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Donald Trump Sean Hannity
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Donald Trump steht Fox News in seinem ersten Interview vor laufender Kamera seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus Rede und Antwort.

Interview bei Fox News

„Aus juristischen Gründen“: Donald Trump verrät nicht, ob er erneut kandidiert

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump möchte Fox News-Moderator Sean Hannity nicht verraten, ob er wieder als US-Präsident kandidieren wird. Für Putin und Kim Jong-un findet er warme Worte.

Palm Beach - Donald Trump und Fox News-Moderator Sean Hannity pflegen eine besondere Beziehung. Selbst als Donald Trump sich von seinem einstigen Lieblingssender im Stich gelassen fühlte und darauf mit teilweise heftigen Tiraden reagierte, blieb Hannity ihm als Fürsprecher treu. Kein Wunder also, dass Trump in seinem ersten Interview vor laufender Kamera seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus ausgerechnet Sean Hannity Rede und Antwort stand.

Zu Beginn des Gesprächs in Mar-a-Lago, Trumps Golfressort und Refugium, umschmeichelt Hannity Trump: „Sie arbeiten genauso hart wie im Weißen Haus, außer dass Sie ein bisschen mehr Golf spielen“, beginnt Hannity seinen Lobgesang und fährt fort: „Sie halten sieben Tage die Woche einen wahnsinnigen Zeitplan ein. Sie hören wirklich nicht auf!“ Vox.com-Journalist Aaron Rupar kommentiert auf Twitter: „Nachrichtensprecher in Pjöngjang hören dieses Zeug und erröten.“

Donald Trump nennt Migranten im Fox-Interview „Mörder, Drogenhändler, Vergewaltiger“

Anschließend holt Trump wie gewohnt zum Rundumschlag aus. Joe Biden habe in seiner bisherigen Amtszeit nichts zustande gebracht, als die Situation an der Grenze zu Mexiko zu verschlimmern: „Das könnte unser Land zerstören.“ Zehntausende Menschen, so Trump, strömten an der Grenze nun in die USA, wodurch sich „Drogen verdoppelt und verdreifacht“ hätten. Trump kommt in Fahrt: „Sie schicken uns Leute aus ihren Gefängnissen. Sie schicken uns nicht ihre besten Leute. Sie schicken uns Leute, die in vielen Fällen, nicht in allen Fällen, Mörder sind, Drogenhändler, Menschenhändler, ganz schlimme Vergewaltiger, ganz schlimme Leute.“

Gemeinsam mit Hannity macht er sich darüber lustig, dass Joe Biden auf den Treppenstufen zur Air Force One gestolpert war, während er selbst seinerzeit betont hatte, wie „rutschig“ und „steil“ die Rampe am Stützpunkt West Point gewesen sein soll, auf der er selbst den Halt verloren hatte.

Fox News: Donald Trump stellt Behauptungen gegen Pfizer auf

Der Pharmakonzern Pfizer soll laut Donald Trump gemeinsam mit der FDA, der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, versucht haben, die Anstrengungen des Konkurrenten Johnson & Johnson zu behindern, einen Impfstoff gegen Corona erfolgreich zu machen. Er selbst hingegen habe sich immer und mit voller Hingabe für die Produktion von Impfstoffen eingesetzt, wofür ihn die FDA „hassen“ würde.

Natürlich wolle er alle Landsleute ermutigen, sich gegen Corona impfen zu lassen, selbst habe er das schon hinter sich gebracht - obwohl er die Krankheit bereits überstanden hat. Er behauptet, dass die Pharmakonzerne ihn dazu überreden wollen, in einem Werbespot für die Impfung aufzutreten - was er ja gerne tun würde, wären da diese vermeintlichen Angriffe auf Johnson & Johnson nicht.

Donald Trump weist alle Schuld am Sturm auf das Kapitol von sich

Fehler in der eigenen Amtsführung sieht Donald Trump in der Retrospektive nicht. Seine Amtszeit sei geprägt gewesen von „fünfeinhalb Jahren der Lügenkampagnen“ gegen ihn und hätten gegipfelt in „einem ersten Amtsenthebungsverfahren, obwohl ich nichts falsch gemacht habe“ und einem „zweiten Amtsenthebungsverfahren, obwohl ich nichts falsch gemacht habe.“ Damit weist Trump erneut alle Mitschuld an der Erstürmung des Kapitols vom 6. Januar 2021 von sich, obwohl sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat der USA mehrheitlich befunden hatten, dass Trump sich der Anstachelung zum Aufstand zu verantworten habe.

Lobende Worte findet Donald Trump wieder einmal für Wladimir Putin. Es sei wichtig für einen Präsidenten der USA, ein gutes Verhältnis zum russischen Staatsoberhaupt zu haben und sein eigenes Verhältnis zu Putin sei „sehr gut und sehr stark“ gewesen. Selbst habe er allerdings nie mit Russland zu tun gehabt vor seiner Wahl zum Präsidenten, Wahlkampfhelfern, die ihn danach befragt haben sollen, will er das im Vorfeld der US-Wahl 2016 deutlich gesagt haben.

Donald Trump umschmeichelt im Fox-Interview Wladimir Putin und Kim Jong-un

Donald Trump betont: „Mit Präsident Putin klarzukommen ist eine große Sache. Wir sollten Geschäfte mit Russland machen, wir sollten mit Russland klarkommen, anstatt sie in die Hände Chinas zu treiben.“ Das Schlimmste sei es, so Trump, „Russland und China zusammenzubringen“, dies passiere nun aber. Der angebliche „Russia Hoax“, also die Ermittlungen gegen Donald Trump selbst und gegen Russland aufgrund von vermuteter Einflussnahme auf Wahlen in den USA, habe die bilateralen Beziehungen beschädigt.

Warme Worte findet Donald Trump nicht nur für Wladimir Putin. Auch der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hat es ihm angetan. Trump, so sagt er, habe ein „großartiges Verhältnis zu einem bestimmten Mann“ gehabt, der über „große Macht in Nordkorea“ verfüge. Das Verhältnis zu Kim sei „eine gute Sache“ gewesen, „keine schlechte Sache“. Mit China habe er ebenfalls ein gutes Verhältnis gehabt, bis der Coronavirus, „oder das Chinavirus, nennen Sie, wie sie es wollen“ über die USA gekommen sein.

Donald Trump zieht im Fox-Interview mit Sean Hannity über Demokraten her

Weniger gut kommen die Demokraten in den USA weg. Donald Trump bezichtigt sie einer „Politik des Horrors“. Ihr Ziel sei es, Grenzen zu öffnen und die Polizei finanziell auszubluten. Sean Hannity hält nun eine Eloge auf die Zeile der „Make America Great Again“-Bewegung um Donald Trump: „Lassen Sie mich ihre Ziele zusammenfassen: Mehr Freiheit, mehr Verfassungstreue, niedrigere Steuern, weniger Bürokratie, Rechtstreue auf den Richterbänken, sichere Grenzen, Unabhängigkeit in Energiefragen, Recht und Gerechtigkeit, Sicherheit für alle Amerikaner, freier und fairer Handel, einfache Sachen, Frieden durch Stärke.“

Donald Trump fügt hinzu: „Und noch so viel mehr.“ Er nennt das Recht auf Waffenbesitz und „Pro Life“ - das Motto der Abtreibungsgegner:innen in den USA. Dann rühmt er sich dafür, 2020 mehr Stimmen erhalten zu haben als 2016. „Das ist sehr unüblich für amtierende Präsidenten, normalerweise bekommen sie beim zweiten Mal weniger Stimmen.“ Dieser Hinweis ist nicht ganz falsch, schließlich ist die Wahlbeteiligung in den USA nicht selten bei einer Wahl mit amtierendem Präsidenten niedriger, da dessen Gegner in den USA traditionell als absoluter Außenseiter und mit eher geringen Aussichten auf Erfolg in die Wahl geht.

NameSean Hannity
BerufRadio- und Fernsehmoderator und Buchautor
ArbeitgeberFox News
Alter59 Jahre (30. Dezember 1961)
GeburstortNew York City, USA
Ehem. EhepartnerinJill Rhodes (verh. 1993–2019)

Donald Trump mahnt Republikaner im Fox-Interview an, ihm zu folgen

Der ehemalige US-Präsident unterschlägt allerdings, dass zwei seiner drei Amtsvorgänger (George W. Bush und Bill Clinton) ebenfalls im Zuge ihrer Wiederwahl zulegen konnten. Kandidat:innen der Republikaner, die für 2022 Sitze im Repräsentantenhaus oder Senat anstreben, sollen nach Ansicht von Donald Trump seiner „MAGA“-Prinzipien folgen, „wenn sie gewinnen wollen.“ Seine eigene Empfehlung habe stets dazu beigetragen, dass Republikaner Wahlen gewonnen hätten.

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Im letzten Teil des Interviews fragt Sean Hannity Donald Trump zwei Werbeblöcke nach der großen Ankündigung eben jener Frage das, was wohl die meisten seiner Fans interessiert: „Werden Sie 2024 wieder als Präsidentschaftskandidat antreten? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?“ Donald Trump weicht der Frage aus: „Wissen Sie, bis dahin ist noch lange Zeit. Ich habe eine riesige Zustimmung, niemand hatte je solche Zahlen. Und ich werde immer beliebter.“

„Juristische Gründe“: Donald Trump verrät nicht, ob er 2024 erneut kandidieren will

Ob er antreten will, lässt er sich an diesem Abend nicht entlocken. Seine Begründung lässt allerdings aufhorchen: „Aus juristischen Gründen kann ich das noch nicht sagen.“ Gegen Donald Trump laufen diverse Ermittlungen, im Falle einer Verurteilung drohen ihm längjährige Haftsrafen - und damit verbunden die Disqualifikation für politische Funktionen auf Bundesebene. (Mirko Schmid)

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