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US-Präsident

Donald Trump „isoliert“ im Weißen Haus - um den US-Präsidenten wird es einsam

  • vonMirko Schmid
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Um US-Präsident Donald Trump wird es immer einsamer. Seine Angestellten gehen ihm mittlerweile aus dem Weg - niemand will im Weißen Haus Opfer seiner Tiraden werden.

  • Donald Trump weigert sich, die Niederlage bei der US-Wahl 2020 gegen Joe Biden zu akzeptieren.
  • Im Weißen Haus sollen Angestellte den abgewählten US-Präsidenten mittlerweile meiden.
  • Trump News: Lesen Sie hier alle Hintergrundinformationen und Nachrichten rund um den 45. Präsidenten der USA.

Washington D.C. – Um Donald Trump wird es rund um Weihnachten und den Jahreswechsel einsam. Der abgewählte US-Präsident ärgert sich Insiderberichten zufolge weiter über seine Wahlniederlage und sorgt mit seinen Tiraden für angespannte Stimmung im Weißen Haus. Das soll dazu führen, dass ihn Angestellte und Vertraute inzwischen meiden.

US-Präsident Donald Trump soll im Weißen Haus „isoliert“ sein

Journalistin Maggie Habermann nennt Donald Trump „isoliert“. Im Programm von „CNN“ betont sie, dass die Gerüchte eines isolierten Präsidenten zwar seit seinem Amtsantritt vor rund vier Jahren die Runde machen. Nun aber sei Trump wirklich isoliert. Quellen aus dem Weißen Haus sollen ihr berichtet haben, dass „sein Kreis viel, viel enger“ geworden sei. Es gebe nur noch wenige Personen, die mit ihm redeten, die meisten Angestellten sollen versuchen, den Präsidenten zu meiden.

Es wird einsam um Donald Trump: US-Präsident im Weißen Haus „isoliert“

Der Grund für das „Versteckspiel“ liegt bei Donald Trump selbst. Den internen Quellen zufolge sei er schlecht gelaunt. Außerdem wolle er von seinen Angestellten, dass sie seine Verschwörungstheorie vom angeblichen „Wahlbetrug“ zustimmten. Habermann berichtet, dass viele der Angestellten – „nicht alle, aber viele“ – das Narrativ des abgewählten Präsidenten nicht bestätigen wollten. Außerdem sei Donald Trump enttäuscht, dass er es während seiner Amtszeit nicht als „Person of the Year“ auf das Cover des „Time-Magazine“ geschafft habe. Joe Biden und Kamala Harris hingegen wurde diese Ehre am 11.12.2020 noch vor ihrem Einzug ins Weiße Haus zuteil.

Donald Trump will nicht über 2024 reden, sondern im Weißen Haus bleiben

Am 08.12.2020 stellte sich Donald Trump am Fuße der mit Girlanden geschmückten großen Treppe im Weißen Haus vor eine Gruppe geladener Gäste und beschwerte sich über die Menschen um ihn herum. Er ärgert sich darüber, dass sein Umfeld es weitgehend aufgegeben habe, das Wahlergebnis gemeinsam mit ihm herumreißen zu wollen. Ein aus den Reihen der Partygäste aufgenommenes und auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt den Präsidenten, der seinen jubelnden Gästen erklärt: „Ich möchte nicht über das nachdenken, was in vier Jahren ist.“

Es stört Donald Trump ganz offensichtlich, immer wieder auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2024 angesprochen zu werden. Kevin Liptak, „CNN“-Reporter im Weißen Haus, malt in einem ausführlichen Bericht ein trauriges Bild des scheidenden Präsidenten. Liptak zufolge sei Trump frustriert darüber, dass seine Angestellten bereit sind, Zukunftspläne für die Ära nach der Zeit im Weißen Haus zu schmieden, während er lieber an Ort und Stelle bleiben möchte.

Donald Trump soll sich geschworen haben, „illoyale“ Angestellte zu „bestrafen“

Liptak interpretiert die kurze Rede als ein Zeichen dafür, dass der Kampf des Donald Trump zu einem Einzelkampf wird, der auf Twitter und am Telefon geführt werde. Während der scheidende Präsident weiter die Augen vor dem Fakt seiner Niederlage verschließt, würden immer mehr Menschen um ihn herum „das nächste Kapitel aufschlagen – und versuchen, ihn auch dorthin zu stupsen“.

Privat soll sich Donald Trump in den letzten Wochen unermüdlich darüber beschwert haben, dass „seine“ Republikaner nicht genügend Unterstützung gezeigt hätten. Trotzig soll er sich geschworen haben, diejenigen zu bestrafen, die er als illoyal ansieht. Und es ist derzeit offenbar leicht, sich die Verärgerung des Wahlverlierers einzuhandeln. Seinen Justizminister William Barr hat Trump öffentlich angezählt, weil dieser es nicht schafft, Beweise für Trumps „Wahlbetrugs“-Geschichte zu produzieren. Der Minister soll inzwischen laut verschiedenen Medienberichten einen Rücktritt noch vor dem 20. Januar in Betracht ziehen.

Melania Trump plant Umzug, Ivanka Trump kauft Grundstück, Donald Trump kämpft

Untergebene, die es gewagt hatten, Donald Trump zur Einsicht in seine Wahlniederlage zu bewegen, habe der 45. US-Präsident „kaltgestellt“, berichtet Liptak. Trumps Rückhalt schwinde dennoch mit jedem Tag, den die Amtseinführung von Joe Biden am 20. Januar 2021 näher rückt. Seine Frau, First Lady Melania Trump, hat bereits mit den Vorbereitungen des Umzuges nach Mar-a-Lago begonnen. Sie soll Lieferungen von Möbelstücken und Kunst aus dem Weißen Haus ins warme Florida planen, aus dem präsidialen Amtssitz dringen Stimmen, dass sie nur noch weg will aus der US-Hauptstadt.

Nach einer Amtszeit abgewählte Präsidenten(seit dem 20. Jahrhundert)
Donald J. Trump (R)2020
George H. W. Bush (R)1992
Jimmy Carter (D)1980
Gerald R. Ford (R)1976
Herbert Hoover (R)1932
William Howard Taft (R)1912

Seine Tochter und engste Beraterin Ivanka Trump soll sich vor Kurzem gemeinsam mit ihrem Ehemann Jared Kushner ein repräsentatives Grundstück auf einer als „Milliardärsbunker“ verschrienen Insel vor Miami gekauft haben. Auch wenn das Weiße Haus dazu keine Auskunft geben will, gehen Medien und politische Kreise in den USA davon aus, dass das „Powerpaar“ plant, sich zeitnah dort niederzulassen. Das spricht nicht gerade für einen unerschütterlichen Glauben daran, dass Donald Trump das Wahlergebnis noch vor Gericht drehen wird.

Angestellte im Weißen Haus suchen nach Wahlniederlage von Donald Trump neue Jobs

Und da wäre noch der vielköpfige Stab aus Angestellten im Weißen Haus. Nach und nach, berichtet CNN-Reporter Liptak, gingen Kündigungen ein; wer jetzt noch nicht gekündigt habe, schaue sich nach neuen Jobs um. Und selbst Ministerinnen und Minister der Trump-Administration treffen sich inzwischen, mal mehr und mal weniger heimlich, mit ihren designierten, von Joe Biden nominierten Nachfolgerinnen und Nachfolgern, um eine reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte einzuleiten.

Anthony Fauci mied am Dienstag (8.12.2020) die als „Impfstoffgipfel“ angekündigte PR-Show von Donald Trump. Stattdessen nahm der Chef-Immunologe der US-Regierung an der gleichzeitig stattfindenden Vorstellung des für die Gesundheit der US-Bevölkerung zuständigen Teams um Joe Biden teil. Fauci klang begeistert, als er sagte: „Ich freue mich darauf, Sie in diesen dringendsten Prioritäten zu beraten und mit diesem Team von Weltklasse-Experten zusammenzuarbeiten, das ich seit vielen Jahren kenne und das ich zutiefst respektiere.“

Rudy Giuliani und Jenna Ellis stehen weiter an Seite von Donald Trump – beide haben Corona

Donald Trump scheinen die Auflösungserscheinungen in seinem direkten Umfeld nicht zu irritieren. Gemeinsam mit seiner „Strike Force“ um Rudy Giuliani und Jenna Ellis versucht er weiter, juristisch gegen das Wahlergebnis vorzugehen. Dass er vor den Gerichten dabei eine Niederlage nach der anderen einstecken muss, zuletzt auch vor dem Supreme Court, scheint Trump kein Zeichen zu sein. Zu allem Übel haben sich beide Rechtsgelehrten zuletzt mit dem Coronavirus infiziert. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA/AFP

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