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Anhörungen zum Sturm auf US-Kapitol: Wo es für Trump gefährlich werden könnte

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Von: Vincent Büssow

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Das Repräsentantenhaus in den USA untersucht auch Donald Trumps Beteiligung an dem Sturm auf das Kapitol am 06. Januar 2021.
Das Repräsentantenhaus in den USA untersucht auch Donald Trumps Beteiligung an dem Sturm auf das Kapitol am 06. Januar 2021. (Archivfoto) © Evan Vucci / AP / dpa

Donald Trump könnte aus der Untersuchung zum Sturm auf das Kapitol politisch unbeschadet hervorgehen. An anderer Stelle sieht es weniger gut für ihn aus.

Washington D.C. – Am Donnerstag (09. Juni) haben die öffentlichen Anhörungen zum Sturm auf das Kapitol in den USA begonnen. Seitdem das zuständige Komitee im Repräsentantenhaus im Juli 2021 seine Untersuchung begonnen hat, waren sämtliche Befragungen und Dokumente für die Öffentlichkeit unzugänglich. Jetzt werden erstmals Ergebnisse präsentiert, welche die Vorfälle rekonstruieren und die Verantwortlichen ausmachen sollen. Auch wenn viele daran zweifeln, dass auf diesem politischen Weg tatsächliche Konsequenzen für Donald Trump und Co. entstehen werden, könnte er doch eine andere Tür weit aufstoßen.

Spätestens seit Veröffentlichung des Mueller-Reports, in dem Trumps Beziehungen zu Russland untersucht wurden, sollten die Erwartungen gedämpft sein, wenn es darum geht, den ehemaligen Präsidenten politisch zur Rechenschaft zu ziehen. Jahrelang wurde die Untersuchung damals mit der Annahme verfolgt, dass sie die surreale Präsidentschaft von Donald Trump beenden würden. Der finale Bericht verpuffte letztendlich genauso wie die zwei Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, wobei eins davon ebenfalls als Reaktion auf die Ereignisse am 06. Januar 2021 eingeleitet wurde. Die Erwartung, dass die Untersuchungen im Repräsentantenhaus direkte Auswirkungen haben wird, ist dementsprechend unrealistisch.

Donald Trumps Beteiligung am Sturm auf das US-Kapitol: Anhörungen beginnen

Grund dafür ist zum einen die öffentliche Wahrnehmung der Untersuchung. Wie schon nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl, wird es Donald Trump und seinen Anhängern leicht fallen, die Ergebnisse als politische Verfolgung abzutun und diese nicht zu akzeptieren. Ein weiteres Problem ist die begrenzte Befugnis des Komitees. Wie das Nachrichtenportal Daily Beast in den USA schreibt, hat der Ausschuss im Repräsentantenhaus letztendlich nur wenig Macht, diejenigen zu bestrafen, die für den Sturm auf das Kapitol verantwortlich waren. An anderer Stelle könnten die Inhalte der Anhörungen allerdings durchaus Konsequenzen haben.

Donald John Trump
Geburtsdatum14. Juni 1946
GeburtsortNew York, USA
BerufUnternehmer, Entertainer, Politiker
ParteiRepublikaner

Sturm auf das Kapitol: Donald Trump in den USA mehrfach verklagt

Neben der Untersuchung des politischen Komitees gibt es nämlich zahlreiche zivile Klagen gegen Trump und andere Akteure, die in den Sturm auf das Kapitol involviert waren. Die Kläger in diesen Fällen schauen jetzt begierig auf die Anhörungen, wie das The Daily Beast berichtet. Die Ergebnisse, die dort präsentiert werden, könnten in ihren Prozessen als entscheidende Beweise fungieren.

Viele dieser Klagen, die häufig auch gegen Donald Trump selbst erhoben wurden, belaufen sich auf Schadensersatz für Polizisten, die durch die Vorfälle am 6. Januar verletzt wurden. Selbst wenn der ehemalige Präsident also erneut politisch unbeschadet aus einem Skandal hervorgeht, könnte er schwere Schäden am Bankkonto hinnehmen müssen – Eine Stelle, auf die er in der Vergangenheit besonders viel Wert gelegt hat. (vbu)

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