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Donald Trump auf dem Weg ins Katastrophengebiet.
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Donald Trump auf dem Weg ins Katastrophengebiet.

Sturm "Harvey"

Donald Trump vergisst die Flut-Opfer

  • VonThomas Spang
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Hurrikan "Harvey" kehrt mit neuer Kraft aus dem Golf von Mexiko nach Texas und Louisiana zurück. US-Präsident Donald Trump zeigt wenig Anteilnahme an dem Schicksal der Flutopfer.

Kurz nach vier Uhr morgens geht der Monstersturm „Harvey“ bei Cameron im US-Bundesstaat Louisiana ein zweites Mal an Land. Für die rund 500 Kilometer breite Region entlang der Golfküste bringt der Hurrikan mehr Wind, mehr Regen und vor allem mehr Überflutungen. Die Zahl der Toten kletterte auf über 30. Die Behörden gehen jedoch von weit mehr aus sobald das Wasser zurückgegangen ist. 

Zehntausende suchen Zuflucht in Notaufnahme-Lagern, die in Kongresszentren, Kirchen und Schulen ihre Türen für die Opfer der historischen Regenfälle geöffnet haben. Der Nationale Wetterdienst vermeldet mit 1,31 Meter unweit der Öl-Metropole einen Niederschlagsrekord.  

Tausende Rettungshelfer des nationalen Katastrophen-Dienstes FEMA, die Nationalgarde, Küstenwache und Freiwillige sind rund um die Uhr im Einsatz, um Betroffene aus den reißen Fluten, von Dächern oder aus ihren Häusern zu holen. 

Während die Nation im Fernsehen verfolgen konnte, wie sich bei den Einsätzen und in den Notunterkünften herzzerreißende Szenen abspielten, versuchte Präsident Donald Trump aus den Fehlern George W. Bushs während Hurrikan Katrina zu lernen, in dem er Präsenz vor Ort demonstrierte. Der Schuss ging nach hinten los.

„Der Präsident traf kein einziges Sturm-Opfer, sah keinen Zentimeter an Regen oder kam nur nahe einer überfluteten Straße“, fasst „Politico“ den Besuch Trumps in Corpus Christi und Austin zusammen. Beide Städte liegen an der Peripherie der von „Harvey“ betroffenen Regionen. 

Bei Ankunft in Corpus Christi ließ sich der in Baumwollhose und Regenjacke gekleidete Präsident von rund tausend Anhängern hochleben. „Was für eine Menge, welch ein Auftrieb“, sagte Trump, der eine weiße Schirmmütze promotete, die er auf seiner Webseite für 40 Dollar verkauft. Vorne drauf stehen die Worte USA, an der Seite „45“ und „Trump“.

Anteilnahme? Fehlanzeige

Der Präsident pries vor der Kulisse eines Feuerwehrwagens FEMA-Direktor Brock Long, der „durch seine häufigen Fernsehauftritte berühmt geworden ist“. Und dankte anderen Regierungsmitgliedern für deren Einsatz. „Wir wollen uns nicht beglückwünschen bevor es vorüber ist“, sagte Trump, der deutlich machte, wie sehr es ihm bei diesem Besuch um die Optik geht. 

Der Auftritt des Präsidenten in Texas löste Kritik über die Parteigrenzen hinweg aus. Bushs ehemaliger Sprecher Ari Fleischer bemängelte, „bei dem, was Trump gesagt habe, fehlte es  an Anteilnahme für die Menschen, die leiden“. 

Der Lächerlichkeit preis gab sich First Lady ,die in Stilettos und mit zwei „Louis Vuitton“-Reisetaschen zu dem Besuch im Krisengebiet aufbrach. Bei Ankunft in Texas stieg Melania mit strahlend weißen Turnschuhen aus der Air Force One. „Welche Mitarbeiterin hat jetzt keine Schuhe?“, frotzelte eine Twitter-Nutzerin.

Das Präsidentenpaar präsentierte sich auf andere Art so entrückt wie George W. Bush, der sich nach „Katrina“ tagelang nicht blicken ließ.   

Auch andere Lehren aus dem Hurrikan, der vor genau zwölf Jahren New Orleans verwüstete, wurden nicht beherzigt. Experten weisen darauf hin, dass die Katastrophe von Houston genauso voraussagbar war. 

Die Metropole, die sich stolz „Stadt ohne Grenzen“ nennt, hat es konsequent abgelehnt, Bauvorschriften zu erlassen. Das Ergebnis sind die massive Versiegelung der Oberflächen, Zersiedlung und tausende Neubauten in Gebieten, die als extrem flutgefährdet galten. 

Hinzu kommen die in den Wind geschlagenen Warnungen von Experten. In einem an die Presse durchgestochenen Entwurf der „Nationalen Klima-Einschätzung“ äußern Amerikas Top-Klimaforscher mit “hoher Gewissheit“ die Ansicht, dass es angesichts steigender Temperaturen in den Ozeanen zu stärkeren Hurrikans mit größeren Niederschlagsmengen kommen wird. 

Das Trump nahestehende „Heartland Institut“ macht sich über den Konsens der Klimaforscher lustig. „In der bizarren Welt der Klimawandel-Kultanhänger ... wird Harvey als Beweis gesponnen, der die angeblich schlimmen Effekte menschlicher Aktivität auf den Klimawandel zeigt“, meint „Forscherin“ Bette Grande und behauptet: „Diese Theorie ist durch nichts bewiesen“. 

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