Trump-Fans demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen - mit korrektem Sternenbanner am Außenspiegel.
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Trump-Fans demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen - mit korrektem Sternenbanner am Außenspiegel.

Donald Trump im Wahlkampf

Donald Trump im Wahlkampf: Auf dem Banner fehlen Sterne

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Das Wahlkampfteam von Donald Trump vertreibt in der Corona-Krise ein Puzzle mit Präsident und Flagge - und einem entscheidenen Fehler.

  • Donald Trump: Puzzle mit falscher US-Flagge
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USA – Wie soll man in der sozialen Isolation bedingt durch die Corona-Krise* die Zeit totschlagen? Die eine liest ein Buch, der andere streamt Serien im Dauermodus. Und manche entdecken das Puzzlen für sich.

An die letztgenannte Gruppe richtet sich Donald Trump*. Bzw. nicht der US-Präsident persönlich, sondern eher sein Wahlkampfteam, das seine Arbeit nach dem Sieg 2016 nie beendet hat und sich seitdem durchgehend im Kampagnen-Modus befindet. 

Donald Trump: Ein Puzzle für die Corona-geplagten Fans

Für all seine von Corona-geplagten Fans, die das Wörterpuzzle von Melania Trump bereits gelöst haben (siehe Tweet weiter unten), wird auf Donald Trumps Website www.donaldjtrump.com seit kurzem ein Puzzle, bestehend aus 200 Teilen, angeboten, für den - etwas hoch anmutenden - Preis von 35 US-Dollar. Ist aber auch „mit Stolz in den USA hergestellt“.

Donald Trump als Puzzle: 200 Teile, aber nur 44 Sterne auf dem Banner.

Wer die 200 Teile in richtiger Art und Weise aneinandergesetzt hat, der oder dem zeigt sich ein Foto von Donald Trump, wie man ihn kennt: mit roter Krawatte, blonder Mähne, und zwei kleinen erhobenen Daumen. Hinter ihm prangt die Flagge der Vereinigten Staaten, die Trump zu anderer Gelegenheit schon liebevoller umarmte als er das je bei einem seiner Söhne gemacht haben soll.

Donald Trump: US-Flagge mit zu wenigen Sternen abgebildet

Doch irgendwie sieht das Sternenbanner diesmal anders aus, und wer zählen kann, findet schnell heraus, was: Der Bildausschnitt, für den sich laut Website die Fans per Abstimmung selbst entschieden hätten, zeigt statt der üblichen 50 gerade Mal 44 Sterne.

Ob das Bild nun eine subversive Spitze gegen einzelne, widerspenstige Bundesstaaten ist, mit deren Gouverneuren sich Trump über die richtigen Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie gestritten hatte, oder einfach nur Unvermögen – das bleibt zunächst wohl ungeklärt.

Donald Trump Merchandising: Strohhalme, Strampler und vieles mehr

Doch das eigenwillige Puzzle ist längst nicht der einzige der weit über 100 Merchandising-Artikel im Angebot der Trump-Kampagne, der etwas teuer und noch etwas mehr seltsam wirkt. 

Weitere Highlights aus dem Sortiment:

  • „I love Trump“ Strohhalme – 22 Zentimeter lang, zehn Stück in rosa und rot, für einen Preis von stolzen 15 Dollar.
  • Strampelanzüge für Babys, mal mit „Baby lives Matter“, wohl für Abtreibungsgegner gedacht und in Anspielung auf die Bürgerrechtsbewegung „Black lives Matter“, mal mit „Ich weine weniger als ein Demokrat“.
  • Eddings mit dem Faksimile Donald Trumps als Aufdruck – ganz ähnlich dem Edding, mit dem Trump in Zeiten vor Corona einst eine Wetterkarte beschmierte, um die prognostizierten Auswirkungen seinem Gerede anzupassen.

Diese Produkte und viele mehr sollen der Kampagne von Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence* dabei helfen, die Kriegskassen vor der bald beginnenden heißen Phase im Wahlkampf, wohl gegen Joe Biden, zu füllen. Denn jeder Einkauf wird als Wahlkampfspende gewertet.

Deutsche Fans von Donald Trump müssen auf Produkte verzichten

Das ist auch der Grund, warum Trump-Fans hierzulande wohl weiter auf ein Präsidenten-Puzzle verzichten müssen. Das Gesetz zur Wahlkampffinanzierung der USA verbietet jegliche finanzielle Zuwendungen von ausländischen Personen oder Firmen. Und weil es ja Spenden sind, die man leistet, und kein Einkauf, den man tätigt, sind die Produkte vom Umtausch ausgeschlossen. Da können auch noch so viele Sterne auf dem Puzzle fehlen.

Von Daniel Dillmann

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