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Donald Trumps Pläne für eine zweite Amtszeit: Schmeißt er FBI-Chef Wray raus?

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    vonLukas Rogalla
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Gegenüber seinen Funktionären soll Donald Trump angekündigt haben, den Leiter des FBI entlassen zu wollen. In der Behörde wird Christopher Wray teils als „Bollwerk“ gegen das Weiße Haus angesehen.

  • Donald Trump soll vorhaben, den Leiter des FBI zu Beginn einer möglichen zweiten Amtszeit zu entlassen.
  • Der US-Präsident glaubt, dass Christopher Wray Teil einer Verschwörung gegen ihn ist.
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Washington D.C. - Wie würde eine zweite Amtszeit von Donald Trump aussehen? Am Montag (5.10.2020) veröffentlichte der US-Präsident innerhalb von 30 Minuten 16 Tweets, in denen er scheinbar sein Wahlprogramm zusammenfasste. Ob und wie er seine Versprechen halten würde, bleibt offen. Seinem Team soll er darüber hinaus erzählt haben, dass er den Leiter des FBI loswerden möchte. Offenbar wittert er Christopher Wray als Teil einer Verschwörung, die ihn stürzen will.

Zweite Amtszeit von Donald Trump? US-Präsident mit FBI-Chef unzufrieden

Über die letzten Monate soll Donald Trump gegenüber seinen Funktionären und Mitarbeitern angekündigt haben, dass er plant, den Leiter der zentralen US-Sicherheits- und Ermittlungsbehörde FBI zu Beginn einer möglichen zweiten Amtszeit ersetzen zu wollen. Das berichtet die Nachrichtenseite „The Daily Beast“ nach Informationen von zwei Eingeweihten. Als FBI-Chef Christopher Wray Thema eines Gesprächs wurde, soll Trump gesagt haben, dass die Angelegenheit „nächstes Jahr“ gelöst werde.

Im Sommer sollen Trump und seine Berater bereits mögliche Nachfolger besprochen haben. Es sollen bestimmte Namen gefallen sein, die die Quelle jedoch nicht weitergeben wollte. Der Präsident habe jedoch nie erwähnt, dass er Wray schon vor November entlassen möchte. Der politische Kalender würde das nämlich erheblich erschweren.

FBI-Chef Christopher Wray

Zweite Amtszeit von Donald Trump? FBI-Chef Wray und US-Präsident uneins

Christopher Wray wurde 2017 mit einer überwältigenden Mehrheit im Senat zum Leiter des FBI ernannt. Er wurde von Donald Trump selbst vorgeschlagen und folgte James Comey, den der Präsident unter anderem aufgrund der Ermittlungen in der Russland-Affäre entließ. Vor allem geriet Wray danach ins Rampenlicht, als er 2018 behauptete, dass Russland massiv an der Präsidentschaftswahl 2016 beteiligt war. Russland „säe Zwietracht und Spaltung in diesem Land“, hieß es seitens Wray in einer öffentlichen Fragerunde. Angesichts der derzeitigen Proteste in den USA, stufte er die Antifa nicht als organisierte Gruppe, sondern als „Bewegung oder Ideologie“ ein, die Anhänger anziehe - einer der Sachverhalte, in denen sich Trump und Wray widersprechen.

Auch Donald Trumps Konkurrent in der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, sprach Wrays Ansichten in der ersten TV-Debatte an. „Sie machen wohl Witze“, sagte Trump drauf, der die Antifa wiederholt als Terror-Organisation einstuft. „Sein eigener FBI-Direktor hat es gesagt“, entgegnete Biden. „Wissen Sie was? Dann liegt er falsch“, so Trump.

Donald Trump soll vorhaben, FBI-Leiter Christopher Wray zu entlassen.

Zudem stufen Wray und das FBI weiße, rechtsradikale Gewalt als größte terroristische Bedrohung in den USA ein. Und entgegen Trumps Behauptungen, dass Demokraten die Briefwahl zur nutzen, um Wahlbetrug zu begehen, sagte Wray vor dem Kongress aus, dass es keine Beweise dafür gebe. Diese Meinungsverschiedenheiten stellen das Verhältnis zwischen Trump und Wray weiter auf die Probe. Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, machte sich in einem Fernsehinterview zudem offen über Wray lustig und bezeichnete ihn als unfähig, die Behörde zu leiten.

Zweite Amtszeit von Donald Trump? US-Präsident vermutet FBI-Verschwörung gegen ihn

Wie eine Quelle „The Daily Beast“ mitteilt, soll Trump Wray immer wieder in unzusammenhängenden Gesprächen erwähnt haben. Dabei bezog er sich auf Fernsehbeiträge von politischen Kommentatoren, in denen Wray eine Rolle in der Verschwörungstheorie zugeschrieben wird. Demnach soll das FBI versuchen, Trump Straftaten anzulasten, um ihn loszuwerden.

Wray wird von einigen ehemaligen Agenten des FBI als „Bollwerk“ gegen einen erhöhten Einfluss des Weißen Hauses gesehen. Man sei beim FBI derzeit eher besorgt darüber, was als nächstes aus dem Weißen Haus komme, als dass man sich auf die Arbeit konzentrieren könnte, so Wilfred Rattigan, ehemaliger Special Agent. Doch andere behaupten, dass Wray sich nicht so sehr gegen Trump stelle, wie es Loyalisten des Präsidenten behaupten. In den Ermittlungen gehe das FBI nämlich aggressiv gegen Anhänger der Antifa, Black Lives Matter oder Umweltschützer vor, so der ehemalige Agent Michael German - alles Gegner von Donald Trump.

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN / AFP

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