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Vor Stichwahlen in den USA

Donald Trump sammelt Geld für Wahlkampf in Georgia – und steckt es in die eigene Tasche

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Vor den entscheidenden Stichwahlen im Januar bittet Donald Trump um Spenden für David Perdue und Kelly Loeffler. Doch an die Kandidaten geht kein einziger Cent.

  • Die Kampagne von Donald Trump bittet um finanzielle Spenden für die Senats-Stichwahlen im Januar.
  • Mit dem Geld sorgt Donald Trump allerdings für seine politische Zukunft vor – an den Wahlkampf in Georgia geht nichts.
  • Trump News: Hier finden Sie alle Neuigkeiten zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Washington D.C. – Fans des US-Präsidenten erhalten derzeit eine E-Mail nach der anderen. Vor den wichtigen Stichwahlen für den Senat im Januar soll Geld her, und zwar so schnell und so viel wie möglich. Damit wolle man die Kampagnen der republikanischen Senator:innen David Perdue und Kelly Loeffler unterstützen und die USA vor einer „sozialistischen“ Machtübernahme durch die Demokratische Partei bewahren: „Hilf uns dabei, beide Rennen in Georgia zu GEWINNEN.“

Donald Trump hat dazu aufgerufen Kelly Loeffler und David Perdue mit Spenden zu unterstützen. (Archivfoto)

Die Sache hat allerdings einen Haken. Das Geld fließt vor allem in die Taschen von Donald Trump und seiner politischen Lobbygruppe – die Teams von Perdue und Loeffler erhalten von den Spenden erst einmal keinen Cent.

Donald Trump kassiert ab: Spenden gehen an eigene politische Gruppe des US-Präsidenten

Die Mehrheit im Senat hängt von den Stichwahlen im Januar ab. Die Republikaner müssen mindestens einen der Sitze halten, um Joe Biden und den Demokraten das Regieren schwer zu machen. Das sollte eigentlich im Interesse des Republikaners Donald Trump sein. Der ist allerdings völlig auf sich selbst fixiert und behält die Spenden für den Wahlkampf für seine eigenen Zwecke.

Sollte man dem Link in einer E-Mail von Donald Trump folgen, wird man um Kleingeld oder Großspenden gebeten, um den „linken Mob“ zu besiegen. Im Kleingedruckten unten auf der Seite steht, dass 75 Prozent einer Spende, bis zu 5000 Dollar, an das Political Action Committee (PAC) „Save America“ von Donald Trump geht, eine Art Lobbygruppe, mit der er seine politische Zukunft finanziert. Die restlichen 25 Prozent gehen an das Republican National Committee (RNC), die unter anderem Trumps Auftritt in Georgia vor etwas mehr als einer Woche bezahlten. Bis zu 20 Millionen Dollar will das RNC in die Kampagnen für die Stichwahlen investieren.

US-Präsident rief zuletzt zu Wahlkampfspenden auf. (Archivfoto)

Donald Trump bittet um Geld für Kelly Loeffler und David Perdue – behält es allerdings

Die Masche von Donald Trump sorgt bei langjährigen Republikanern für Kopfschütteln. Das National Republican Senate Committee (NRSC) soll sich bereits an das Weiße Haus und das RNC gewandt und erklärt haben, dass eine Finanzierung der Kampagnen Loefflers und Perdues oberste Priorität sei, berichtet „Politico“. Zudem mache sich die Sorge breit, dass Trump nach seiner Amtszeit nicht im Interesse der Republikanischen Partei handeln, sondern sich vollständig auf seine persönliche politische Karriere fokussieren wird. Eine Kluft zwischen Trump-Loyalist:innen und der „Grand Old Party“ (GOP) ist bereits jetzt sichtbar. Weil Georgias Gouverneur beispielsweise den Sieg von Joe Biden anerkannte, drohten Fans von Trump damit, die Stichwahlen für den Senat zu boykottieren, um die „Republikanische Partei vollständig zu zerstören“.

„Tatsache ist, dass Donald Trump die Zukunft der Republikanischen Partei nicht interessiert“, so Doug Heye, ein langjähriger GOP-Stratege. „Wenn er im Vorfeld der Stichwahlen in Georgia Geld machen, es aber für sich selber behalten kann, dann wird er es auch tun.“

Donald Trump täuscht Fans mit Spenden für Stichwahlen in Georgia

Spenden, die über den Betrag von 5.000 Dollar hinausgehen, werden zum Beispiel an einen „Rechtsfonds“ weitergeleitet, mit dem die unzähligen Verfahren im Auftrag von Donald Trump nach der US-Wahl finanziert werden. Die Höhe der Spende spielt dabei keine Rolle – von dem Geld kommt bei Kelly Loeffler und David Perdue nichts direkt an. Ihre Wahlkampf-Teams wollen dennoch etwas vom Kuchen abbekommen und fordern Zugang zu den Daten seiner Spender:innen. Mit der Liste rückt die Trump-Kampagne jedoch nicht heraus, sonst verdünne man ihre „Macht“, wird argumentiert. Zudem hätten die Beitragsleistenden nur begrenzt Geld zur Verfügung, das vor allem der Wiederwahl Trumps zugutekommen soll.

„Ich glaube, dass das problematisch ist“, so Martha Zoller vom konservativen PAC „Georgia United Victory“, das sechs Millionen Dollar in die Kampagnen von Loeffler und Perdue investieren wird. „Wenn das Geld in die richtigen Stellen fließt, sollte man es auch benutzen“ – allerdings nicht, wenn es an Donald Trump und sein PAC gehe. Mit einer aggressiven Welle an E-Mails hat das Team von Trump seit der US-Wahl bereits mehr als 200 Millionen Dollar sammeln können. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Mike Theiler/Imago Images

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