US-Wahlen

Donald Trump nutzt Kulisse des Weißen Hauses für Wahlkampf-Rede

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Großer Auftritt beim Parteitag der US-Republikaner: In der vierten Nacht spricht zum Abschluss US-Präsident Donald Trump.

  • Der Parteitag der Republikaner neigt sich dem Ende zu.
  • In der vierten und letzen Nacht der Show spricht nun US-Präsident Donald Trump.
  • Überschattet wird der Parteitag von dem als „extrem gefährlich“ eingestuften Hurrikan Laura und neuen Protesten gegen Polizeigewalt.

+++ 06.50 Uhr: Mit einem Schreckensszenario für den Fall eines Wahlsiegs der US-Demokraten hat Donald Trump zum Abschluss des Parteitags der Republikaner für seine Wiederwahl geworben. „Niemand wird in Bidens Amerika sicher sein“, sagte Trump über seinen Herausforderer Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl am 3. November. „Solange ich Präsident bin, werden wir das absolute Recht eines jeden amerikanischen Bürgers verteidigen, in Sicherheit, Würde und Frieden zu leben. Die republikanische Partei wird die Stimme der patriotischen Helden bleiben, die für die Sicherheit Amerikas sorgen.“

Trump hielt seine mehr als einstündige Ansprache entgegen der Gepflogenheiten vom Garten des Weißen Hauses aus. Kritiker warfen ihm vor, den Amtssitz für eine parteipolitische Veranstaltung zu missbrauchen.

Trump akzeptierte in seiner Rede die Kandidatur der Republikaner. „Mit einem Herzen voller Dankbarkeit nehme ich heute Abend diese Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an“, sagte er unter dem Applaus der rund 1500 Gäste, die immer wieder „four more years“ skandierten - vier weitere Jahre.

Donald Trump sieht sich als Mann für die Schwarzen

+++ 06.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat auf dem Parteitag der Republikaner erneut behauptet, dass er außergewöhnlich viel für das schwarze Amerika geleistet habe. „Ich sage mit großer Bescheidenheit, dass ich mehr für die afroamerikanische Community getan habe als jeder Präsident seit Abraham Lincoln“, sagte Trump vor dem Weißen Haus.

Unter dem Republikaner Lincoln als Präsidenten wurde vom Kongress der 13. Zusatz zur US-Verfassung angenommen, mit dem die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde. Nach früheren ähnlichen Äußerungen Trumps verwiesen Experten bereits unter anderem auf das in der Amtszeit von Lyndon B. Johnson 1965 nach Protesten angenommene Wahlrechtsgesetz. Das erlaubte allen US-Bürgern unabhängig von ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft, sich an Wahlen zu beteiligen und sich in ein öffentliches Amt wählen zu lassen.

Donald Trump bei seiner Nominierungsrede.

Trump wirbt damit, dass die Arbeitslosenquote auch unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Zudem stellte er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sicher. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

Der Präsident ist ein gütiger und anständiger Mann. Ich wünschte, sie könnten zusammen mit mir an seiner Seite sein, um zu sehen, wie endlos gütig er zu jedem ist, den er trifft. 

Trumps Social-Media-Chef Dan Scavino

Trump attackiert Biden

+++ 05.05 Uhr:Joe Biden ist nicht der Retter von Amerikas Seele - er ist der Zerstörer von Amerikas Jobs“, sagte Trump in Richtung seines Herausforderers . „Und wenn er die Chance bekommt, wird er der Zerstörer der amerikanischen Großartigkeit sein.“

Bei der Wahl im November gehe es darum, ob „Millionen hochbezahlte Jobs“ geschaffen würden, oder ob die US-Industrie „zermahlen“ und Millionen Jobs ins Ausland geschickt würden, sagte Trump. Die Wähler würden darüber entscheiden, ob „gesetzestreue Amerikaner geschützt“ würden, oder ob „gewalttätige Anarchisten, Agitatoren und Kriminelle, die unsere Bürger bedrohen“, freie Hand bekämen.

Trump verspricht Impfstoff bis Ende des Jahres

+++ 04.50 Uhr: Donald Trump spricht jetzt zu den Gästen: „In den vergangenen Monaten wurden unsere Nation und unser gesamter Planet von einem neuen und mächtigen neuen Feind heimgesucht“, sagte Trump im Garten des Weißen Hauses. „Wir werden das Virus besiegen, die Pandemie beenden und stärker als je zuvor aus der Krise hervorgehen.“ Trump stellte erneut einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht. „Wir werden vor dem Ende des Jahres oder vielleicht sogar schon früher einen Impfstoff herstellen.“

Danach warnte der US-Präsident vor einer Zerstörung des Landes durch eine „sozialistische Agenda“. Die Präsidentschaftswahl im November werde darüber entscheiden, „ob wir den amerikanischen Traum retten oder ob wir zulassen, dass eine sozialistische Agenda unsere hochgeschätzte Bestimmung zerstört“.

Donald Trump offiziell Kandidat

+++ 04.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist offiziell der Kandidat der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl am 3. November. „Mit einem Herzen voller Dankbarkeit nehme ich heute Abend diese Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an“, sagte Trump zum Abschluss des Parteitags seiner Partei. Die rund 1500 Gäste bei der Ansprache im Garten des Weißen Hauses applaudierten brav.

Von Sicherheitsabstand kann keine Rede sein.

Proteste vor dem Weißen Haus

Update 28.08.2020, 04.00 Uhr: Zur Nominierungsrede von US-Präsident Donald Trump haben sich hunderte Demonstranten zu Protesten vor dem Weißen Haus versammelt. Sie trugen dabei am Donnerstagabend (Ortszeit) Banner und Plakate mit dem Schriftzug „Trump/Pence sofort raus!“ und Fahnen der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter.

Trump wollte am Donnerstagabend (Ortszeit) mit seiner Rede am Weißen Haus seine erneute Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei offiziell annehmen. Rund 1500 Gäste kamen dazu auf dem Rasen auf der Südseite des Amtssitzes des Präsidenten zusammen. Trotz der Corona-Krise standen die Stühle dicht beieinander, nur wenige Gäste trugen Schutzmasken.

Demonstrationen in Washington gegen Trump und Pence.

Die Wahl des Weißen Hauses als Ort der Rede ist ein höchst umstrittener Traditionsbruch. Für gewöhnlich sind Wahlkampfveranstaltung am Amtssitz des Präsidenten tabu. Trump setzte sich aber über alle Bedenken auch aus den eigenen Reihen hinweg.

Parteitag der Republikaner: Zum Finale spricht Donald Trump

Washington – Neue wütende Proteste gegen Polizeigewalt, ein „extrem gefährlicher“ Hurrikan und die andauernde Corona-Pandemie: Die USA befinden sich im Dauer-Krisenmodus. Und nun spricht auch noch Donald Trump auf dem Parteitag der Republikaner.

Donald Trump spricht auf dem Parteitag der Republikaner vom Weißen Haus aus

Zum Abschluss des Nominierungsparteitags will US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend (27.08.2020, Ortszeit) vom Weißen Haus aus sprechen und die Nominierung zum Kandidaten für die US-Wahl 2020 am 3. November annehmen. Dann wird es offiziell sein: Trump tritt gegen den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, an. Schwarze sind eine wichtige Wählergruppe Bidens, der unter Barack Obama Vizepräsident war.

Donald Trump dagegen steht für „Law and Order“ und spricht größtenteils weiße Wähler an. Schon am Vortag hatte Vizepräsident Mike Pence den Amerikanern Recht und Ordnung bei einer Wiederwahl von Donald Trump versprochen.

Parteitag der Republikaner: Rede von US-Präsident Donald Trump wird von Protesten gegen Polizeigewalt überschattet

Donald Trump spricht in der vierten Nacht des republikanischen Parteitags in den USA.

Der Parteitag und die angekündigte Rede Donald Trumps wird von Unruhen in der Stadt Kenosha (Wisconsin) überschattet. Auslöser war ein Polizeieinsatz am Sonntag (23.08.2020), dabei wurde dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake mehrfach in den Rücken geschossen.

Der Familienvater liegt im Krankenhaus, nach Angaben seiner Familie ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Der Fall heizte die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt neu an, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis Ende Mai ausgelöst worden waren.

Republikaner präsentieren Donald Trump als Anti-Rassisten – und als Präsident der Frauen

Mehrere afroamerikanische Redner nahmen Donald Trump beim Parteitag am Mittwoch (26.08.2020) gegen Rassismusvorwürfe in Schutz. So sagte etwa der Bürgerrechtler Clarence Henderson: „Er hat in vier Jahren mehr für schwarze Amerikaner getan als Joe Biden in 50.“ Trump wirbt unter anderem damit, dass die Arbeitslosenquote unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Außerdem hat er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sichergestellt. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

Die Republikaner präsentierten Donald Trump bei dem Parteitag am Mittwoch als mitfühlenden Landesvater und als Förderer von Frauenrechten. Die scheidende Trump-Beraterin Kellyanne Conway sagte: „Über Jahrzehnte hat er Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und der Regierung befördert.“ Im Wahlkampf 2016 waren frühere frauenverachtende Äußerungen von Donald Trump aufgetaucht.

Parteitag der Republikaner: Donald Trump spricht – begleitet von dem „extrem gefährlichen“ Hurrikan Laura

Begleitet wird Donald Trumps Rede auf dem Parteitag von dem als „extrem gefährlich“ eingestuften Hurrikan Laura. Pence sagte zuvor bereits Unterstützung für Regionen zu, die der Sturm treffen wird. „Wir werden jeden Schritt des Weges in den kommenden Tagen und Wochen mit euch sein.“ „Laura“ bewegte sich während der Rede von Pence als Hurrikan der Stufe vier auf die US-Küste im Golf von Mexiko zu. Meteorologen warnten unter anderem vor bis zu sechs Meter hohen Sturmfluten. (tvd/dpa)

2019 fährt der US-Präsident völlig unangekündigt in ein Krankenhaus. Gerüchte machen die Runde. Donald Trump soll einen Schlaganfall gehabt haben, Vize Mike Pence bereit gewesen sein, zu übernehmen.

Bei einer Wahlkampf-Parade für Donald Trump in Texas sinken mindestens vier Boote. Mehrere Leute müssen aus einem See gerettet werden.

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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