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Abseits der „Mainstream-Medien“

„One America News Network“ (OAN): Donald Trump macht sich über Konkurrent Fox News lustig

  • VonMirko Schmid
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  • Marcel Richters
    Marcel Richters
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Der neue Lieblingssender von Donald Trump ist „One America News Network“ (OAN). Donald Trump spottet über rechten Konkurrenzsender Fox News.

  • Eine rechte Moderatorin und Anwältin hat sich parteipolitisch für Donald Trump engagiert.
  • OAN“, der Sender von Christina Bobb, ist für seine rechte Ausrichtung und Unterstützung für den bei der US-Wahl unterlegenen Donald Trump bekannt.
  • Trump-News: Alle Informationen rund um den abgewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Update vom Freitag, 27.11.2020, 10.21 Uhr: Donald Trump liegt weiter mit seinem ehemaligen Lieblingssender Fox News im Clinch. Der Präsident, der längst zum noch rechteren und wilden Verschwörungstheorien gegenüber noch offeneren Nischensender „One America News Network“ (OAN) gewechselt ist, nutzt jede Gelegenheit, um sich über Fox News lustig zu machen. Grund dafür ist, dass der größte Nachrichtensender der USA aufgehört hat, eine ausnahmslos loyale Hofberichterstattung im Sinne Trumps zu betreiben und dessen Konkurrent Joe Biden wie auch die anderen beiden großen Nachrichtensender CNN und MSNBC zum Sieger der US-Wahl 2020 erklärt hat.

Da passt es Donald Trump natürlich gut in den Kram, dass die Quoten des führenden konservativen TV-Senders rückläufig sind. Schon vor Wochen hatte er sich selbst als die „Goldene Gans“ bezeichnet, deren Wohlwollen die Einschaltquoten von Fox News garantiert habe. In einem Tweet retweetet er einen Beitrag des Schwarzen Konservativen, Autors und Trump-Fans David J Harris Jr., der schreibt, dass die Quoten von Fox News in den zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl 2020 um 32 Prozent eingebrochen sein sollen.

Donald Trump macht fallende Quoten von Fox News an seinem angeblichen Wahlsieg fest

Harris stellt in seinem Artikel die rhetorische Frage, was schneller fallen würde, ein Bleiballon oder die Quoten von Fox News. Die Antwort liefert er gleich mit: Die Fox News-Quoten, „weil der Bleiballon nicht für Biden im Panzer sitzt.“ Er wirft Fox-Besitzer Rupert Murdoch vor, seinem „liberalen Sohn zu erlauben, den von dem verstorbenen Roger Ailes geschaffenen Fox-Moloch zu übernehmen.“ Donald Trump nimmt die Punchline auf und schreibt in seinem Tweet: „Die Quoten werden weiter fallen. Am Wochenende noch schlimmer, das ist tot. Sie verstehen es immer noch nicht.“

Vor der US-Wahl war Fox News noch der Lieblingssender von Donald Trump, hier gab er seine Exklusiv-Interviews. (Archivbild)

Als Anspielung auf „One America News Network“ (OAN) kann der folgende Satz gelesen werden. Donald Trump schreibt: „Fantastische Alternativen.“ Auch er erwähnt den ehemaligen CEO von Fox News, Roger Ailes, der „schmerzlich vermisst werde“. Trump wäre nicht Trump, würde er seinen Tweet nicht mit seiner aus der Luft gegriffenen Behauptung beenden, er habe die US-Wahl 2020 gewonnen. Trump: „Ich habe die legalen Stimmen immer noch gewonnen.“ In Versalien fügt er hinzu: „Mit großem Abstand!“

„One America News Network“ (OAN): Neuer Lieblingssender von Donald Trump gibt trotz Youtube-Bann nicht auf

Update vom Donnerstag, 26.11.2020, 17.50 Uhr: Dass Donald Trump ein Problem mit dem von ihm als „Mainstream-Medien“ bezeichneten und landesweit anerkannten Nachrichtensendern hat, ist bekannt. Selbst mit seinem langjährigen „Haussender“ Fox News ist der abgewählte Präsident nicht mehr zufrieden, der konservative TV-Sender berichtet ihm zu wenig einseitig nach seinem Geschmack. Also sucht Trump bei „One America News Network“ (OAN) Zuflucht - einem Sender, der immer wieder mit unbewiesenen Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam macht und von Youtube wegen Falschbehauptungen in der Berichterstattung rund um Corona für eine Woche gesperrt wurde.

Twitter widerspricht OAN mit dem Hinweis: „Erfahren Sie, wie sicher das Abstimmen per Post ist“

Das hindert Donald Trump natürlich nicht daran, weiter fleißig Ausschnitte von Meldunge seines neuen Lieblingssenders zu verbreiten. Das neueste Beispiel ist ein Tweet des sich als Opfer eines „Wahlbetruges“ inszenierenden scheidenden Präsidenten. Kommentarlos teilt er einen Bericht, in dem behauptet wird, dass eine „Datengruppe“ einen breitflächigen Betrug mit Briefwahlstimmen bestätigt haben soll. Im Bericht behauptet Peter Holler, ein Anwalt aus Pennsylvania, gegenüber OAN, dass es Beweise für einen solchen „Wahlbetrug“ geben solle. In allen entscheidenden Staaten außer Nevada seien Briefwahlstimmen „verloren“ gegangen, behauptet er.

Gerichtsfeste Beweise, die die brachiale Niederlagenserie des Rechtsteams in Diensten von Donald Trump beenden könnte, legt Peter Holler allerdings nicht vor. So bleibt es bei unbewiesenen Behauptungen, die Twitter lapidar mit einem Hinweis unter dem Video kommentiert: „Erfahren Sie, wie sicher das Abstimmen per Post ist“.

„One America News Network“: Neuer Lieblingssender von Donald Trump hat Probleme mit Youtube

Update vom Mittwoch, 25.11.2020, 15.39 Uhr: Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat offenbar mit „One America News Network“ (OAN) einen neuen Lieblingssender gefunden. Doch genau dieser Sender wurde nun von der Videoplattform „Youtube“ gerügt, da sie laut der Plattform Falschinformationen zur Corona-Pandemie in einem ihrer Videos verbreitet hätten, schreibt „The Daily Beast“.

Donald Trump bleibt im Angriffsmodus auf die Integrität der Us-Wahl. Sein neues Sprachrohr: der Fernsehsender „OAN“.

Das Video von OAN wurde mittlerweile gelöscht, der Sender wird jedoch eine Woche lang keine Videos hochladen dürfen. Die Plattform hat 1,2 Millionen Abonnenten. Darüber hinaus wurde OAN laut des Berichts von Youtubes Partner-Programmen gelöscht und kann aktuell kein Geld mehr mit den Videos verdienen.

US-Wahl 2020: Donald Trump unterstützt gleich zwei ultrarechte Medien

Update von Dienstag, 24.11.2020, 15.09 Uhr: Offenbar ist die Trennung zwischen Donald Trump und seinem ehemaligen Lieblingssender Fox News endgültig und das Netzwerk „One America News Network“ (OAN) einer der neuen Favoriten. Darauf deutet ein Tweet hin, den der scheidende US-Präsident geteilt hat. Darin heißt es: „Zeit, OAN und NEWSMAX reich zu machen. Fox ist für mich gestorben.“

Der twitternde Unterstützer von OAN ist Schauspieler Randy Quaid, der von Anfang der 1970er bis zu den 2000er-Jahren in diversen Filmen erfolgreich in Nebenrollen mitspielte. Seit 2009 war Quaid allerdings wegen Auseinandersetzungen mit der US-Justiz in keinen Filmen mehr aufgetreten. Außerdem ist Quaid inzwischen für die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt geworden.

Donald Trump hat zwei neue Lieblingssender

Diese Verschwörungstheorien finden sich auch immer wieder bei Donald Trump, OAN und NEWSMAX. Die wohl bekannteste ist die Erzählung vom umfassenden Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl in den USA. Aber auch vor Impfungen warnt NEWSMAX im Zuge der Corona-Pandemie. So hieß es in einem Newsletter des Unternehmens: „Impfstoffe sind eine der größten gesundheitlichen Bedrohungen unseres Lebens – ein Betrug, der unter der amerikanischen Bevölkerung grassiert.“

Lange Zeit war der jetzt geschasste Sender Fox News eines der wichtigsten Medienorgane für Donald Trump. Der Sender gehört – im Gegensatz zu OAN und NEWSMAX – zu den gemäßigt rechtskonservativen Medien. Die beiden anderen stehen inhaltlich weiter rechts als Fox News.

Moderatorin unterstützt Juristenteam von Donald Trump

Erstmeldung von Dienstag, 24.11.2020, 12.54 Uhr: Washington – Zusehends bröckelt die Unterstützung für Donald Trump. Mitglieder seiner eigenen Republikanischen Partei wenden sich von ihm ab, immer mehr Gerichte weisen Klagen gegen die Stimmauszählung in den Bundesstaaten zurück. Jetzt wird bekannt: Eine ultrarechte Anwältin und Moderatorin unterstützt das Juristenteam des abgewählten US-Präsidenten.

Bilder aus anderen Zeiten: Auftritte bei Fox News waren für Donald Trump lange Zeit wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit.

Wie das Onlineportal „The Daily Beast“ berichtet, hat die Anwältin und Moderatorin Christina Bobb das Juristenteam von Donald Trump rund um Rudy Giuliani, Jenna Ellis und bis vor Kurzem auch Sidney Powell unterstützt. Bobb leitet die Sendung „Weekly Briefing“ auf dem Nachrichtensender One America News Network (OAN). Der Sender hat bereits zuvor mehrfach Trump unterstützt. OAN positioniert sich dabei als Quelle der Wahrheit gegenüber anderen Medien und grenzt sich auch vom ehemaligen Lieblingssender von Donald Trump, Fox News, deutlich ab.

Auf Twitter äußert Christina Bobb immer wieder den von Donald Trump gestreuten und unbewiesenen Verdacht, es habe umfassenden Betrug bei der Wahl des US-Präsidenten gegeben. Auch die Erzählung von „Mainstream-Medien“ und „Fake-News-Medien“ greift Bobb dabei immer wieder auf. Vor ihrer Anstellung als Moderatorin war Bobb als Mitarbeiterin des US-Heimatschutzministeriums und als Soldatin der Marineinfanterie tätig. 2014 trat sie in Kalifornien als unabhängige Kandidatin für das US-Repräsentantenhaus an, erhielt aber lediglich ein Prozent der Stimmen.

Parteipolitisches Engagement von Journalistin für Donald Trump umstritten

Für Aufsehen sorgt die Verbindung von Christina Bobb zum Juristenteam von Donald Trump, da es als sehr ungewöhnlich gilt, wenn sich bekannten Journalist:innen parteipolitisch betätigen. Um Interessenkonflikte zu verhindern, verbieten es die meisten Sender ihren Angestellten, sich zu solchen Themen öffentlich zu äußern.

Donald Trump hatte sich zuletzt immer wieder über kritische Berichterstattung auf Fox News beschwert. Dort scheinen einige führende Moderatoren mittlerweile Distanz zu Donald Trump zu suchen. Allen voran Tucker Carlson, der zunächst keine Beweise für Wahlbetrug erkannt hatte. Trump selbst hatte seiner Anhängerschaft in der Vergangenheit empfohlen, statt Fox News lieber OAN oder Newsmax, ein weiterer ultrarechter Fernsehsender, zu schauen.

Christina Bobb hat sich bisher nicht zu der Angelegenheit geäußert, genauso wenig wie ihr Sender OAN. Vonseiten des Trump-Juristenteams hieß es gegenüber „The Daily Beast“: „Christina ist Anwältin und hat in ihrer persönlichen Eigenschaft und nicht im Namen von OAN bei einigen juristischen Arbeiten geholfen“. Ob und wenn ja, wie, sich die persönliche Arbeit für Donald Trump von ihrer Position als Moderatorin und Journalisten trennen lässt, wurde aus der Stellungnahme nicht deutlich. (Marcel Richters mit The Daily Beast)

Rubriklistenbild: © MARIO TAMA/afp

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