Bericht der New York Times

Donald Trump: Rechnungen für Ivanka Trumps Haare und Make Up von der Steuer abgesetzt

  • Daniel Dillmann
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  • Lukas Rogalla
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Ein Bericht über die Finanzen von Donald Trump der New York Times zeigt, dass Trump Ausgaben für seine Tochter Ivanka als Geschäftskosten von der Steuer absetzte.

  • Ein Bericht der „New York Times" enthält brisante Informationen über die Finanzen von Donald Trump.
  • Seine Tochter Ivanka Trump deklarierte der US-Präsident als „Auftragnehmerin“, um weniger Steuern zu zahlen.
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Washington D.C. - Familienurlaube deklarierte er als Geschäftskosten, ebenso wie seine Golfplätze, auf denen er einen großen Teil seiner Zeit verbringt. Ein Bericht der „New York Times“ über die Finanzen von Donald Trump sorgt etwa einen Monat vor der US-Präsidentschaftswahl für mächtig Aufregung.

Donald Trump setzte Haare und Make Up von Ivanka Trump als Geschäftskosten ab

Der US-Präsident hat nicht nur 70.000 Dollar an Friseurkosten von der Steuer abgesetzt - er soll auch seiner Tochter Ivanka Trump eine Menge Geld weitergereicht haben, das sie als Einkommen angab.

Bei einer Schenkung von mindestens 15.000 Dollar werden in den USA normalerweise Steuern fällig. Nicht aber, wenn es nach Donald Trump geht. Fast 100.000 Dollar gingen an die Haar- und Make Up-Stylisten von Tochter Ivanka Trump - und wurden als Geschäftskosten deklariert. Laut dem Bericht soll Trump zwischen 2010 und 2018 ganze 26 Millionen Dollar an „Beratungskosten“ von der Steuer abgesetzt haben, indem er beispielsweise seine Tochter als Auftragnehmerin deklarierte.

Zwar ist ihr Name nicht in den Steuererklärungen ihres Vaters aufgeführt, doch Ivanka Trumps „Berater“-Einkommen von 747.622 Dollar stimmt mit dem Betrag überein, den Donald Trump von seinen Steuern abgesetzt hatte. Ivanka Trump hatte angegeben, dass das Geld von „TTT Consulting LLC“ kam, eine von mehreren Firmen in Verbindung mit Donald Trump.

Donald Trump soll Geldgeschenke an seine Tochter Ivanka Trump als „Beratungskosten“ deklariert haben

Ivanka Trump nahm als Vize-Präsidentin jahrelang eine wichtige Rolle in der Trump Organization ein und bezog ein Gehalt von etwa 480.000 Dollar im Jahr, das bei Amtsantritt ihres Vaters auf zwei Millionen Dollar anstieg. Damit war sie jedoch keine unabhängige Beraterin. Mittlerweile bezieht sie von der Trump Organization kein Gehalt mehr.

Donald Trump deklarierte seine Tochter Ivanka Trump als „Beraterin“

Bei einem Gerichtsverfahren im Jahr 2011 bestand bereits eine ähnliche Konstellation. Die Steuerbehörde IRS wollte einem Buchhaltungsunternehmen Absetzungen in Höhe von drei Millionen Dollar verweigern, die sie als Beratungskosten deklarierten, die jedoch an die eigene Firma und nicht an unabhängige Auftragnehmer gingen. Das Gericht entschied, dass die Firma den „Gewinn verteilte“ und „nicht die Dienstleistungen kompensierte“.

Wenn die Zahlungen an Ivanka Trump durch den US-Präsidenten Vergütungen für ihre Arbeit waren, dann ist unklar, wieso sie so deklariert wurden, heißt es in dem Bericht. Außer natürlich, um seinen Steuerbeitrag zu senken, oder um Kapital ohne Schenkungssteuer zu verschieben. Die „New York Times" berichtet, dass Donald Trump in den Jahren 2016 und 2017 lediglich 750 Dollar an Einkommenssteuer bezahlt hat und seine Unternehmen große Verluste machen.

Teure Haare: Ivanka Trump, Berater und Tochter des US-Präsidenten, in Pennsylvania.

Donald Trump wollte Ivanka zur Vizepräsidentin machen

Doch Ivanka Trump macht derzeit nicht nur Schlagzeilen als Begünstigte von Donald Trumps Steuertricks. Der Präsident soll seine Tochter laut eines Berichts der Washington Post noch für viel Höheres vorgesehen haben. Wie die US-Zeitung aus einem Buch von  Rick Gates, einem ehemaligen Walhlkampfmanager Trumps, berichtet, habe Trump vor den Präsidentschaftswahlen 2016 vorgehabt, Ivanka zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin zu machen.

„Ich finde, es sollte Ivanka machen“, soll Donald Trump gesagt haben. „Sie ist hell, sie ist schlau, sie sieht gut aus und die Leute würden sie lieben.“ Trump sei von der Idee begeistert gewesen und habe sie immer wieder wieder im Wahlkampfteam platziert.

Dass es schließlich nicht dazu kam und statt Ivanka Trump Mike Pence den Posten als Vize ergatterte, soll laut Gates an Ivanka selbst gelegen haben. Sie habe ihren Vater davon überzeugt, dass die Sache wohl keine gute Idee sein könne und als Vetternwirtschaft ausgelegt werden würde. Stattdessen wurden sie und ihr Ehemann Jared Kushner Berater im Weißen Haus. (Von Lukas Rogalla und Daniel Dillmann)

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