Golfclub

Steuergelder für Donald Trumps Firmen: 22.000 Dollar für einen Trip zum Golfclub

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Abrechnungen zeigen, dass dem Secret Service 22.000 Dollar für eine Buchung von Donald Trumps Club in New Jersey berechnet wurde. Es ist nur ein Bruchteil von Steuergeldern, das an Trumps Unternehmen geht.

  • Der US-Regierung um Donald Trump werden etwa 22.000 Dollar für eine Buchung seines Golfclubs berechnet.
  • Eine Verbraucherorganisation spricht von „ungeheuerlicher Verschwendung" von Steuergeldern.
  • Trump News: Alle Infos zum Präsidenten der USA.

Bedminster (New Jersey) - Der Golfclub von Donald Trump in Bedminster (US-Bundesstaat New Jersey) war im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Dennoch soll die US-Regierung hier weiter fleißig Geld ausgegeben haben. Das zeigen Abrechnungen, die die „Washington Post" erhalten hat, und die eine Buchung vom Personenschutz des US-Präsidenten zeigt.

Donald Trump: Steuergelder fließen in seine privaten Unternehmen

Der Bericht der „Post“ zeigt zudem, dass die Preise für den Golfclub in der Region außergewöhnlich hoch waren. Laut der Abrechnung wurde dem Secret Service in der Drei-Zimmer-Hütte „Sarazen Cottage“ 567 Dollar pro Nacht berechnet - das sind rund 17.000 Dollar im Monat.

US-Präsident Donald Trump bei einem seiner zahlreichen Golf-Trips. Die kosten die öffentliche Hand offenbar eine Menge Geld.

Auch andere Zimmer hat die Trump Organization an den Personenschutz des Präsidenten vermietet, obwohl der Club für Besucher geschlossen und nicht zugänglich war. Ob sich die Agenten des Secret Service überhaupt dort aufgehalten haben, ist nicht klar. Ein Grund für die Buchung wurde nicht angegeben. Ein ehemaliger Funktionär der Trump-Regierung soll der „Washington Post" jedoch erzählt haben, dass man den Golfclub oft für Monate am Stück buche, um für eine spontane Reise von Donald Trump vorbereitet zu sein.

Donald Trump empfiehlt Mike Pence einen Trip ins Trump-Resort in Irland

Etwa 22.000 Dollar hat die Buchung des Anwesen die amerikanischen Steuerzahler gekostet. Zwar hatte er zu Beginn seiner Präsidentschaft angekündigt, sich von seinen geschäftlichen Interessen zurückziehen zu wollen, doch Donald Trump machte Werbung für seine Anwesen auf Twitter, riet Vizepräsident Mike Pence zu einem Aufenthalt in seinem Golfclub in Irland und wollte auch das G7-Treffen in seinem Resort in Florida abhalten. Insgesamt gingen während seiner Amtszeit mehr als 1,1 Millionen Dollar von der Regierung an die privaten Unternehmen des US-Präsidenten.

Donald Trump: Golfclub war während der Corona-Pandemie geschlossen

Donald Trump selber hatte seinen Golfclub in Bedminster in der Zeit nicht besucht. Doch die Tochter des Präsidenten, Ivanka Trump, sowie ihre Familie sollen im April für das Pessachfest zum Anwesen nach New Jersey gereist sein, berichtet die „New York Times“. Ihr Besuch soll sich größtenteils mit der Buchung des Secret Service überschnitten haben. Corona-Auflagen sollen die Agenten des Secret Service mit einem möglichen Aufenthalt im Golfclub aber nicht verstoßen haben. Staatsbedienstete waren von den Einschränkungen in New Jersey nämlich ausgenommen. Doch Ivanka Trump hat sich mit der Reise von Washington nach New Jersey nicht an bundesweite Reisebeschränkungen gehalten, zumal sie in einer Videobotschaft US-Amerikaner dazu aufrief, Zuhause zu bleiben.

Donald Trump: Vebraucherorganisation spricht von „ungeheuerlicher Verschwendung“ von Steuern

„Diese Verschwendung ist ungeheuerlich“, sagte Lisa Gilbert von der Verbraucherorganisation „Public Citizen“. Die Trump-Regierung „zieht dem Amerikanischen Volk das Geld aus der Tasche“ - und das in einer Zeit, in der „jeder Penny zählt“. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge soll Donald Trump in den Jahren 2016 und 2017 lediglich 750 Dollar an Einkommensteuer gezahlt haben. Von 2001 bis 2015 soll er in zehn Jahren aufgrund hoher Verluste überhaupt keine Einkommenssteuer gezahlt haben Der US-Präsident bezeichnete die Nachricht als „Fake News“. (Von Lukas Rogalla)

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