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Nach Trumps Kandidatur: Wie stehen seine Chancen?

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Von: Christian Stör

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Donald Trump bewirbt sich erneut um die Präsidentschaft. Um als Kandidat seiner Partei ins Rennen zu gehen, muss er sich in Vorwahlen behaupten.  

Palm Beach/Washington, DC – „Um Amerika wieder groß und glorreich zu machen, gebe ich heute Abend meine Kandidatur für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten bekannt“, sagte Donald Trump am Dienstagabend (15. November) vor geladenen Gästen in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Aus seiner Sicht ist es offensichtlich, dass die USA unter Präsident Joe Biden und den „irren radikalen Linken“ vor die Hunde gegangen sind. „Amerikas Comeback beginnt genau jetzt“, verkündete Trump.

Der 76-Jährige ist sicher seiner Sache sicher. Immerhin ist er fest davon überzeugt, ein unschlagbarer Siegertyp zu sein. „Ich bin zweimal angetreten, und ich habe zweimal gewonnen“, hatte er immerhin Anfang November bei einer Kundgebung in Iowa gesagt. Seine Niederlage vor zwei Jahren gegen Biden gesteht er bis heute nicht ein. Stattdessen wirft er den Demokraten massiven Wahlbetrug vor.

Donald Trump:  „Americas Comeback beginnt genau jetzt“
Donald Trump: „Americas Comeback beginnt genau jetzt.“ © Alon Skuy/afp

Donald Trump: Wie stehen die Chancen?

Loser sind für Trump immer nur die anderen. Da musste es ihn sicher schmerzen, nach den Midterms 2022 vom Wall Street Journal als „größter Verlierer“ bezeichnet zu werden. Auch viele Verbündete haben sich nach dem unerwartet schlechten Abschneiden bei den Zwischenwahlen von Trump ein wenig distanziert. Theoretisch scheint es also durchaus denkbar, dass Trump bei den parteiinternen Vorwahlen von anderen Kandidaten überflügelt wird.

Vor allem Ron DeSantis, der bei den Zwischenwahlen mit einem starken Ergebnis in seinem Amt als Gouverneur von Florida bestätigt wurde, könnte Trump gefährlich werden. Der 44-Jährige vertritt zwar ähnliche Hardliner-Positionen, wirkt in seiner Außendarstellung aber weniger schrill.

Die Chancen stehen zu diesem frühen Zeitpunkt trotzdem recht gut für Trump. Die Umfragen zu den republikanischen Vorwahlen, die vor Midterms erhoben wurden, führte er mit einem Vorsprung von etwa 20 bis 30 Punkten vor DeSantis an. Allerdings hat sich nach den Zwischenwahlen der Wind ein wenig gedreht. Anderseits ist damit zu rechnen, dass das Feld der Bewerberinnen und Bewerber bei den Republikanern recht groß sein wird. Das dürfte Trump in die Karten spielen, der auf eine feste Basis vertrauen kann, während sich seine Konkurrenz gegenseitig Stimmen abnehmen könnte. Eine Oktober-Umfrage von YouGov und dem Rose Institute of State and Local Government des Claremont McKenna College deutet zumindest darauf hin.

Donald Trump: Welchen Einfluss haben die Untersuchungen auf seine Chancen?

Unklar ist aber, ob die vielen laufenden Ermittlungen gegen Trump einen Einfluss auf die Vorwahlen haben werden. So arbeitet ein Untersuchungsausschuss im Repräsentantenhaus noch immer die Attacke auf das Kapitol auf. Mehrere Zeugen belasteten Trump dort mit ihren Aussagen schwer. Dies warf auch die Frage nach möglichen rechtlichen Konsequenzen für ihn neu auf. Er weigerte sich, einer Vorladung des Ausschusses für eine Befragung zu folgen.

Zudem ist Trump in weitere rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die ihm gefährlich werden könnten. So hatte die Bundespolizei FBI am 8. August Trumps Anwesen Mar-a-Lago durchsucht und teils streng geheime Dokumente beschlagnahmt. Trump könnte hier gegen das Gesetz verstoßen haben. Wie die Wahlberechtigten auf eine Anklage gegen Trump reagieren würden, lässt sich derzeit allerdings nicht beantworten. (Christian Stör)

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