigen Kommentatoren, dass offenbar nicht nur persönliche Gegenstände des scheidenden US-Präsidenten abtransportiert werden.

Das Weiße Haus wird ausgeräumt. Dass Verschwinden einiger Gegenstände sorgt für Irritationen.

So zeigen Bilder den Wirtschaftswissenschaftler Peter Navarro, wie er ein Bild von einem Gespräch zwischen Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping und Donald Trump mit sich nimmt. Navarro war bis zuletzt Unterstützer von Trump und ein Verfechter eines strikten Wirtschaftsnationalismus, insbesondere gegenüber China.

Ausgestopfter Fasan und Büste aus dem Weißen Haus mitgenommen

Aber auch andere Stücke scheinen das Weiße Haus mit Donald Trump zu verlassen. Larry Kudlow, der oberste Wirtschaftsberater von Trump, wurde dabei gefilmt, wie er das Gebäude mit einer Büste von Abraham Lincoln verlässt. Eine Frau wurde dabei fotografiert, wie sie einen ausgestopften Fasan abtransportiert. „Die Leute müssen verstehen, dass die Gegenstände im Weißen Haus keine Give-Aways sind“, sagte CNN-Korrespondent Jim Acosta. „Das sind keine Souveniers, die man mit nach Hause nehmen kann.“ Ein seltsames Bild, das die Trump-Präsidentschaft zu ihrem Ende hin liefere, so Acosta.

Donald Trump und Peter Navarro.

Update vom Donnerstag, 14. Januar 2021, 10.31 Uhr: Hope Hicks, eine der engsten Vertrauten von Donald Trump, arbeitet seit Dienstag (12.01.2021) nicht mehr für den abgewählten US-Präsidenten. Ihr Abgang sei aber schon vor den Ausschreitungen in Washington geplant gewesen. Das berichtet der amerikanische Fernsehsender CNN unter Berufung auf mehrere Quellen. Es ist bereits Hicks zweiter Abgang aus dem zweiten Haus, nachdem sie im Februar 2018 als Kommunikationsdirektorin zurückgetreten war. Sie war unter Druck geraten, weil sie vor einem Geheimdienstausschluss des Repräsentantenhauses „Notlügen“ für Trump erzählt hatte.

Donald Trump verliert wichtige Beraterin: Hope Hicks verlässt ihn erneut

Hope Hicks war eine enge und einflussreiche Beraterin von Donald Trump. Sie war bei einigen seiner größten Ausraster dabei. Sie gehörte zu den Personen, die am häufigsten im Weißen Haus gesehen worden seien, berichtet CNN.

Im Februar 2020 kehrte Hicks als Beraterin zu Donald Trump zurück. Ihr Einfluss lies in den letzten Wochen nach. Ihr Zurückweisen von Donald Trumps Wahlbetrugserzählungen und ihr Drängen darauf, nicht ohne gute Anwälte gegen das Wahlergebnis zu klagen, seien Gründe für den schwindenden Einfluss, so CNN.

Trump verliert weiteren Minister: Chad Wolf tritt zurück

Update von Dienstag, 12. Januar 2021, 07.00 Uhr: Knapp anderthalb Wochen vor dem Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hat auch der kommissarische US-Heimatschutzminister Chad Wolf seinen Rücktritt erklärt. Er gebe sein Amt mit Wirkung zum Montag um eine Minute vor Mitternacht ab, teilte Wolf in Washington mit.

Der bisherige Minister begründete seine Entscheidung mit „kürzlichen Geschehnissen“. Die Erstürmung des Kapitols durch wütende Trump-Anhänger:innen, die in den vergangenen Tagen mehrere andere hohe Regierungsmitglieder zum Rücktritt veranlasst hatte, nannte er nicht explizit.

Stattdessen erwähnte Wolf Gerichtsstreitigkeiten um seine Befugnis, das Ministeramt kommissarisch auszuüben. Dieser juristische Streit beanspruche Ressourcen des Heimatschutzministeriums ausgerechnet zum „kritischen Zeitpunkt“ des Übergangs zu einer neuen Regierung.

Ex-Stabschef von Donald Trump: Ausschreitungen in Washington haben „alles verändert“

Erstmeldung von Montag, 11. Januar 2021, 11.00 Uhr: Washington D.C. - Mit dem geschichtsträchtigen Sturm auf den Sitz der Gesetzgeber in der US-Hauptstadt Washington am Mittwoch vergangener Woche (06.01.2021) findet die bewegte Präsidentschaft von Donald Trump ein aufsehenerregendes Ende. Hunderte teils radikale Trump-Anhänger stürmten das Kapitol, darunter zahlreiche Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale.

Die Zahl der Opfer beläuft sich mittlerweile auf sechs, ein zweiter Polizist erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus, wie US-Medien am Montagmorgen (11.01.2021) berichten. Der Aufschrei über das antidemokratische Gebaren in einem Herzstück der amerikanischen Demokratie hallt in den USA weiter nach.

Ehemaliger Vertrauter von Donald Trump sieht Randale in Washington als Wendepunkt

Im Land herrscht selten große Einigkeit darüber, dass es Donald Trump war, der die Protestierenden mit antidemokratischen Tiraden gegen den Ausgang der US-Wahl 2020 zur Gewalt angestiftet hat. Bereits am Tag nach den Ausschreitungen traten deswegen hochrangige Mitglieder der US-Regierung zurück, darunter zwei Ministerinnen. Mick Mulvaney, bis dahin Stabschef und enger Vertrauter Trumps, nahm zwei Tage darauf (08.01.2021) seinen Hut. In einem Interview mit „Fox News“ zeichnet er ein Bild von der Randale, das sie als Wendepunkt in Trumps Kampf gegen dessen Wahlniederlage wirken lässt.

Die Geschehnisse vom Mittwoch hätten „alles verändert“, so Mulvaney gegenüber Fox News Moderator Chris Wallace. Er habe Donald Trump bis dahin stets die Treue gehalten. Dass Trump immer wieder in der Kritik stand, sei mit inhaltlichen Differenzen zum politischen Gegner und stilistischen Eigenheiten Trumps Führungsstils zu erklären. Das Chaos und die Gewalt in Washington hätten aber ins „Herz“ des amerikanischen Selbstverständnisses getroffen. „Ich habe in dieser Woche eine Menge Emotionen gespürt. Ich war schockiert, ich war verärgert, ich war traurig, ich war peinlich, ich war frustriert“, so Mulvaney dem US-Medium „Politico“ zufolge.

Wer seit dem Sturm aufs Kapitol der Regierung Trump bereits den Rücken gekehrt hat

NameLetzte Position vor Rücktritt
Betsy DeVosBildungsministerin
Elaine ChaoVerkehrsministerin
Mick Mulvaney US-Sonderbeauftragter für Nordirland
Stephanie GrishamStabschefin von Melania Trump
Anna Cristina NicetaEventmanagerin des Weißen Hauses
Sarah MatthewsPressesprecherin des Weißen Hauses
Matt PottingerNationaler Sicherheitsberater von Donald Trump
Eric DreibandAbteilungsleiter im Justizministerium

Mick Mulvaney bei „Fox News“: Später Rücktritt sorgt für kritische Fragen

Er war von Januar 2019 bis zum 6. März 2020 Stabschef im Weißen Haus und damit ein enger Vertrauter von Donald Trump. Der Präsident ersetzte ihn im Zuge der gerade beginnenden Corona-Pandemie und machte ihn zum Sondergesandten für Nordirland. Der langjährige Fox-Moderator Chris Wallace hinterfrage Mulvaneys späten Rücktritt kritisch. Dieser hatte sich bereits vier Tage nach der US-Wahl 2020 in einem Gastkommentar im „Wall Street Journal“ klar für eine Annahme des Wahlsiegs von Joe Biden durch Trump ausgesprochen.

Die Fragen konterte Mulvaney mit einer Aussage, die an die Attacken Trumps gegen „Fox News“ kurz nach der Wahl am 3. November 2020 erinnern. Moderator Wallace hätte Trump nur „durch die Medien gesehen, in einem Licht, in der er Trump habe sehen wollen“. Das Verhältnis des als konservativ geltenden US-Senders und Donald Trump steht auf wackeligen Füßen. „Fox News“ hatte unter anderem den Wahlsieg Bidens in Arizona berichtet – den Trump bis heute nicht anerkennt. Wer als Sprachrohr des Republikaners und seiner politisch ebenfalls engagierten Familie treten soll, wird die Zukunft zeigen. Ein aussichtsreicher Kandidat ist „Newsmax“.

Donald Trump droht zweites Amtsenthebungsverfahren

Derweil strengen die Demokraten in letzter Minute nach 2019 ein weiteres Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump an. Ungeachtet der sehr knappen Zeit bis zur Amtseinführung von Joe Biden und der designierten Vizepräsidentin Kamala Harris müssten die Demokraten im Senat 17 Republikaner davon überzeugen, dass Trump bis zum Regierungswechsel am 20. Januar noch mehr Schaden anrichten kann als bereits geschen. (Matthis Pechtold, Marcel Richters, Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Mark Wilson/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare