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Donald Trump
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Gesteht Donald Trump ein, auch nur eine minimale Verantwortung für die Erstürmung des US-Kapitols zu tragen? Seine bizarre Sicht auf die Vorfälle zeigen neu veröffentlichte Tonbandaufnahmen. (Archivfoto)

Ehemaliger US-Präsident in Bedrängnis

Neue Tonband-Aufnahmen von Donald Trump enthüllt: Aussagen sorgen für Aufregung

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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In jetzt veröffentlichten Tonbandaufnahmen verbreitet Donald Trump merkwürdige Verschwörungserzählungen – über den Kapitol-Sturm und seine Wahlniederlage.

Washington D.C. – Donald Trump hat zahlreiche Skandale verursacht, verbreitete Verschwörungserzählungen über seine politischen Gegner sowie die verloren gegangene Präsidentschaftswahl und stachelte seine Anhänger:innen zum Sturm aufs US-Kapitol an. Neu veröffentlichte Tonbandaufnahmen des ehemaligen US-Präsidenten zeigen eindringlich seine Sicht auf die Vorfälle.

Der Ex-Präsident der USA bezeichnete die Menschenmenge in Washington, die er kurz vor der Kapitol-Stürmung am 6. Januar mit einer Rede angestachelt hatte, als „liebevolles Publikum“. Tatsächlich befanden sich unter den Menschen zahlreiche Gewalttäter:innen sowie Rechtsextreme, wie die brutal vorgehenden Gruppierungen „Proud Boys“ und „Oath Keepers“.

Donald Trump dagegen sieht das sichtlich anders. „Es gab viel Liebe. Das habe ich von allen gehört. Viele, viele Leute haben mir gesagt, dass das eine liebevolle Menge war“, sagte Trump in einem am 31. März aufgezeichneten Interview mit den prominenten Journalisten Carol Leonnig und Philip Rucker. Die Aufnahmen strahlte der Fernsehsender CNN kürzlich aus.

Neue Tonbandaufnahmen: Donald Trump gibt Polizei Schuld am Sturm auf das Kapitol

„Es waren Hunderttausende Menschen da. [...] Ich glaube, es war die größte Menschenmenge, vor der ich je gesprochen habe“, verkündete Donald Trump stolz. Zur Erinnerung: Nach der Rede stürmten Hunderte Menschen das Kapitol. Randalierer:innen attackierten Polizeikräfte, demokratische und republikanische Abgeordnete fürchteten nach eigener Aussage um ihr Leben. Vom FBI wurde der Angriff als „inländischer Terrorismus“ eingestuft. Fünf Menschen kamen bei den Ausschreitungen ums Leben, darunter ein Kapitol-Polizist.

Beim gewalttätigen Sturm auf das Kapitol im Januar kamen fünf Menschen ums Leben. (Archivbild)

Den Vorwurf, für die Gewalt verantwortlich zu sein, wies Trump von sich. Er habe gar nicht gewollt, dass die Menschen ins Kapitol gelangen. Vielmehr sei es die Schuld der Sicherheitskräfte gewesen. „Ich meine, in aller Fairness, die Kapitol-Polizei hat die Leute hereingelotst“, sagte Donald Trump und fügte hinzu, dass die Polizei „sehr freundlich war“ und die Eindringlinge „umarmt und geküsst“ habe. Das sei in der öffentlichen Wahrnehmung untergegangen, „aber auch dazu gibt es jede Menge Videoaufnahmen, (...) so ist es nun mal.“

Sturm auf das Kapitol: Motive der randalierenden Anhänger:innen kann Donald Trump verstehen

Die Motive des Mobs verteidigte der Republikaner. „Sie sind nur aufgetaucht, um ihre Unterstützung zu zeigen. Weil ich glaube, dass die Wahl manipuliert wurde. Auf einem Level, wie noch nie zuvor etwas manipuliert wurde. Es gibt enorme Beweise, es gibt enorme Beweise. Statistisch gesehen war es gar nicht möglich, dass er (Anm. d. Red.: Joe Biden) gewinnt. Ich meine, Dinge wie in Ohio, Iowa, da gab es noch nie eine Niederlage“, sagte Donald Trump.

Auch Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Amt glaubt Donald Trump also weiterhin daran, dass es einen groß angelegten Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegeben habe. Seine Niederlage hat er bis heute nicht eingeräumt. Er, seine Anwält:innen und politische Freunde scheiterten mit ihren Behauptungen vor Dutzenden Gerichten.

Donald-Trumps Verschwörungserzählungen über den Kapitol-Sturm

Angesprochen auf die Frage des Journalisten Philip Rucker, ob er einfach einen besseren Rechtsbeistand bräuchte, antwortete Donald Trump: „Nein, ich brauche bessere Richter.“ Wenn die USA tatsächlich ein demokratisches Land seien, hätten die Gerichte ihn zum rechtmäßigen Wahlsieger erklärt, so das Narrativ von Trump. Angeblich hätten massenhaft tote Menschen, illegale Einwanderer:innen und bezahlte Inder:innen bei der Wahl abgestimmt. Natürlich für seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden.

CNN-Moderator Anderson Cooper reagierte auf die Aussagen Donald Trumps fassungslos. „Es ist so, als würde man sich Nixons betrunkenes Gerede anhören. Mit dem Unterschied, dass er nicht betrunken ist. Er schwafelt einfach nur herum und hält weiterhin an diesen ganzen Lügen fest.“ Die Äußerungen zum Kapitol-Sturm seien „ekelhaft“. Cooper fügte entgeistert hinzu: „Dieser Mann war Präsident der Vereinigten Staaten.“ (tvd)

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