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Statement am 6. Januar 2022

Donald Trump kündigt Comeback zu pikantem Zeitpunkt an

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Donald Trump will am ersten Jahrestag der Kapitol-Erstürmung vor die Presse treten. Es wird um Wahlbetrug und Wiederwahl gehen.

Washington, D.C. - Donald Trump steht weiter mächtig unter Dampf. Grund ist noch immer der Sturm auf das Kapitol in der Hauptstadt Washington, D.C., der sich am 6. Januar 2022 zum ersten Mal jährt. Der frühere US-Präsident nutzt das Datum, um mal wieder auf eine seiner liebsten Verschwörungsthesen aufmerksam zu machen.

Im Mittelpunkt einer Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach soll nämlich der angebliche Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November 2020 stehen. Bis heute hat Trump seine Wahlniederlage gegen Joe Biden nicht eingeräumt und verbreitet in regelmäßigen Abständen sein Märchen, das unter den Demokraten in den USA inzwischen längst schon als „Big Lie“ gilt.

Donald Trump will am Jahrestag des Kapitol-Sturms vor die Presse treten. (Archivbild)

Donald Trump und die „Große Lüge“ vom Wahlbetrug

Doch die „Große Lüge“ erweist sich immer mehr als genialer Schachzug von Donald Trump. Die Zahlen einer Umfrage der Monmouth University von Anfang November sprechen jedenfalls Bände. Demnach gaben 73 Prozent der republikanischen Befragten an, Biden habe nur aufgrund von Wahlbetrug gewonnen. Nur 22 Prozent akzeptierten Biden als den rechtmäßig gewählten Präsidenten.

Noch gravierender ist der Umstand, dass es sich die Republikaner ohne jeden Skrupel zur Aufgabe gemacht haben, in vielen der von ihnen kontrollierten Bundesstaaten das Wahlrecht zu ändern – womit sie vor allem den Minderheiten das Wählen erschweren wollen. Und wie begründen die Republikaner diese Änderungen? Mit der vermeintlichen Betrugsanfälligkeit der Wahlen. Trump hat hier mit seiner „Big Lie“ ganze Arbeit geleistet.

Donald Trump glaubt an Verschwörung der Demokraten

Auch in seiner am Dienstag (21.12.2021) veröffentlichen Erklärung verweist Trump auf eine böse Verschwörung der Demokraten zu seinen Ungunsten. Der 6. Januar 2021 sei dagegen nur die logische Folge der demokratischen Ränkespiele gewesen. „Vergesst nicht: Der Aufstand war am 3. November“, schrieb der 75-Jährige. „Am 6. Januar kam es zu einem völlig unbewaffneten Protest gegen die manipulierten Wahlen.“

Außerdem ging Donald Trump auf den vom Repräsentantenhaus eingerichteten Untersuchungsausschuss ein, der die Hintergründe der Kapitol-Erstürmung aufklären soll. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Rolle Trump und sein Umfeld bei der Attacke gespielt haben. Trump stellte in seiner Erklärung die Frage, warum das „Komitee parteiischer Mitläufer“ nicht die Ursache der Proteste untersuche, die „manipulierten Wahlen“ also? „Fällt jemandem auf, dass sie sich dieses Thema um jeden Preis vom Leib halten wollen ... Das Einzige, was sie tun können, ist, nicht darüber zu reden.“

So sah es am 6. Januar 2021 in Washington, D.C. aus.

Hunderte radikale Trump-Fans hatten das Kapitol gestürmt, als dort am 6. Januar 2021 Bidens Wahlsieg zertifiziert werden sollte. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, unter ihnen ein Polizist und eine von einem Beamten erschossene Angreiferin, Ashli Babbitt, die von Donald Trump inzwischen zur Märtyrerin erklärt worden ist. Unerwähnt ließ der Ex-Präsident übrigens, dass bisher mehr als 700 Menschen wegen Verbrechen im Zusammenhang mit den Kapitol-Aufständen angeklagt worden sind. Davon haben sich 151 schuldig bekannt.

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Donald Trump: Tritt er 2024 nochmal an?

Gut möglich auch, dass Donald Trump die Pressekonferenz am 06. Januar dazu nutzen möchte, sich im Rennen um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 zu positionieren. Bislang hat der 75-Jährige öffentlich zwar mit einem erneuten Versuch kokettiert, diesen aber noch nicht bestätigt.

Aus seinem Umfeld aber wird immer wieder deutlich, dass Donald Trump noch nicht genug hat. Zuletzt äußerte sich Bill O‘Reilly, ehemaliger Moderator bei Fox News und Vertrauter von Trump, gegenüber der Internetseite The Hill. O‘Reilly sei absolut sicher, dass Trump 2024 noch einmal antreten werde.

Donald Trump hat Ärger mit seinen Fans

Es könnte natürlich gut sein, dass Trump sich mit der angekündigten Pressekonferenz wieder bei seinen Fans einschmeicheln will. Immerhin hat sein öffentliches Bekenntnis, seine Impfung gegen das Coronavirus per Booster aufgefrischt zu haben, für reichlich Unmut gesorgt. Tatsächlich musste sich Trump bei einem Auftritt in Dallas sogar Buhrufe gefallen lassen.

Es bleibt abzuwarten, ob Trumps Eintreten für eine Impfung zu einem dauerhaften Liebesentzug führen wird. Als er am 6. Januar 2021 seine Fans zum Marsch auf das Parlamentsgebäude aufrief und von ihnen forderte, „auf Teufel komm raus zu kämpfen“, standen sie ihm jedenfalls treu zur Seite. Ob das auch ein Jahr später noch der Fall ist, wird man am 6. Januar 2022 sehen. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © imago

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