Zehn Waffen im Haus

Donald Trump: Ex-Wahlkampfchef Brad Parscale vor Kameras in Handschellen abgeführt

  • vonMirko Schmid
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Donald Trumps geschasster Wahlkampfchef Brad Parscale droht, sich selbst zu verletzen und muss in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Er soll in den Tagen zuvor seine Frau geschlagen haben.

  • Der ehemalige Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Brad Parscale, droht sich mit Schusswaffen selbst zu verletzen.
  • Joe Biden zeigt sich besorgt, Donald Trump versucht, Kapital aus Parscales Zusammenbruch zu schlagen.
  • Trump News: Hier finden Sie alle aktuellen Informationen und Nachrichten zum 45. US-Präsidenten.

Update von Dienstag, 29.09.2020, 09.10 Uhr: Inzwischen ist ein Video aufgetaucht, in dem zu sehen ist, wie Brad Parscale, Ex-Wahlkampfmanager von Donald Trump, festgenommen wird. Aufgenommen wurde es von einer Bodycam eines der an der Festnahme beteiligten Polizisten. Dieser trifft vor dem Haus zunächst auf Parscales Frau, die ihm den Sachverhalt schildert.

Demnach soll ihr Mann sie während eines Streits geschlagen, mit Selbstmord gedroht und einen Schuss abgegeben haben. Dabei zeigte sie den Beamten mehrere Prellungen „an beiden Armen, an Wange und Stirn“, wie Detective Steven Smith laut Miami Herald in einem Einsatzbericht schreibt. Daraufhin rief der Polizist Donald Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager selbst an und bittet ihn, das Haus ohne Waffe zu verlassen, um sicherzustellen, dass es ihm gut geht.

Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfchef Brad Parscale wird vor seinem Haus in Fort Lauderdale festgenommen.

Brad Parscale lehnt zunächst ab und will im Haus bleiben. Daraufhin sprechen die Polizisten erneut Parscales Ehefrau an, die erklärt, im Haus gäbe es "vier, fünf" Waffen, unter anderem ein Gewehr und eine Schrotflinte. Außerdem will sie einen Schuss gehört haben. Als die Polizisten schließlich zum Hintereingang des Hauses gehen, finden sie Parscale vor dem Eingang sitzend vor.

Brad Parscale: „Ich habe nichts getan“

Parscale steht anschließend auf und geht unbewaffnet auf den Polizisten zu. Dabei hat er ein Bier in der Hand. Er beteuert, sich nicht umbringen zu wollen und gibt an, seine Frau würde lügen. Weitere Einsatzkräfte umzingeln ihn, einer davon bringt ihn zu Boden, woraufhin Parscale wiederholt sagt: „Ich habe nichts getan!“

Auf die Frage, ob er eine Waffe bei sich habe, antwortet Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef, dass er keine Waffen habe und erneut: „Ich habe nichts getan.“ Anschließend wird er mit den Händen in Handschellen auf dem Rücken abgeführt. Obwohl Parscale keine Verbrechen vorgeworfen werden, wurde er nach geltender Rechtslage in Florida zwangseingewiesen.

Polizei findet zehn Waffen im Haus von Donald Trumps ehemaligem Wahlkampfchef Parscale

Am Tag der Festnahme selbst habe Brad Parscale seine Frau nicht geschlagen, so Candice Parscale. Lediglich das Handy hätte er ihr aus der Hand geschlagen, als sie versucht habe, seinen Vater zu erreichen. Diesen hatte sie angerufen, da Parscale in den letzten Wochen häufig davon gesprochen habe, sich selbst erschießen zu wollen.

Im Anschluss an die Festnahme, während Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfleiter betrunken geklungen und nach Alkohol gerochen haben soll, fanden die Polizisten nicht weniger als zehn Schusswaffen in Parscales Haus: zwei Schrotflinten, zwei Gewehre, einen Revolver vom Kaliber 22 und fünf Handfeuerwaffen.

Erstmeldung von Montag, 28.09.2020, 11.08 Uhr:
USA - Brad Parscale wurde am Sonntagabend in ein Krankenhaus in Fort Lauderdale eingeliefert - vier Monate, nachdem ihn US-Präsident Donald Trump als Wahlkampfmanager für die US-Päsidentschaftswahl abgesetzt hat. Grund dafür soll sein, dass Parscales Ehefrau die örtliche Polizei darüber informiert habe, ihr Ehemann besitze Schusswaffen und drohe, sich selbst zu verletzen. Dies berichtet unter anderem die New York Times.

Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef Brad Parscale droht, sich selbst zu verletzen

Name, Alter, GeburtsortBrad Parscale, 44 (3. Januar 1976), Topeka, Kansas
BerufDigital Consultant, Wahlkampfmanager
FamilieEhefrau Candice
Ein Kind aus vorheriger Beziehung

Die örtliche Polizeichefin der US-Stadt Fort Lauderdale, Laren Dietrich, bestätigt gegenüber der New York Times, dass Candice Parscale selbst um Hilfe gerufen hatte: „Als die Beamten vor Ort ankamen, nahmen sie Kontakt mit der Ehefrau eines bewaffneten Subjekts auf. Sie wies darauf hin, dass ihr Ehemann bewaffnet war, Zugang zu mehreren Schusswaffen in der Residenz hatte und drohte, sich selbst zu verletzen.“ Die Beamten nahmen daraufhin Kontakt mit dem einstigen Vertrauen von Donald Trump auf, beruhigten ihn und überzeugten ihn davon, das Haus zu verlassen.

Anschließend wurde Parscale zur eigenen Sicherheit und für weitere Untersuchungen in das Broward Health Medical Center eingewiesen.

Brad Parscale wurde im Juli als Donald Trumps Kampagnenmanager für die anstehende US-Wahl abgelöst und durch Bill Stepien ersetzt. Trump soll unzufrieden mit dem zu sorglosen Umgang seines Kampagnenchefs mit der Wahlkampfkasse gewesen sein und warf ihm sinkende Umfragezahlen vor. Auch Parscarles Perfomance im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie missfiel dem Präsidenten der USA.

Während die Kampagne von Joe Biden ihr Bedauern ausdrückt, will das Team um Donald Trump profitieren

Auf Twitter reagiert das Umfeld der Präsidentschaftskandidaten höchst unterschiedlich auf den Vorfall. Während das Wahlkampfteam um den demokratischen Herausforderer Joe Biden sein Bedauern ausdrückt und Brad Parscale eine schnellstmögliche Heilung wünscht, versucht die Kampagne um Donald Trump die Thematik für sich und den eigenen Wahlkampf auszuschlachten. Trumps Team wirft Joe Biden und den Demokraten vor, zu rüde mit Parscale umgegangen zu sein und seinen Zusammenbruch verschuldet zu haben. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © AFP PHOTO / FORT LAUDERDALE POLICE DEPARTMENT

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