1. Startseite
  2. Politik

Donald Trump – Königsmacher oder Lusche? Entscheidung fällt in Ohio

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Stör

Kommentare

Hat Donald Trump die Republikanische Partei im Griff? Die Vorwahl in Ohio könnten eine erste Antwort auf diese Frage geben.

Cleveland – Auch nach seiner Abwahl gilt Donald Trump noch immer als wichtigster Politiker der Republikanischen Partei. Wie stark seine Stellung in der „Grand Old Party“ aber wirklich ist, ist derzeit schwer zu sagen. Der erste große Test für die Zugkraft von Donald Trump steht am 3. Mai an. Dann nämlich streiten im US-Bundesstaat Ohio die Republikaner in den „Primaries“ genannten Vorwahlen darum, wer die Partei bei den Zwischenwahlen im November im Kampf um einen Platz im US-Senat vertreten wird.

Donald Trump ist natürlich auch mit dabei. Zwar steht der frühere US-Präsident nicht selbst auf dem Wahlzettel, doch wie bei jeder Wahl hat Trump auch diesmal wieder eine Empfehlung ausgesprochen. In der Vergangenheit machte sich Trumps Fürsprache oftmals bezahlt, allerdings auch nicht immer. Wie also sieht es in Ohio aus? Wenn den Umfragen zu trauen ist, scheint Trump diesmal zum Königsmacher zu werden.

Donald Trump gibt J.D. Vance in Ohio Rückendeckung

Nachdem zunächst der Rechtsaußen Josh Mandel die besten Aussichten auf die Nominierung zu haben schien, hat sich das mit Trumps Eingreifen geändert. Im Schnitt allen Erhebungen liegt nun der Autor J.D. Vance an der Spitze. Der wird von Donald Trump unterstützt, auch wenn Trump das selbst nicht immer so genau zu wissen scheint.

Donald Trump tritt in Delaware (Ohio) auf.
Donald Trump tritt in Delaware (Ohio) auf. © Megan Jelinger/AFP

Sollte der einstige Trump-Kritiker Vance tatsächlich die Vorwahl in Ohio gewinnen, wäre erwiesen, dass Donald Trump bei den Republikanern noch immer das Sagen hat. Sollte Vance allerdings verlieren, würde das bedeuten, dass die Wählerschaft der Republikanischen Partei eben doch nicht einzig und alleine nach Trumps Pfeife tanzt. Trump würde dann vom Königsmacher zur Lusche werden – eine Aussicht, die ihm ganz und gar nicht behagt.

Zwischenwahlen in den USA: Die nächsten Termine für die „Pimaries“

Ohio03. Mai
Pennsyvlania17. Mai
North Carolina17. Mai
Georgia24. Mai

Donald Trump will in Ohio seinen Einfluss geltend machen

Trump, der nie seine Schlappe bei der Präsidentschaftswahl 2020 in den USA gegen Joe Biden eingestanden hat, kann sich Niederlagen seiner Favoriten kaum leisten. Ein Erfolg von Vance in Ohio ist für Trump vor allem deshalb so wichtig, weil im Mai noch weitere Vorwahlen auf dem Programm stehen. Die Erfolgsaussichten seiner Wunschkandidaten scheinen dabei eher gering zu sein. „Er könnte ein paar hässliche Nächte erleben“, zitiert das Nachrichtenportal Politico einen Berater Trumps. Um seinen Anspruch auf die Nominierung der Republikaner 2024 geltend zu machen, wäre das für Trump zu wenig.

„Ist er immer noch eine sehr, sehr beliebte Figur in der republikanischen Partei“, sagte der republikanische Stratege John Thomas gegenüber Politico. „Absolut, unbestreitbar. Aber hat er den Einfluss und das Gewicht in den Vorwahlen der Republikaner, um der entscheidende Königsmacher zu sein? Nicht unbedingt.“ Die Vorwahl in Oho wird erste Antworten auf diese Fragen geben. (cs)

Auch interessant

Kommentare