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US-Wahl 2020

Donald Trump hetzt auf Twitter: Politiker warnen vor zunehmender Gewalt seiner Fans

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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US-Politiker:innen beider Parteien befürchten einen Anstieg der Gewalt, angefacht durch Donald Trump. Der Frust über die Wahlniederlage sitzt bei seinen Fans tief.

  • Donald Trump hat die US-Wahl 2020 verloren – seine Fans akzeptieren die Niederlage nicht.
  • Gegen Trump-kritische Politiker:innen häufen sich Drohungen – online und persönlich.
  • Eine Internetseite ist ins Visier des FBI geraten.

Update vom Dienstag, 15.12.2020, 14.05 Uhr: Nach Prügel- und Messerangriffen bei einer Pro-Trump-Demonstration in Washington D.C. und im Bundesstaat Washington am Samstag (12.12.2020) warnen Politiker:innen der demokratischen und republikanischen Partei vor zunehmenden Drohungen, Einschüchterungsversuchen und weiterer Gewalt, die durch Tweets des US-Präsidenten angefacht werden. Zuletzt wurde eine Website mit Todeslisten sowie den Namen und persönlichen Details der „Feinde des Volkes“ von Fans von Donald Trump veröffentlicht. Die „Feinde“ weigern sich, Trumps gerichtliche Anfechtung des Wahlausgangs zu unterstützen. Weder Trump noch Senator:innen haben Drohungen dieser Art verurteilt.

Viele US:Politiker:innen befürchten zunehmende Gewalt durch Fans von Donald Trump – angefacht durch den US-Präsidenten selbst.

Ein Anwalt der Trump-Kampagne wird derweil vom ehemaligen US-Cybersicherheits-Chef Christopher Krebs verklagt. Krebs hatte Zweifel an den Wahlbetrugs-Vorwürfen des Präsidenten geäußert. Anwalt Joe diGenova sprach im Fernsehen daraufhin von einer „Hinrichtung“ von Krebs, der zudem regelmäßig Drohmails erhält und um sein Leben fürchtet. Teils bewaffnete Fans von Donald Trump protestierten auch vor den Anwesen von Politiker:innen, die ihm im Zuge der US-Wahl nicht treu blieben. In Michigan benötigten die Wahlleute zur Abgabe ihrer Stimmen Polizeischutz. Das Staatskapitol musste am Montag aus Angst vor Gewalt geschlossen werden. Weder die Trump-Kampagne noch das Weiße Haus wollten sich gegenüber der „Washington Post“ äußern.

Donald Trump: Keine Verurteilung der Drohungen gegen seine „Feinde“

„Wir sehen gerade eine Eskalation“, erklärt Soziologie-Professor Dana R. Fisher der „Washington Post“. „Anstatt, dass sich Leute online gegenseitig widerliche Namen zuwerfen, tun sie es persönlich während sie Waffen in der Hand halten.“ Die Drohungen hätten eine „unheimliche Richtung“ eingeschlagen, so Brian Levin von der California State University in San Bernandino. Die Zahl der Hassverbrechen sei so hoch wie zuletzt vor einem Jahrzehnt.

Donald Trump hetzt mit Tweets: Gewalt gegen „Feinde“ des US-Präsidenten

Erstmeldung vom 11.12.2020: Washington D.C. - Adressen, Handynummern, Bilder von Häusern. Im Internet häufen sich neben expliziten Drohungen auch persönliche Informationen von Politiker:innen, die vor allem eins gemeinsam haben: Sie kämpfen nicht dafür, dass das Ergebnis der US-Wahl gekippt und Donald Trump zum Sieger erklärt wird.

Die Drohungen gegen politische Gegner:innen von Donald Trump häufen sich – und werden extremer.

Entsprechend gelten sie beim Anhang des US-Präsidenten als Verräter:innen. Eine Website, die private Informationen enthüllte, war besonders auffällig – und ist ins Visier der Behörden geraten.

Nach US-Wahl: Persönliche Details der Gegner:innen von Donald Trump im Internet veröffentlicht

Auch mehr als einen Monat nach der US-Wahl sind Teile des Landes in Aufruhr. Millionen von Amerikaner:innen glauben nicht, dass Joe Biden fair gewonnen habe. Stattdessen sehen sie Donald Trump als rechtmäßigen Sieger, der ganz offen „bestohlen“ wird – so offenbar auch eine oder mehrere Personen, die die Website „enemiesofthepeople.org“ („Feinde des Volkes“) ins Leben riefen. Online ging sie wahrscheinlich am Sonntag (6.12.2020). Neben persönlichen Anschriften waren auch Todeslisten zu sehen. „Die folgenden Individuen haben bei der betrügerischen Wahl gegen Trump geholfen und sie begünstigt“, hieß es.

Mittlerweile wurde die Pro-Trump-Website abgeschaltet. Wer hinter ihr steckt, ist nicht klar. Archivierte Versionen sollen laut „The Daily Beast“ zeigen, dass die Seite auf Servern in Russland gehostet wird. Auch die E-Mail-Adressen der Betreiber:innen seien über einen russischen Provider angemeldet. Nicht auszuschließen ist, dass die Website lediglich als russische Operation vorgetäuscht wird. Sogar das FBI bekam Wind. Über ihre Existenz sei sich die Bundesbehörde „bewusst“. Weiter ausführen wollte das „Bureau“ sein Wissen allerdings nicht.

Daten von Gegner:innen von Donald Trump: Internetseite im Visier des FBI

Die Seite „Feinde des Volkes“ zeigte Fotos von Politiker:innen wie Gouverneurin Gretchen Whitmer aus Michigan, Gouverneur Brian Kemp aus Georgia oder Gouverneur Doug Ducey aus Arizona, die mit einem Fadenkreuz versehen waren. Auch Namen des Personals der Wahlmaschinen-Hersteller Dominion wurden preisgegeben. Der ehemalige Cybersicherheits-Chef Christopher Krebs, der die Wahlbetrugs-Vorwürfe von Donald Trump bestreitet, erhält ebenfalls Drohungen. Sein Rechtsteam äußerte sich zur Seite: „Wenn Blut fließen sollte, klebt es an den Händen des Präsidenten, seiner Kampagne, seinen Anwälten und den stillen Republikanern, die im Schatten des Präsidenten stehen“, so Anwalt Jim Walden. Etwa zwei Wochen nach der US-Wahl wurde Krebs von Donald Trump entlassen.

Georgias stellvertretende Staatssekretärin Jordan Fuchs äußerte ebenfalls scharfe Kritik an Donald Trump. „Trump und US-Senatoren haben sich geweigert, die Morddrohungen zu verurteilen“, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. „Tatsächlich unterstützt er nach wie vor diejenigen, die aktiv fordern, dass Wahlvorsteher erschossen werden.“

Nach US-Wahl: Fans von Donald Trump drohen Politiker:innen

Dass die Drohungen nicht nur leere Internetsprüche bleiben, zeigte sich beispielsweise am Dienstag (8.12.2020) im Bundesstaat Michigan. Teils bewaffnete Fans von Donald Trump demonstrierten vor dem Haus von Staatssekretärin und Wahlleiterin Jocelyn Benson, als sie und ihr vierjähriger Sohn das Haus gerade mit Weihnachtsdekoration schmückten. „Stop the steal“ – „stoppt den Diebstahl“ – skandierte die Menge. Unterstützer:innen von Donald Trump veröffentlichten auch die Adresse und private Handynummer von Rusty Bowers, Sprecher im Repräsentantenhaus von Arizona, und riefen zum Protest vor seinem Haus auf. Bowers sagte letzte Woche, dass die Abgeordneten den Ausgang der US-Wahl „nicht ändern können und werden“.

Rubriklistenbild: © STEPHANIE KEITH/AFP

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