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US-Autorin will Donald Trump erneut wegen Vergewaltigung verklagen

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Von: Tim Vincent Dicke

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Die Publizistin E. Jean Carroll sagt, Donald Trump habe sie vergewaltigt – „total gelogen“, erwidert der frühere US-Präsident. Jetzt folgt eine neue Klage.

Washington D.C. – Die US-amerikanische Autorin E. Jean Carroll wirft dem früheren Präsidenten Donald Trump vor, sie in den 1990er-Jahren in den USA vergewaltigt zu haben. Nun will sie eine neue Klage gegen den Republikaner vor Gericht einreichen.

In einem am Dienstag (20.09.2022) veröffentlichten Papier teilte die Carroll-Anwältin Roberta Kaplan mit, dass ihre Mandantin Donald Trump wegen Körperverletzung und vorsätzlicher Zufügung seelischen Leids, der durch den sexuellen Missbrauch entstanden sei, verklagen will. Die juristische Auseinandersetzung ist aufgrund eines neuen Gesetzes im Bundesstaat New York möglich, dem sogenannten Adult Survivors Act.

Donald Trump weist Vorwurf der Vergewaltigung zurück

Das Gesetz wurde erst kürzlich von Gouverneurin Kathy Hochul unterzeichnet und räumt erwachsenen Kläger:innen eine Frist von einem Jahr ein, um zivilrechtliche Ansprüche wegen sexuellen Fehlverhaltens geltend zu machen – unabhängig davon, ob die Tat schon verjährt ist oder nicht. Es tritt am 24. November in Kraft.

Kaplan kündigte an, die Klage gegen Donald Trump an diesem Stichtag einzureichen. Die Ansprüche von Carroll sollen gemeinsam mit einer bestehenden Verleumdungsklage gegen den früheren Präsidenten im Februar 2023 verhandelt werden.

Donald Trump spricht während einer Rede, im Hintergrund ziehen dunkle Wolken auf.
Donald Trump haben in der Vergangenheit mehrere Frauen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Nach Carrolls Darstellung soll Donald Trump sie Ende 1995 oder Anfang 1996 in einer Umkleidekabine des Luxuskaufhauses Bergdorf Goodman in New York City missbraucht haben. Trump bestritt bisher vehement, die Tat begangen zu haben. Er beschuldigte die Publizistin, den Vorwurf erfunden zu haben, um ihre Bücher zu verkaufen. Der mittlerweile 76-Jährige sagte unter anderem, sie habe „total gelogen“ und sei „nicht mein Typ“.

Dutzende Frauen in den USA werfen Trump Fehlverhalten vor

Eine Anwältin von Donald Trump stellte sich in einem Statement gegen die Verknüpfung der Verleumdungsklage und der Anklage im Rahmen des Adult Survivors Act. Die Juristin Alina Habba schrieb, der frühere Präsident habe sich „vehement“ gegen eine Zusammenlegung der beiden Fälle ausgesprochen. Es sei „außerordentlich nachteilig“, die neuen Ansprüche hinzuzufügen. Der Grund: Beide Seiten hätten bereits Beweise für den Verleumdungsprozess gesammelt, so Anwältin Habba, die in den USA bei Trump-Gegner:innen gefürchtet ist.

„Dem Kläger zu erlauben, den Umfang und den Gegenstand dieses Falles zu diesem Zeitpunkt drastisch zu ändern, würde die Rechte der Beklagten schwer beeinträchtigen“, schrieb Habba und fügte hinzu: „Der Antrag des Klägers muss in seiner Gesamtheit abgelehnt werden.“

Neben Carroll werfen Dutzende weitere Frauen Trump sexuelles Fehlverhalten vor. Vor der Präsidentschaftswahl 2016 wurde ein Video veröffentlicht, das den Republikaner in einem privaten Gespräch mit einem TV-Moderator zeigte. Darin äußerte sich Trump extrem vulgär und sexistisch über Frauen. „Und wenn du ein Star bist, lassen sie es dich tun. Du kannst alles tun. (...) Sie an der Muschi packen. Du kannst alles tun“, konnte man Trump sagen hören. (tvd)

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